Barry Callebaut: Umsatz und Volumen über Erwartungen

Der Gruppen-Umsatz stieg in der Berichtsperiode um 7,9% auf 3’926,4 Mio CHF, in Lokalwährungen waren es 11,7%. Im dritten Quartal allein waren es +15,9% in CHF bzw. +19,4% in Lokalwährungen, wie der weltgrösste Schokoladeproduzent am Mittwoch mitteilte. Gewinnzahlen werden nur zum Halb- und Gesamtjahr veröffentlicht. Die Verkaufsmenge konnte im Neunmonatsvergleich um 8,9% auf 975’044 Tonnen gesteigert werden. Nach dem Anstieg um 8,5% im zweiten Quartal hat sich das Volumen-Wachstum im dritten auf 11,3% beschleunigt. Zum Wachstum trugen alle Regionen bei, wobei Asien-Pazifik (+20,9%) sowie Nord- und Südamerika (+16,8%) den grössten Anstieg erzielten. In Europa waren es dagegen lediglich +5,5%.


Gourmet & Spezialitätenprodukte legen stark zu
Aufgeschlüsselt nach Produktgruppen erreichten die Gourmet & Spezialitätenprodukte eine Volumensteigerung um 20,3%; im Bereich Industrielle Produkte konnte die Verkaufsmenge um 9,6% gesteigert werden. Die Verkaufsmenge bei den Verbraucherprodukten stieg im dritten Quartal leicht an, im neunmonatigen Berichtszeitraum ging die Verkaufsmenge dagegen um 5,0% zurück. Der globale Schokoladenmarkt hat den Angaben zufolge in der Berichtsperiode stagniert, im dritten Quartal (Volumen +3,5% gemäss Nielsen-Zahlen) allerdings zu einer Erholung angesetzt.


Stolzer CEO
CEO Jürgen Steinemann zeigt sich in der Mitteilung stolz auf die erbrachte Leistung und meint: «Wir profitierten von unserer gezielten Expansion in aufstrebende Schokoladenmärkte wie z. B. Osteuropa, China, Mexiko und Brasilien, wo wir im Mai 2010 unsere erste Schokoladenfabrik in Südamerika eröffnet haben.» Ausgehend von einer «soliden Basis» in Westeuropa und Nordamerika sei man jetzt in einer «noch vorteilhafteren Position, um am Wachstumspotenzial der dynamischsten Schokoladenmärkte der Welt zu partizipieren.»


Weiter ungünstige Cocoa-Ratio
Besonders freut sich der Konzernchef über die «ausgezeichnete Entwicklung» des margenstarken Gourmet- und Spezialitätengeschäfts. Für die nächsten Monate erwartet er jedoch eine weiterhin ungünstige Combined Cocoa Ratio (kombinierter Verkaufspreis von Kakaobutter und -pulver im Verhältnis zu Bohnenpreis) sowie negative Währungseffekte. Der CEO gibt sich aber zuversichtlich, dass der Konzern – gestützt auf die Wachstumsstrategie und den anhaltenden Outsourcing-Trend – stärker als der globale Schokoladenmarkt wachsen und die 3-Jahres-Finanzziele erreichen wird. Gemäss diesen strebt das Unternehmen bis 2011/12 ein durchschnittliches jährliches Wachstum der Verkaufsmenge von 6-8% und ein mindestens gleich hohes durchschnittliches EBIT-Wachstum in Lokalwährungen an.


Kakao-Preis dürften weiterhin hoch und volatil bleiben
Beim für BC wichtigsten Rohstoff Kakao erwartet der Konzern ein anhaltend hohes Niveau: «Voraussichtlich bleiben die Preise hoch und volatil», heisst es in der Mitteilung. Der regulierte Zuckerpreis in der EU, aus der BC den grössten Teil seines Zuckers bezieht, werde «voraussichtlich mehr oder weniger unverändert» bleiben. Insgesamt verursachen die zum Teil sehr hohen und volatilen Preise bei den Rohstoffen dem Konzern allerdings kein grösseres Bauchweh: Aufgrund des Geschäftsmodells (Cost-Plus) können die Rohstoffkosten bei etwa 80% der Verkaufsmenge direkt an die Kunden weitergegeben werden.


Aktie legt zu
Der Aktienkurs hat positiv auf die Zahlen reagiert, die BC-Aktie steht um 12.30 Uhr 3,4% höher bei 672 CHF (SPI +0,2%). BC habe ein starkes drittes Quartal vorgelegt und glänze weiterhin mit einem starken Volumenwachstum, war ein Analystenkommentar dazu. (awp/mc/ps/03)

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