Aktienfokus: Bachem stürzen weiter ab

Die Analysten sprachen von einem „sehr schwachen“ Zahlensatz. Gegen 11.40 Uhr notiert die Bachem-Aktie 12,9% tiefer bei 57,50 (Tagestiefst: 57,00) CHF. Gehandelt sind bis dahin bereits über das Zehnfache des normalen Tagesumsatzes. Am Morgen tendierten die Titel zumeist um die Marke von 60 CHF. Der Gesamtmarkt liegt zum Berichtszeitpunkt gemessen am SPI mit 1,01% im Minus. Die Verkäufe seien wegen der verschobenen Aufträge und Bestellungen, dem zunehmenden Wettbewerb sowie durch die gedämpfte Nachfrage der Biotechbranche viel stärker belastet als erwartet, schreibt der Kommentator der ZKB. In der Folge sei der EBIT vor allem wegen des Verzichts auf einschneidende Kostenmassnahmen eingebrochen. Er werde seine Schätzungen für 2010 und 2011 reduzieren, kündigt der ZKB-Analyst an, der die Aktie allerdings auf „Marktgewichten“ belässt.


„Genaue Erklärungen des Managements“ erwünscht
„Die eigentliche Enttäuschung ist … die Reduzierung der mittelfristigen Ziele“, konstatiert die Bank Wegelin. Viele Investoren dürften sich die Frage stellen, ob sich das Geschäftsfeld nicht grundlegend verändert habe. Der Wegelin-Experte sieht viel Raum für Spekulation und wünscht sich deshalb „ein paar genaue Erklärungen des Managements.“ Auch der Vontobel-Analyst sieht die Margen durch die Entscheidung des Managements belastet, auf eine Senkung der Personalkosten zu verzichten. Trotz des schwachen ersten Halbjahres sei Bachem aber gut positioniert, um von einer wieder anziehenden Nachfrage zu profitieren. Der Vontobel-Spezialist will nun ebenfalls seine Schätzungen senken und das bisherige Kursziel von 65 CHF überprüfen. Das Rating „Hold“ behält er aber bei.


Senkung der Ziele keine grosse Überraschung
Bachem habe enttäuschende Halbjahreszahlen vorgelegt und damit die Erwartungen klar verfehlt, schreibt Martin Flückiger von Helvea. Helvea habe aber bereits Zweifel an früheren Wachstumszielen von Bachem geäussert, die Senkung der Ziele sei daher keine grosse Überraschung. Die Neuigkeiten dürften jedoch am Markt zu einer signifikanten Reduktion der Konsensschätzungen führen, so Flückiger weiter. Auf der anderen Seite bezeichnet er das von Bachem angestrebte durchschnittliche, jährliche Umsatzwachstum von 6 bis 10% über die nächsten fünf Jahre und eine mittelfristige EBIT-Marge von mindestens 25% als nach wie vor „attraktives Wachstumsprofil“. (awp/mc/ss/19)

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