Bear-Stearns-Chef Cayne tritt laut US-Medien zurück

Der 73-Jährige wolle aber Vorsitzender des Verwaltungsrats bleiben. Nachfolger an der Spitze der Bank solle der Bear-Stearns-Topmanager Alan Schwartz werden, hiess es am Dienstag übereinstimmend in amerikanischen Zeitungen.


Erster Verlust der Geschichte
Die Bank hatte im vierten Quartal wegen der Hypothekenkrise den ersten Verlust ihrer Geschichte erlitten und musste Abschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen. Im Sommer waren zwei Hedge-Fonds von Bear Stearns spektakulär gestrauchelt. Dem langjährigen Konzernchef Cayne wurde Berichten zufolge intern vorgeworfen, seine Pflichten nicht ausreichend erfüllt und sich zu wenig um das Geschäft gekümmert zu haben.


Schwartz seit drei Jahrzehnten bei Bear Stearns
Der wahrscheinliche Nachfolger Schwartz gilt als kluger Verhandler und erfahrener Investmentbanker. Der 57-Jährige arbeitet seit mehr als drei Jahrzehnten für Bear Stearns. Er ist derzeit Vizechef des laufenden Tagesgeschäfts. Die Bank äusserte sich zu den Berichten nicht.


Einer der reichsten Bankchefs der Welt
Cayne wurde 1993 zum Chef von Bear Stearns berufen und führt sie seit 2001 zugleich auch als Verwaltungsratsvorsitzender. Er zählt zu den reichsten Bankchefs der Wall Street. Im vergangenen Jahr hatten auch die US-Banken Citigroup und Merrill Lynch sowie die Schweizer UBS wegen massiver Probleme durch die Kreditkrise Topmanager ausgetauscht. Analysten halten weitere milliardenschwere Belastungen von Bear Stearns durch die Kreditkrise für möglich. An der Börse verlor die Bank im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte ihres Werts. (awp/mc/pg)

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