US-Schluss: Verluste – Konjunkturdaten dämpfen

US-Schluss: Verluste – Konjunkturdaten dämpfen

New York – Der US-Aktienmarkt ist am Donnerstag von enttäuschenden Konjunkturdaten belastet worden und hat Kursverluste einstecken müssen. Trotz ermutigender Unternehmenszahlen, dem Fed-Beschluss zur fortgesetzten Niedrigzinspolitik und der neuen Hoffnung auf eine Einigung in Griechenland konnten die New Yorker Börsen damit nicht an ihre Vortagesgewinne anknüpfen. Nach schwächer als erwartet ausgefallenen Daten zu den Hausverkäufen und vom US-Arbeitsmarkt gaben die Indizes nach und drehten nach anfänglichen Gewinnen ins Minus.

Der Leitindex Dow Jones Industrial hatte zuvor zwischenzeitlich auf Schlusskursbasis das höchste Niveau seit 2008 erreicht, verlor zum Schluss jedoch 0,18 Prozent auf 12.734,63 Punkte. Der S&P 500 gab 0,57 Prozent auf 1.318,45 Punkte ab.

An der Technologiebörse Nasdaq ging es ebenfalls nach unten: Der Composite-Index fiel um 0,46 Prozent auf 2.805,28 Punkte und der Auswahlindex Nasdaq 100 lag ebenfalls im Minus mit 0,45 Prozent bei 2.454,63 Punkten.

Gegenwind bekamen die Märkte von Seiten der Konjunktur. In den USA waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche etwas stärker als erwartet auf 377.000 gestiegen. Bei den Frühindikatoren und den Verkäufen neuer Häuser hatten die Experten ebenfalls mit etwas besseren Zahlen gerechnet. Die Verkäufe neuer Häuser gingen unerwartet mit 2,2 Prozent sogar zurück und drückten so auf die Stimmung am Markt. Ein Fondsmanager sagte, die Daten seien im etwas zu optimistischen Umfeld ein wenig wie eine kalte Dusche gewesen. Es sei voreilig zu glauben, dass bereits alle Probleme gelöst seien. Der Auftragseingang für langlebige Güter war hingegen besser als erwartet ausgefallen. Nachhaltig stützen konnten die Daten hingegen nicht.

Zahlreiche Unternehmen legten am Donnerstag ihre Zahlen vor. Am überzeugendsten schnitten dabei Caterpillar ab, die mit ihrem Quartalsbericht die Erwartungen von Analysten bei Umsatz und Gewinn deutlich übertrafen. Die Aktie des Baumaschinenherstellers gewann 2,07 Prozent. Der Mischkonzern 3M konnte mit seinen Zahlen dank starker Nachfrage aus dem Luftfahrt- und Autosektor ebenfalls positiv überraschen – die Papiere stiegen um 1,27 Prozent. Aktien von Colgate-Palmolive stiegen ebenfalls um 2,14 Prozent. Der Konsumgüterkonzern hatte wegen Einmalbelastungen im vierten Quartal weniger Gewinn eingefahren, aber insgesamt mehr verkaufen können.

Der Telefonkonzern AT&T enttäuschte mit seinem ersten Quartalsbericht nach dem Scheitern des Kaufs von T-Mobile USA. Die Zahlungen an die Deutsche Telekom wegen der gescheiterten Übernahme, Verluste im konzerneigenen Pensionsfonds und Abschreibungen lasteten auf dem Ergebnis – allein im vierten Quartal verlor der Konzern 6,7 Milliarden Dollar. Während die Experten mit den Kosten der am Widerstand der Kartellbehörden gescheiterten Übernahme gerechnet hatten, kamen die anderen Milliarden-Belastungen überraschend dazu – die Analysten hatten nur mit einem Minus im niedrigen dreistelligen Millionenbereich gerechnet. Zudem rechnet das Unternehmen nun auch 2012 mit weniger Gewinn je Aktie als zuvor. Die Aktie verlor 2,52 Prozent.

Trotz enger werdender Militärbudgets macht auch der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin blendende Geschäfte. Der Umsatz des Herstellers von Kampfjets wie F-16 oder F-22 stieg im vergangenen Jahr um 2 Prozent auf 46,5 Milliarden Dollar. Die Aktie stieg um 0,91 Prozent. Die von US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Abend vorgestellten Kürzungen im US-Verteidigungshaushalt konnten die Kursgewinne nicht drücken.

Der weltgrösste Düngemittelproduzent und K+S-Konkurrent Potash hat im vierten Quartal unter einer schwachen Nachfrage gelitten, dank seiner Beteiligungen den Gewinn jedoch trotzdem gesteigert. Die Titel der Kanadier gewannen 1,28 Prozent hinzu. Noch stärker nach oben ging es für Time Warner Cable. Nach gestiegenem Gewinn will der Kabelnetzbetreiber seine Aktionäre mit einem Aktien-Rückkaufprogramm beglücken und dafür 4 Milliarden Dollar ausgeben. Die Aktien sprangen daraufhin um 7,81 Prozent in die Höhe.

Die Zahlen des Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb trafen auf gemischte Reaktionen. Konzernweit stieg der Umsatz zwar im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 21,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn verbesserte sich um rund ein Fünftel auf 3,7 Milliarden Dollar. Damit schnitt das Unternehmen jedoch schwächer ab als erwartet, und für das Jahr 2012 rechnet der Konzern zudem mit weniger Gewinn. Die Aktien des Konzerns gaben um 0,67 Prozent nach.

In der Pharmaindustrie dreht sich zudem das Übernahmekarussell weiter: Nach der Übernahmeofferte von Roche an die Aktionäre des Gentechnikspezialisten Illumina will nun das Biotechunternehmen Amgen den kleineren Konkurrenten Micromet für insgesamt 1,16 Milliarden Dollar übernehmen. Die Papiere des Übernahmekandidaten sprangen um 32,29 Prozent auf 10,94 Dollar – Amgen hatte 11 Dollar je Aktie angeboten. (awp/mc/ps)

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