Bachem: Vorjahresrekord verfehlt – Verschiebungen bei wichtigem Kunden

Die EBIT-Marge ging auf 35,7 (VJ 36,5)% zurück. Unter dem Strich verblieb ein 8,2% tieferer Reingewinn von 58,7 Mio CHF, wie der Pharma- und Biochemikalienhersteller am Freitag mitteilte.


Dividende von 3,20 CHF
Der Generalversammlung wird eine Dividende von 3,20 CHF je Aktie beantragt. Im Vorjahr hatte Bachem 3,00 CHF je Aktie ausgeschüttet.


Erwartungen der Analysten verfehlt
Mit diesen Zahlen hat das Baselbieter Unternehmen die Erwartungen der Analysten verfehlt. Diese hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Umsatz von 201,3 Mio, einen EBIT von 72,1 Mio und einen Reingewinn von 60,3 Mio CHF erwartet.


Ausfälle in den USA belasten
Neben dem negativen Fremdwährungseinfluss seien die Verkäufe auch durch Ausfälle in den USA belastet worden, wo es aufgrund hoher Lagerbestände eines wichtigen Produkts beim Kunden zu Lieferverschiebungen gekommen sei, begründete Bachem die Entwicklung.


Umsätze in Europa legten um 7,8% zu
Die Umsätze in Europa legten um 7,8% zu, der Umsatzanteil dieser Region erhöhte sich damit auf 66,3%. Die Umsätze in Nordamerika hingegen verringerten sich hauptsächlich aufgrund des erwähnten Ausfalls mit einem wichtigen Kunden um 16,1% in CHF. Deutlich höhere Lieferungen von in der Schweiz für den US-Markt produzierten Substanzen hätten den Umsatzausfall mit in den USA produzierten Wirkstoffen teilweise ausgleichen können. Der Anteil des US-Geschäfts am Gesamtumsatz verringerte sich in der Folge auf 33,7%.


Umsatz des Wirkstoffgeschäfts gesunken
Der Umsatz des Wirkstoffgeschäfts (APIs) sank im vergangenen Jahr um 2,5% auf 156,8 Mio CHF, in lokalen Währungen wäre das Geschäft um 0,5% gewachsen. Dabei hätten sich die Generika mit +10,4% in Franken «sehr erfreulich» entwickelt. Die peptidischen Generika wuchsen um 16,2% und die nichtpeptidischen Generika um 2,1% (beides in LW). Mit patentgeschützten Wirkstoffen (NCEs) konnte Bachem zwar die Verkäufe in Europa um knapp 70% steigern, die Abnahmeverzögerungen bei einem US-Kunden führten jedoch insgesamt zu einem Umsatzrückgang um 31,6% in CHF.


Forschungschemikalien entwickelten sich erfreulich
Die Forschungschemikalien entwickelten mit einem Umsatzplus von 1,8% in CHF resp. 8,6% in LW auf 38,2 Mio CHF «sehr erfreulich», so Bachem weiter. Ein deutlich zweistelliges Wachstum bei den Kundensynthesen sei einem geringen Wachstum des Katalogumsatzes gegenübergestanden.


Gestiegene Forschungs- und Entwicklungskosten
Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen 2008 um 0,5 auf 6,0 Mio CHF oder auf 3,1 (2,7)% der Verkäufe. Der Anstieg widerspiegle die Entwicklung neuer Prozesse auf eigene Kosten sowie Produktentwicklungen im Bereich der nicht-peptidischen Generika.


722 Vollzeitstellen
Im Geschäftsjahr 2008 hat Bachem den Personalbestand um 65 auf 722 Vollzeitstellen erhöht.


Hohe Kapazitätsauslastung in der Schweiz
Bachem geht davon aus, dass sich die Umsatzentwicklung im laufenden Jahr wieder beschleunigen wird, trotz der schwierigeren Situation in den USA. Das Unternehmen begründet seine Zuversicht mit der Dynamik seines Geschäfts, der hohen Kapazitätsauslastung in der Schweiz und einem bei Sochinaz erwarteten Umsatzsprung. Die Prognose von einem mittleren Umsatzwachstum über 5 Jahre zwischen 8% und 12% in lokalen Währungen sowie einer EBIT-Marge zwischen 30% und 35% bleibt unverändert bestehen. (awp/mc/gh/05)

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