ABB: Heikle Punkte im Verhaltenskodex werden nochmals überprüft

Mit der Aussprache über einzelne kritische Punkte sei ein Anliegen der Gewerkschaft erfüllt worden, sagte Unia-Mediensprecher Bruno Schmucki auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. ABB Schweiz habe gewisse Nachbesserungen des Kodexes in einzelnen Punkten in Aussicht gestellt und wolle zudem die interne Schulung verstärken.

Umstrittene Meldepflicht
Der Verhaltenskodex, der für alle Mitarbeitenden gelten soll, war von der Gewerkschaft Unia heftig kritisiert worden. Nicht akzeptiert wurde namentlich die Meldepflicht. Die Unia hatte diese als «höchst problematisch» beurteilt und verlangt, dass die Einführung des Kodexes aufgeschoben wird. Kritisiert wurde insbesondere, dass selbst vermutete Verstösse gegen den Kodex gemeldet werden müssen. Dies könne als Aufforderung für jede Art von Denunziantentum und Mobbing dienen, stellte die Gewerkschaft fest.

Juristisch und ethisch erlaubte Verhaltensweisen
Nach Bestechungsskandalen, in welche ABB in den vergangenen Jahren in verschiedenen Ländern verwickelt war, hat der Konzern einen 21-seitigen Verhaltenskodex für alle 107’000 Beschäftigten erarbeitet. Der Kodex soll das Bewusstsein schärfen, welche Verhaltensweisen bei ABB juristisch und ethisch erlaubt sind. Die Gewerkschaft Unia befürworte grundsätzlich einen solchen Kodex, sagte Schmucki. Doch müsse dieser stufengerecht ausgestaltet und eingeführt werden. Ein Facharbeiter könne nicht auf den gleichen Kodex verpflichtet werden wie ein Mitglied der Geschäftsleitung.

(awp/mc/hfu)

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