CH-Ausblick: Gehalten dank Novartis

Ansonsten ist die Nachrichtenlage der Saison entsprechend dünn, weshalb in Marktkreisen von einer weiteren eher unspektakulären Sitzung ausgegangen wird. Die Vorgaben aus den USA sind zwar leicht positiv, gegen Handelsende kamen die Indizes an der Wallstreet indes von den Höchstständen etwas zurück. Belasten könnte die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten zudem die Ratingagentur Moody’s, welche eine weitere Reduktion der Einstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens in Erwägung zieht.


Um 08.20 Uhr steht der vorbörslich von Clariden Leu berechnete SMI 0,01% höher bei 6’546,63 Punkten.


In den USA hatten am Dienstag unerwartet stark gestiegene Detailhandelsumsätze für eine grundsätzlich freundliche Stimmung gesorgt, verbunden mit der Hoffnung auf eine positive Überraschung für die Weihnachtssaison. Etwas gebremst wurden die Aktien später allerdings von den Kommentaren der amerikanischen Notenbank zum erwarteten Entscheid, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Die Konjunkturerholung in den USA sei zu schwach, um die Arbeitslosigkeit zu senken, liess das Fed verlauten. Um die Konjunktur zu stützen, wird deshalb das Kaufprogramm für Staatsanleihen wie Anfang November beschlossen fortgeführt.


Am hiesigen Aktienmarkt ragen Novartis vorbörslich mit einem Plus von 1,0% als einziger Gewinner heraus. Nach langem Ringen ist dem Pharmaunternehmen eine Einigung mit den Alcon-Minderheitsaktionären zur angestrebten Vollübernahme von Alcon gelungen. Novartis bezahlt demnach insgesamt 168 USD je Alcon-Aktie bzw. insgesamt 12,9 Mrd USD für den bisher noch nicht gehaltenen 23%-Anteil an Alcon.


Novartis verspricht sich aus der Fusion Kostensynergien von 300 Mio USD jährlich. Dem stehen gemäss geschätzte Einmalkosten von 570 Mio USD gegenüber. Die Einigung wird in Marktkreisen grundsätzlich positiv beurteilt.


Die übrigen Bluechips verzeichnen allesamt ein Minus zwischen 0,2 und 0,3%. So auch Adecco nach einer Kurszielerhöhung durch Morgan Stanley auf 62 von 59 CHF. Morgan Stanley hat mit der Kurszielanpassung das Rating «Underweight» für Adecco bestätigt. Auch für SGS behält das Institut die Einstufung «Underweight» bei, erhöht aber das Kursziel auf 1’430 von 1’330 CHF.


Für ABB hat ING das Kursziel auf 26 von 24 CHF leicht erhöht bei einer unveränderten «Buy»-Empfehlung. Zwar habe ABB für die drei jüngsten Akquisitionen (Ventyx, ABB India, Baldor) zu viel bezahlt, hiess es dort zur Begründung, das Risiko für die Aktionäre sei aber verkraftbar. Zudem dürften die ABB-Aktien weiter von den Investitionszyklen im Bereich industrielle Automation sowie Versorgung profitieren.


Am breiten Markt geniessen CKW nach leicht über den Erwartungen liegenden Jahreszahlen etwas Aufmerksamkeit. (awp/mc/ps/04)

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