US-Schluss: Schwacher Dow-Wochenauftakt – Nasdaq aber stark

New York – Die US-Aktienmärkte sind am Montag nach dem Osterwochenende mit Verlusten in den Handel zurück gekehrt. Dominiert wurde die Nachrichtenlage weiter von der Corona-Pandemie und dem Ölpreis, nachdem sich wichtige Förderländer auf eine beispiellose Drosselung der Produktion geeinigt hatten. Wegen der Auswirkungen des Coronavirus blickten die Anleger auch bereits sorgenvoll auf die Saison der Unternehmensberichte, die im Wochenverlauf im Bankensektor beginnt.

Der Dow Jones Industrial gab am Ende um 1,39 Prozent auf 23’390,77 Punkte nach, konnte sein Minus von zeitweise mehr als 2 Prozent dabei aber reduzieren. Nach dem Anstieg um mehr als 12 Prozent in der Vorwoche kämen Gewinnmitnahmen nicht überraschend, hiess es am Markt. Ein Börsianer sagte, wegen hoher Ungewissheit steuerten die Finanzmarktteilnehmer „im Blindflug“ auf die bevorstehende Berichtssaison zu.

Der breiter gefasste S&P 500 fiel am Montag um 1,01 Prozent auf 2761,63 Zähler. Bei Technologiewerten war die Stimmung gestützt auf die Kursgewinne einiger bedeutender Aktien wie Tesla , Netflix oder Amazon besser. Ihr Auswahlindex Nasdaq 100 legte um 1,14 Prozent auf 8332,74 Punkte zu.

In der Viruskrise bleibt es bei den alarmierend hohen Infektionszahlen in den USA. Bei knapp 560’000 nachgewiesenen Infektionen sind dort bereits mehr als 22’000 Menschen an den Folgen gestorben. Die Zahl der Todesfälle innerhalb eines Tages sank mit 1557 aber auf den niedrigsten Stand seit vergangenem Montag.

Am Ölmarkt reagierten die Preise auf die Förderkürzungen mit zeitweise deutlichen Ausschlägen, denen auch US-Branchenwerte wie ExxonMobil und Chevron folgten. Letztere legten am Ende nur noch moderat um 0,7 Prozent zu, erstere dagegen wurden mit einem Abschlag von 0,9 Prozent nicht zum Profiteur. Experte Neil Mehta von Goldman Sachs drückte am Montag in einer Studie weiter seine Präferenz für Chevron aus.

Allgemein gehörten Banken zu den Branchen, um die Anleger am Montag einen grossen Bogen machten. Sie blickten damit nicht gerade ermutigt auf die in den kommenden Tagen erwarteten Quartalszahlen zahlreicher Institute. Den Auftakt macht am Dienstag JPMorgan. Hier sackten die Aktien zu Wochenbeginn im Dow um 4,5 Prozent ab.

Nicht nachhaltig wieder auf Touren kommen die Werte aus der Reise- und Freizeitbranche. Nach der von Erholung geprägten Vorwoche ging es für die Fluggesellschaften wieder bergab, allen voran für United Airlines um mehr als acht Prozent. Dem Beispiel folgten Hotel- sowie Kreuzfahrtanbieter und Reiseportalbetreiber: Marriott, Expedia und Carnival büssten bis zu 7,4 Prozent ein.

Abgeschlagenes Schlusslicht im Dow waren die Aktien von Caterpillar, für die am Montag eine Abstufung durch die Experten der Bank of America auf ihrem Erholungsweg zum Stolperstein wurde. Sie sackten um 8,7 Prozent ab, nachdem sich Experte Ross Gilardi pessimistisch zu den Perspektiven des Baumaschinenherstellers in wichtigen Kundensegmenten geäussert hatte.

An der technologielastigen Nasdaq-Börse wurde die Stimmung von Kursgewinnen bei Aktien wie Netflix und Amazon aufgehellt. Die beiden Aktien, die neuerdings von Anlegern als Profiteure der Corona-Krise gehandelt werden, knüpften mit Anstiegen von 7 beziehungsweise 6,2 Prozent an ihre jüngste Rally an. Beide nehmen allmählich wieder Anlauf auf bisherige Höchststände.

Während die Papiere der gestanden Autobauer Ford und General Motors an der Wall Street mit Abgaben von 3,9 beziehungsweise 4,4 Prozent unter den Virussorgen litten, gab die Tesla-Aktie weiterhin ein rosiges Bild ab. Mit einem Kurssprung um 13,6 Prozent sprangen sie im Nasdaq 100 an die Spitze. Für die Titel des Elektroautobauers war dies bereits der sechste Gewinntag in Folge.

Unter die Gewinner mischten sich an der Nasdaq auch die Ebay-Aktien mit einem Kursplus von fast drei Prozent. Der Online-Marktplatz hat einen neuen Chef gefunden – Jamie Iannone kommt vom US-Shoppingriesen Walmart. Dessen Aktien legten an der Dow-Spitze um fast drei Prozent zu.

Der Euro behauptete sich mit etwas Mühe über 1,09 US-Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung in New York mit 1,0915 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte am Ostermontag keine Referenzkurse für den Euro festgelegt. Die Staatsanleihen der USA waren bei den Anlegern nicht sonderlich gefragt. Richtungweisende zehnjährige Papiere gaben um 11/32 auf 107 1/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 0,76 Prozent. (awp/mc/ps)

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