Weitere Verluste an den asiatischen Börsen

Nikkei

Tokio – Die meisten asiatischen Aktienmärkte haben am Montag ihre Talfahrt fortgesetzt. Als Belastung sahen Experten den weiteren Ölpreisverfall. Dieser schürte die Sorgen über China, die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Fed und das weltweite Wirtschaftswachstum. Nur die zuletzt besonders gebeutelten chinesischen Festland-Börsen konnten sich zum Wochenauftakt ein wenig erholen. Der japanlastige Sammelindex Stoxx 600 Asia/Pacific sank zuletzt um 0,68 Prozent auf 151,00 Punkte.

Der Rutsch der Rohölpreise auf den tiefsten Stand seit Ende 2003 ist allerdings auch der Aufhebung von Handelssanktionen gegen den wichtigen Ölförderstaat Iran geschuldet.

In Tokio schloss der Nikkei 225 mit einem Minus von 1,12 Prozent bei 16 955,57 Punkten. Bereits am vergangenen Donnerstag war der japanische Leitindex im Handelsverlauf erstmals seit September 2015 wieder unter die Marke von 17 000 Punkten gefallen – auf Jahressicht summieren sich seine Verluste aktuell auf knapp 11 Prozent. Inzwischen sei der Index technisch überverkauft, schrieb ein Aktienstratege. Für einen Einstieg sei es aber noch zu früh.

Unter den japanischen Einzelwerten büssten die Titel des Telekom- und Medienkonzerns Softbank als einer der grössten Verlierer knapp 8 Prozent an Wert ein. Sie litten darunter, dass die Aktien der US-Mobilfunktochter Sprint am Freitag nach einem Bericht über Kostensenkungspläne um rund 10 Prozent abgerutscht waren. Die Aktien der Ölindustrie-Unternehmen Inpex und Japan Petroleum Exploration verloren anderthalb beziehungsweise gut 2 Prozent an Wert.

Der australische Leitindex ASX 200 ging 0,70 Prozent tiefer bei 4858,70 Punkten aus dem Handel. In Mumbai verlor der indische Sensex-Index zuletzt 0,40 Prozent auf 24 356,58 Punkte.

Der Hang-Seng-Index in Hongkong, wo auch viele ausländische Investoren handeln, gab um weitere 1,45 Prozent auf 19 237,45 Punkte nach. Dagegen stabilisierte sich der CSI-300-Index, der die Entwicklung der 300 grössten Aktienwerte in Shanghai und Shenzhen abbildet, ein wenig: Er schloss 0,38 Prozent höher bei 3130,73 Punkten. Noch am Freitag war das Börsenbarometer auf den tiefsten Endstand seit Ende August 2015 abgerutscht; seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 16 Prozent zu Buche.

Nun profitierte der Index von einer Stabilisierung des Yuan, nachdem die chinesische Notenbank neue Massnahmen gegen die Abwertung der Landeswährung beschlossen hatte. Demnach sollen bestimmte Banken für Einlagen im Yuan-Handel ausserhalb Chinas mit einer Mindestreserve belegt werden. Der Schritt soll ab dem 25. Januar gelten.

Ob die aktuelle Entwicklung bereits eine Erholung bedeutet oder Chinas Aktienmärkten weitere Verluste drohen, ist unter Börsianern aber umstritten. Zumindest bisher war den Massnahmen von Regierung und Notenbank zur Stabilisierung der heimischen Finanzmärkte kein dauerhafter Erfolg beschieden.

Anführer der aktuellen Kurserholung auf dem chinesischen Festland waren die Aktien von Immobilien- und Technologieunternehmen. Erstere profitierten von positiven Daten zur Preisentwicklung von Neubauten. (awp/mc/pg)

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