Aufräumarbeiten bei Swiss Life: Tiefrotes Ergebnis


Swiss Life schliesst das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Milliardenverlust ab, die Dividende wird gestrichen. Massive Abschreiber und ein schlechtes Ergebnis schlugen auf die Rechnung. Die Aktie legt im Tagesverlauf deutlich zu.

Von Tobias Billeter


Swiss Life: Eine weitere Kapitalerhöhung ist derzeit nicht angezeigt. (keystone)
Der Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 1,7 Milliarden Franken eingefahren. Im Jahr zuvor betrug der Fehlbetrag noch 115 Millionen Franken, wie das Unternehmen bereits am 6. März bekannt gegeben hatte. Wie auch andere Versicherer wurde die Rentenanstalt insbesondere vom der negativen Entwicklung der Aktienmärkte hart getroffen. Allerdings verfüge Swiss Life über genügend Finanzkraft, um die strategische Neuausrichtung des Konzerns umzusetzen, schreibt der Versicherer am Dienstag in der Medienmitteilung. Die Aktie nach Börsenstart zu. Der Titel notiert um 09.20 Uhr rund 1 Prozent im Plus.

Massive Abschreiber AnlagenDie deutliche Reduktion der Aktienquote auf dem Anlagevermögen verursachte einen Buchverlust von 2,3 Milliarden Franken. Bereinigt um Absicherungsgeschäfte betrugen die realisierten und buchmässigen Verluste noch 0,8 Milliarden Franken. Beim Aufwand hingegen konnte Swiss Life die Kosten um 145 Millionen auf 3,5 Milliarden Franken reduzieren. Bis 2004 will der Versicherer rund 515 Millionen Franken einsparen. Angesichts des Verlusts beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten.

Gottardo abgeschriebenDie Amortisation von Goodwill belief sich insgesamt auf 1,1 Milliarden Franken. Davon entfielen 735 Millionen Franken auf ausserordentliche Abschreibungen in Zusammenhang mit der einst teuer erkauften Banca del Gottardo. Gottardo ist nun noch mit 1,4 Milliarden Franken in den Swiss-Life-Büchern bewertet. Weitere 87 Millionen Franken gingen zu Lasten der Schweizerische Treuhandgesellschaft.

Beträchtlich fiel auch der Rückgang des Finanzergebnisses aus, der sich um 18 Prozent auf 4,7 Milliarden Franken sank. Im Nettoverlust enthalten ist auch der Kapitalgewinn von rund 330 Millionen Franken aus den Verkäufen der Beteiligungen im Hedge-Fund-Bereich.


Leichtes Prämienwachstum
Das Bruttoprämienvolumen konnte gegenüber dem Vorjahr leicht um 1 Prozent auf 15,8 Milliarden Franken gesteigert werden. Im Bereich Leben lagen die Prämien mit 14,7 Milliarden Franken auf Vorjahresniveau. Im Bereich Nichtleben hingegen stiegen die Prämien um 12 Prozent auf 1.1 Milliarden Franken.


Verhalten optimistischer Ausblick
Die Rentenanstalt/Swiss Life erwartet im laufenden Jahr eine Rückkehr in die Gewinnzone. Dies vorbehältlich einer weiteren Verschlechterung des Marktumfeldes, wie das Unternehmen am 8. April 2003 mitteilt. Der Lebensversicherer bestätigt hiermit seine bereits am 6. März anlässlich der Gewinnwarnung gemachten Aussagen.

Tobias Billeter (swisscontent)

Swiss Life in Zahlen (Mio. CHF)Gruppe Mio. CHF20022001+/–Betriebsaufwand34553600–4.0%Betriebsaufwand (bereinigt)27162928–7.2%    Betriebsergebnis (brutto)–78880–Betriebsergebnis vor Steuern–1847–103–Jahresergebnis–1694-115–    Verwaltete Vermögen183233194224–5.7%Eigenkapital41704982–16.3%Eigenkapitalbasis75407744–2.6%

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