CH-Eröffnung: Etwas schwächer – Grosser Verfall im Fokus

Derweil haben sich die Euro-Staaten am Donnerstag am EU-Gipfel in Brüssel für die gemeinsame Währung ausgesprochen. Eine Aufstockung des 750 Mrd EUR schweren Rettungsschirms wurde jedoch nicht angekündigt. Davon unbeindruckt tendiert der Euro zum Schweizer Franken weiterhin auf rekordtiefen Niveaus.


In der Schweiz stehen die Roche-Papiere nach einem negativen Entscheid der US-Gesundheitsbehörde FDA zum Krebsmedikament Avastin im Fokus. Ausserdem dürfte der grosse Verfall an der Terminbörse Eurex für erhöhte Volatilität sorgen, sagten Händler. Insgesamt wird aber mit Blick auf die Weihnachtsferien mit einem ruhigen Geschäft zu Wochenschluss gerechnet.


Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 09.30 Uhr 0,27% auf 6’548,50 Punkte an und der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) fällt um 0,26% auf 1’030,89 Zähler. Der breite Swiss Performance Index (SPI) sinkt um 0,21% auf 5’866,98 Punkte.


Bei den Blue Chips verlieren Roche um 0,5%. Die Papiere waren am Donnerstag gegen Handelsende hin bereits unter Druck gekommen und schlossen 0,9% tiefer. Grund dafür ist der Entscheid der US-Gesundheitsbehörde FDA, dem Krebsmedikament Avastin die Zulassung bei Brustkrebs aufgrund von Sicherheitsbedenken und zu geringer Effizienz zu entziehen. Alle anderen Indikationen – wie etwa Darm-, Nieren- oder Lungenkrebs – bleiben bestehen. Ausserdem wurde Avastin als Brustkrebs-Kombinationstherapie in Europa bestätigt.


Der Entscheid der FDA habe im Wesentlichen den Erwartungen entsprochen, wenngleich es eine leise Enttäuschung sei, schreibt ein Analyst. Roche dürfte allerdings in einem allfälligen Hearing mit der FDA auf den Entscheid zurückkommen. Mit einem positiven Ausgang könnte Avastin für einzelne Patienten-Subgruppen mit Brustkrebs am Markt erhalten bleiben, so ein anderer Experte.


Grössere Verluste sind bei Adecco (-1,4%) zu sehen, aber auch Sonova (1,2%) oder Richemont (-0,8%) geben bei den Zyklikern nach. Sonova leiden unter einer Rückstufung durch die UBS.


Die Grossbankentitel der UBS (-0,9%) und Credit Suisse (-0,4%) stehen ebenfalls unter Druck. Ausserdem geben Versicherer wie Swiss Re (-0,7%), Bâloise (-0,7%) oder Swiss Life (-0,6%) überdurchschnittlich nach.


Transocean (-0,3%) weiten die Abgaben des Vortages (-3,4%) leicht aus. Gestern hatten die USA angekündigt, dass eine Zivilklage gegen BP und andere Unternehmen wegen der Ölpest im Golf von Mexiko eingereicht werde.


Die Schwergewichte Novartis (-0,4%) und Nestlé (+0,1%) tendieren uneinheitlich. Die grössten Gewinne im SMI/SLI gehen auf das Konto von Holcim (+0,9%), gefolgt von Clariant (+0,8%) und SGS (+0,6%).


Im breiten Markt tendieren Dufry (+0,9% auf 128,30 CHF) fester. Morgan Stanley hat das Kursziel auf 165 von zuvor 130 CHF erhöht. Der Reisedetailhändler werde von der zyklischen Erholung als auch vom langfristigen Wachstum in den aufstrebenden Märkten profitieren, hiess es. Weiter können die brasilianischen Depositary Receipts von Dufry künftig einzeln in kleinerer Losgrösse gehandelt werden.


Die Flughafen-Zürich-Aktien steigen um 1,9% auf 379,00 CHF. Die Titel profitieren von einer Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs auf 390 (zuvor: 312) CHF. Myriad gewinnen 2,1%, nachdem die Partnerschaft mit Telefonica auf Brasilien ausgeweitet wurde.


Precious Woods verlieren 3,2%. In den Tagen zuvor konnten die Titel jedoch kräftig zulegen. Kudelski sinken um 2,6%. Die Bank Vontobel reduzierte das Kursziel deutlich. (awp/mc/ss/08)

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