Aktienfokus: Vontobel verliert trotz gutem Semesterergebnis an Boden

Obwohl die Privatbank die Markterwartungen zum Teil deutlich übertroffen hat und damit für eine positive Überraschung sorgte, verzeichnen die Valoren in einem festen Gesamtmarkt signifikante Abschläge.


Verlieren rund 1,7 Prozent
Bis kurz nach 11.00 Uhr verlieren Vontobel bei durchschnittlichem Volumen rund 1,7% auf 59,70 CHF. Der bisherige Tagestiefststand notierte bei 59,35 CHF. Der Gesamtmarkt (SPI) gewinnt derweil 0,47% dazu. Das starke Gewinnwachstum ist einmal mehr auf das starke Ergebnis der Investment Banking Sparte zurückzuführen und insbesondere auf den Volumenanstieg im Derivatgeschäft, heisst es von Analystenseite.


Keine grösseren Überraschungen
Neben dem Geschäft mit strukturierten Produkten, das deutlich über den Erwartungen ausgefallen ist, gibt es für Javier Lodeiro von Sal. Oppenheim keine grösseren Überraschungen im Semesterausweis von Vontobel. Etwas unter seinen Prognosen seien die Kundenvermögen mit 79 Mrd CHF ausgefallen, schreibt der Finanzanalyst weiter. Verantwortlich sei der enttäuschende Neugeldzufluss im Asset Management, wo lediglich 1 Mrd Neugeld verbucht werden konnte. Lodeiro ging hier von einem Nettoneugeldzufluss von 2,5 Mrd CHF aus.


Schätzungen nach oben anpassen
Er werde zwar seine Schätzungen aufgrund des guten Derivativgeschäfts voraussichtlich etwas nach oben anpassen, bleibe aber angesichts der hohen Abhängigkeit vom Geschäft mit den strukturierten Produkten und der hohen Bewertung bei seinem Anlagerating «Reduce» und sieht einen fairen Wert von 55 CHF je Aktie, so Lodeiro.


Neutrale Einschätzung
Auch der Helvea-Bankenexperte Peter Thorne bleibt trotz dem guten Zahlenset von Vontobelbei seiner neutralen Einschätzung. Er sieht in anderen Investmentbanken deutlich attraktivere Investitionsmöglichkeiten.


‹Gutes› Halbjahresergebnis
Zuversichtlicher beurteilt Andreas Venditti von der Zürcher Kantonalbank das Vontobel-Papier. Das Institut hat im Urteil von Venditti ein ‹gutes› Halbjahresergebnis ausgewiesen, das seine Schätzungen übertroffen habe. Er wird seine Prognosen überarbeiten und voraussichtlich erhöhen. Die Aktie stuft er weiterhin mit «Übergewichten» ein. (awp/mc/ar)

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