CH-Eröffnung: Etwas schwächer – Gewinnmitnahmen belasten

Die positive Wirkung des am Vortag in den USA angekündigten Programms zum Aufkauf forderungsbesicherter Wertpapiere scheine bereits verpufft zu sein.


Bis um 09.40 Uhr sinkt der SMI um 0,95% respektive 52,23 Stellen auf 5’426,16 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI gibt 0,65% auf 759,10 Stellen und der breite SPI 0,93% auf 4’478,45 Punkte nach.


Die deutlichsten Abschläge bei den Bluechips verbuchen die Versicherungen. Swiss Life verbilligen sich dabei um 3,1% auf 67,85 CHF. Der grösste Schweizer Lebensversicherer informierte vorbörslich über ein Kostensparprogramm und den Abbau von 200 Arbeitsplätzen in der Schweiz. Analysten beurteilen den Schritt in der Tendenz als sinnvoll. Die eingeleiteten Kostensenkungsmassnahmen sollten helfen, die aktuell schwierige Ertragssituation bei der Swiss Life zu mildern und v.a. auch die Ertragskraft in der Zukunft zu verbessern.


Auch ZFS (-2,1% auf 208,50 CHF), Baloise (-1,7% auf 62,95 CHF) und Swiss Re (-2,8% auf 43,30 CHF) stehen schlechter als der Gesamtmarkt.


Im Mittelpunkt stehen aber Basilea (-27,4%) aus dem breiten Markt mit einem spektakulären Einbruch. Der Kooperationspartner von Basilea hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA einen so genannten «Complete Response Letter» für Ceftobiprol erhalten. Die FDA will bestimmte Mängel bei der Überwachung von Studien klären lassen. Analysten gehen nun von einer verzögerten Markteinführung in den USA aus.


Nestlé (-1,5% auf 41,24 CHF) belasten den Gesamtmarkt, wie Roche, welche 2,2% auf 159,50 CHF nachgeben. Novartis (-0,1% auf 53,00 CHF) halte sich dagegen etwas besser, nachdem sich CEO Daniel Vasella gegenüber der Presse für das laufende Jahr besonders zuversichtlich gezeigt hat. «Novartis wird im laufenden Jahr ein Rekordergebnis erzielen», sagte Vasella in einem Interview.


Richemont (-2,1% auf 19,76 CHF) gehören mit zu den grössten Verlieren und leiden unter Gewinnmitnahmen. Swatch geben 0,9% auf 134,80 CHF nach. Auf der Gewinnerseite sind Nobel Biocare (+4,3% auf 18,37 CHF), Clariant (+3,5% auf 7,38 CHF) und OC Oerlikon (+2,1% auf 79,25 CHF) weit oben zu finden. Oerlikon hat den Geschäftsbereich Optics am US-Standort Golden verkauft, ohne einen Verkaufspreis zu nennen.


Die Grossbankaktien setzen die Aufwärtsbewegung des Vortags fort. UBS steigen am Handelstag um 2,3% auf 14,74 CHF, nachdem die Valoren am Vortag bereits 4,6% zugelegt hatten. CS legen 1,2% auf 32,60 CHF zu (Vortag +11,4%). Julius Bär geben dagegen 2,3% auf 37,32 CHF nach (Vortag: +6,4%).


Aus dem breiten Markt stehen zudem Bell (+3,1%) mit der Übernahme der Mehrheit an der deutschen Abraham Gruppe per Anfang 2009 im Blick. Die Integrationsrisiken der gewichtigen Übernahmen im Ausland seien nicht zu unterschätzen, heisst es in einem ersten Analystenkommentar. Das Geschäftsmodell von Bell werde riskanter. Auf der Gewinnerseite ganz oben sind unterdessen Gottex (+7,6%) und LLB (+5,7%) zu finden. (awp/mc/ps/12)

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