BASF-Übernahmepläne für Engelhard – Unternehmen erwartet Gespräche

Das sagte ein BASF-Sprecher am Mittwoch in Ludwigshafen. Die Engelhard-Spitze hat Verhandlungen mit der BASF bislang abgelehnt. Am Dienstagabend kündigte das Unternehmen allerdings an, das Angebot der BASF prüfen zu wollen, um den Aktionären eine entsprechende Empfehlung geben zu können. Den Aktionären wurde geraten, zunächst abzuwarten. Die geplante Übernahme wurde von Analysten unterschiedlich aufgenommen.

Feindliche Übernahme angedroht
Die BASF hatte wegen der Weigerung des Unternehmens am Dienstag eine feindliche Übernahme in Aussicht gestellt: Den Aktionären wurde angeboten, die Aktien mit einer zusätzlichen Prämie für 4,9 Milliarden Dollar (rund 4,2 Mrd Euro) zu übernehmen. Wenn das Geschäft zu Stande kommt, ist es die grösste Übernahme in der Geschichte der BASF. Das Unternehmen will mit dem Kauf des Katalysator- und Pigmentspezialisten zu einem der weltweit führenden Anbieter auf dem dynamisch wachsenden Katalysa tormarkt werden. Die BASF hatte zugleich aber auch darauf hingewiesen, dass Engelhard hinsichtlich der Abwehrmassnahmen für Übernahmeangebote «ein sehr komplexes Szenario» besitze. «Es ist übliche Praxis bei Unternehmen in den USA, sich gegen eine Übernahme zu wappnen», sagte der BASF-Sprecher. «Wir sind aber optimistisch, dass Engelhard das Interesse seiner shareholder sieht und davon keinen Gebrauch macht.» Er bekräftigte, die BASF werde ihr Angebot in einigen Tagen offiziell vorlegen.

Angebot könnte erhöht werden
Nach seinen Angaben ist es das erste Mal, dass sich BASF mit einem Übernahmeangebot direkt an die Aktionäre eines anderen Unternehmens gewendet hat. Die BASF hat auch in Aussicht gestellt, das Angebot pro Aktie um einen Dollar zu erhöhen, wenn sich bei Gesprächen mit der Unternehmensleitung herausstellen sollte, dass dies gerechtfertigt sei. Die etwa 6.500 Mitarbeiter zählende Engelhard Corporation aus Iselin in New Jersey ist einer der weltweit führenden Hersteller von Autokatalysatoren. Das Unternehmen produziert zudem Katalysatoren für chemische Prozesse und Pigmente. In den ersten neun Monaten 2005 kam Engelhard auf einen Umsatz von 3,3 Milliarden Dollar und ein operatives Ergebnis (EBITA) von 318 Millionen Dollar. Der Konzernüberschuss erreichte 181 Millionen Dollar.

Übernahmepläne spalteten die Analystenszene
Die Übernahmepläne spalteten die Analysten in drei Lager. Die Einschätzungen reichten von Verkaufsempfehlungen für die Aktien bis hin zur Begrüssung der Transaktion auf Grund strategischer Vorteile. Positive Stimmen kamen von Goldman Sachs und Morgan Stanley. Die Analysten von Goldman sehen die Chance für BASF, Marktführer in der Branche zu werden. Sollte die Übernahme von Engelhard zu Stande kommen, dürften sich hohe Wachstumschancen ergeben, hiess es bei Morgan Stanley. Andere Analysten hielten es für möglich, dass die Übernahme teurer als geplant ausfällt, falls sie zu Stande kommt. Engelhard bestätigte den Eingang des nicht angeforderten BASF- Angebots am Dienstag nach Börsenschluss. Im Einklang mit seinen treuhänderischen Verpflichtungen werde sich der Verwaltungsrat der Gesellschaft treffen, um den BASF-Vorschlag zu überprüfen und ihn in Erwägung zu ziehen, teilte das Unternehmen mit. Das Engelhard- Aufsichtsgremium wolle den Aktionären in angemessener Zeit eine Empfehlung machen.

(awp/mc/hfu)

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