Aktienfokus: Novartis nach guten News zu Tasigna und Ilaris leicht gesucht

Das Medikament kann nun erwartungsgemäss auch als Erstlinientherapie bei der Blutkrebserkrankung PH+ CML eingesetzt werden und ist als Glivec-Nachfolger auf Kurs. Zudem hat sich Ilaris in Phase-II-Tests bei Gicht als wirksamer als die Standardtherapie erwiesen.


Bis um 10.02 Uhr steigen die Novartis-Aktien um 0,7% auf 54,80 CHF. Der SMI legt um 0,30% zu. Roche GS verlieren nach insgesamt schlechteren Produktenews um 2,4%.


Die Zulassungserweiterung für Tasigna ist unter Branchenexperten erwartet worden. «Die Zulassung von Tasigna für die Erstlinienbehandlung von CML ist eine gute, aber nicht überraschende Nachricht», schreibt beispielsweise Andrew C. Weiss von der Bank Vontobel in einem Kommentar. Er hält an der Prognosen für den Spitzenumsatz von 1 Mrd USD fest. Darüber hinaus rechnet Weiss damit, dass Tasigna schon bald Konkurrenz erwachsen könnte, soll doch Sprycel in den nächsten neun Monaten folgen und die Phase-III-Daten von Pfizer dürften an einem wissenschaftlichen Kongress im Dezember 2010 veröffentlicht werden. Vor diesem Hintergrund bestätigt Vontobel das «Hold»-Rating (Kursziel: 59 CHF).


Auch die ZKB hat die Indikationserweiterung für Tasigna erwartet, insofern sei die Auswirkung auf den Aktienkurs nur leicht positiv. Die ZKB sieht weiter keine interne Kannibalisierung von Glivec, weil bei gut eingestellten Patienten in der Regel das Therapieregime von Ärzten nicht verändert werde. Auch Vontobel ist ähnlicher Ansicht und macht einen solchen Fall von überzeugenden, neuen klinischen Daten abhängig, die erst 2011 erwartet würden. Die ZKB sieht zudem «ein klares Auffangen eines möglichen Umsatzverlustes, wenn das Patent von Glivec in 2015 ausläuft».


Die Privatbank Wegelin verweist im Zusammenhang mit der Indikationserweiterung auf frühere Aussagen des Novartis-Onkologie-Chefs. Danach sollen die Tasigna-Verkäufe in diesem Jahr um 300-400 Mio USD zunehmen, nach 212 Mio USD in 2009. Wichtiger erscheine allerdings, dass Tasigna das Potenzial habe, Glivec als noch bessere Therapie abzulösen. Eine Etablierung der Novartis-Titel über der Marke von 55 CHF scheine nur eine Frage der Zeit.


(awp/mc/hfu/14)

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