US-Schluss: Konjunktursorgen belasten

US-Schluss: Konjunktursorgen belasten

New York – Sorgen um eine Verschlechterung der Wirtschaftsaussichten haben am Montag auf den US-Börsen gelastet. Der Dow Jones Industrial fiel erstmals seit Mitte März wieder unter 13.000 Punkte. Der amerikanische Leitindex verlor bis zum Ende des Handels in New York 1,00 Prozent auf 12.929,59 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index rutschte um 1,14 Prozent auf 1.382,20 Punkte ab. An der Technologiebörse Nasdaq fiel der Composite-Index um 1,08 Prozent auf 3.047,08 Punkte. Der Auswahlindex NASDAQ 100 verlor 0,82 Prozent auf 2.739,98 Punkte.

Am Freitag hatte der Arbeitsmarktbericht für März die Erwartungen enttäuscht. Statt der von Experten erwarteten Schaffung von 205 000 Stellen ausserhalb der Landwirtschaft waren nur 120.000 neue Arbeitsplätze verzeichnet worden. Das war die geringste Zunahme seit fünf Monaten. «Das ist ein richtiger Schock», sagte Donald Selkin, Chef-Marktstratege bei National Securities Corp. Auf die Zahlen konnte die Wall Street erst jetzt reagieren, da die Börse am Karfreitag geschlossen war.

Der Ostermontag hielt auch einige Überraschungen aus der Unternehmenswelt parat. Zu den Gewinnern zählte AOL , dessen Aktien um 43 Prozent nach oben sprangen. Das Internet-Urgestein verkauft ein grosses Paket von Patenten und Lizenzen an den Softwarekonzern Microsoft und nimmt damit 1,1 Milliarden Dollar ein. AOL will einen «spürbaren Anteil» des Geldes an die Aktionäre ausschütten.

Microsoft -Titel dagegen gaben angesichts des nicht ganz billigen Zukaufs um gut 1 Prozent nach. Hintergrund des Patentkaufs sind die anhaltenden Streitigkeiten um Ideenklau im mobilen Internet. Die Fälle beschäftigen mittlerweile auch deutsche Gerichte. Es geht darum, wer im boomenden Markt der Smartphones und Tabletcomputer den Ton angibt. Microsoft mischt hier mit seinem Betriebssystem Windows beziehungsweise Windows Phone mit.

Die Aktien von Avon rutschten um mehr als 3 Prozent ab. Der von der deutschen Milliardärsfamilie Reimann umworbene Kosmetikkonzern tauscht mitten in dem laufenden Übernahmeversuch seine Chefin aus. Die vom Konsumgütermulti Johnson & Johnson stammende Sherilyn McCoy übernimmt zum 23. April das Ruder von Andrea Jung, die seit 13 Jahren an der Spitze von Avon steht und sich nun auf ihren Job als Vorsitzende des Verwaltungsrats beschränkt.

Der Telekommulti AT&T büsste je Aktie annähernd 1 Prozent ein. Der Konzern, der wegen Wettbewerbsbedenken mit der Übernahme des Mobilfunkers T-Mobile USA gescheitert war, verkauft die Mehrheit an seinen schwächelnden Gelben Seiten an den Finanzinvestor Cerberus und bekommt dafür annähernd eine Milliarde Dollar. AT&T konzentriert sich damit mehr und mehr auf sein Mobilfunkgeschäft.

Die Papiere von Alcoa fielen ebenfalls leicht. Der vom ehemaligen Siemens -Chef Klaus Kleinfeld geführte Aluminiumkonzern wird am Dienstag nach Börsenschluss traditionsgemäss die US-Berichtssaison einläuten. Am Donnerstag folgt dann der Internetkonzern Google und am Freitag die beiden Grossbanken JPMorgan Chase und Wells Fargo. Der Euro war fester und wurde in New York zuletzt mit 1,3112 US-Dollar gehandelt. (awp/mc/pg)

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