Arpida mit Konzernverlust von 20,3 Millionen Franken im Halbjahr

In den ersten sechs Monaten 2008 sank der Betriebsaufwand auf 21,5 (VJ 33,7) Mio CHF, wovon 15,5 (27,7) Mio CHF auf Ausgaben für die Forschung und Entwicklung (F&E) und unverändert 6,0 Mio CHF auf den Verwaltungsaufwand entfielen. Bei einem Umsatz von 0,3 (0,1) Mio CHF ergibt sich ein Betriebsverlust von 21,2 (33,6) Mio CHF sowie ein Konzernverlust von 20,3 (33,8) Mio CHF. Per 30.6.2008 weist Arpida liquide Mittel und Finanzanlagen in der Höhe von 67,9 Mio CHF aus, per Ende 2007 waren es 68,1 Mio gewesen. Im April waren mittels Kapialerhöhung zusätzliche Finanzmittel von 19,6 Mio CHF aufgenommen worden. «Arpida ist aus heutiger Sicht bis ins dritte Quartal 2009 finanziert», sagte ein Sprecher auf Anfrage von AWP.


Analystenerwartungen übertroffen
Mit dem Halbjahresausweis hat das Unternehmen auf Ergebnisebene im Vergleich zu den AWP-Konsensusschätzungen besser abgeschnitten, die F&E-Ausgaben entsprechen dem Konsensus. Finanzanalysten hatten im Mittel F&E-Ausgaben von 15,5 Mio, einen EBIT von -25,0 Mio und einen Reinverlust von 24,6 Mio CHF erwartet.


H2: Steigende Ausgaben erwartet
Für die operative Tätigkeit hat Arpida in den ersten sechs Monaten 2008 liquide Mittel von 19,2 (29,3) Mio CHF bzw. durchschnittlich 3,2 (5,0) Mio CHF pro Monat eingesetzt. Für die zweite Jahreshälfte rechnet das Management mit steigenden Ausgaben. «Als Folge des Ausbaus unserer kommerziellen Geschäftsressourcen gehen wir davon aus, dass sich die liquiden Mittel, die in der zweiten Jahreshälfte im Rahmen der operativen Tätigkeit verwendet werden, auf durchschnittlich rund 4,5 Mio CHF pro Monat belaufen werden», wird CFO Harry Welten in der Mitteilung zitiert.


EU- und US-Zulassungen für Iclaprim 2009
Angesichts der Finanzlage und des fortgeschrittenen Entwicklungsstatus von Iclaprim (gegen komplizierte Haut und Hautstrukturinfektionen – cSSSI) sei das Unternehmen mit Blick auf die für 2009 angepeilte Markteinführung des Medikamentes «gut positioniert», so Welten weiter. Den Entscheid über die Marktzulassung von Iclaprim erwartet CEO Jürgen Raths in den USA im Januar 2009. Die europäischen Zulassungsbehörden EMEA dürften einen Entscheid Mitte 2009 fällen, so der Sprecher.


James Bruno neu Leiter Commercial Development North-America
Im Hinblick auf die Markteinführung und den Aufbau einer Marketing- und Vertriebsorganisation wurde James Bruno zum Leiter Commercial Development North-America ernannt. Bruno verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in Marketing und Vertrieb mit Schwerpunkt bei Antiinfektiva und war unter anderem für GSK, Pharmacia und MedImmune tätig. «Der Aufbau der Vertriebs- und Marketingorganisation verläuft in den USA planmässig», so der Sprecher weiter. In Europa ist noch nicht entschieden, ob das Medikament teilweise selbst vermarktet werden soll oder der Verkauf ausschliesslich über Partner erfolgen soll.


Weitere Entwicklungsprogramme
Unter den weiteren Entwicklungsprogramme verläuft insbesondere die Phase-II-Studie für Iclaprim zur Umstellung von intravenöser auf orale Behandlung «gut», so die Mitteilung weiter. Die Patientenaufnahme habe im Mai begonnen und sollte bis Ende 2008 planmässig abgeschlossen werden, so die Mitteilung. Hingegen habe sich die Patientenaufnahme für die Phase-II-Studie zu intravenös zu verabreichenden Iclaprim gegen nosokomiale, beatmungsassoziierte und im Pflege- oder Altersheim erworbene Pneumonie mit grampositiven Pathogenen (HAP, VAP und HCAP) «als nicht besonders einfach» erwiesen. Es sei möglich, dass die Patientenaufnahme nicht bis Ende 2008 abgeschlossen werden könne.


Aktie legt zu
Für die zulassungsrelevante Phase-III-Studie zu Iclaprim gegen leichte bis mittelschwere Onychomykose in der TLT-Therapie konnten bisher knapp die Hälfte der geplanten 220 Patienten rekrutiert werden. Die Patientenaufnahme soll gegen Ende 2008 abgeschlossen werden. An der Börse werden die Fortschritte von Arpida honoriert. Die Aktie steigt bis um 09.25 Uhr um 1,2% auf 8,80 CHF. Der SPI legt um rund 0,3% zu. (awp/mc/ps/06)

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