CH-Eröffnung: Fester auf breiter Front – Stimmung bleibt freundlich

Die Vorgaben aus den USA sind zwar leicht negativ, die Erholung der amerikanischen Aktien in der Schlussphase am Freitagabend hat aber für ein positives Börsensentiment in Europa gesorgt. Die Stimmung bleibe vorläufig freundlich, heisst es denn auch in einer Einschätzung der Bank Vontobel. Die Zuversicht der Marktteilnehmer nehme zu, weshalb wieder vermehrt Mittel in Aktienanlagen fliessen würden. Viele Marktteilnehmer sähen allerdings die Erholung der letzten Wochen als klassisches Bärenmarkt-Rally. Allgemein wird am Montag indes mit einem ruhigen Börsengeschehen gerechnet. Von SMI-Unternehmen wird erst am Donnerstag Richemont die Gewinnzahlen 2007/08 vorlegen.


Das Blue Chips Barometer SMI legt bis um 09.25 Uhr 33,65 Punkte bzw. 0,44% auf 7’687,36 Punkte zu. Der 30 Titel umfassende SLI gewinnt 0,38% auf 1’188,87 Punkte, der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,38% auf 6’458,57 Punkte. Die Spitze des SMI wird von ABB (+1,5% auf 34,30 CHF) gebildet. Der Titel erhält von einem Artikel im renommierten amerikanischen Investorenmagazin Barron’s Auftrieb. In dem Bericht nennt Nick Heymann, Analyst bei Sterne Agee, in den kommenden sechs bis zwölf Monaten eine Kursziel von 40 USD, bis Ende 2009 eines von 50 USD je ABB-Aktie. Heymann sieht in ABB den direkten Weg, um an den weltweiten Infrastruktur-Investitionen zu partizipieren.


Weit oben sind auch Nobel Biocare (+1,0% auf 40,84 CHF) und Swatch (+1,2% auf 301 CHF) zu finden. Nobel Biocare hat am Morgen die weltweite Lancierung des neuen Dentalimplantates NobelActive bekanntgegeben, was den Titel etwas stützt. Die Lancierung sei zwar bereits vorangekündigt worden, hiess es in Marktkreisen. Dass das Produkt aber ausgiebig getestet und eigentlich langsam lanciert worden sei, unterstreiche die vorsichtige Haltung des Managements. Dies wird nach früheren negativen Erfahrungen mit Produkteinführungen positive gesehen.


Roche (+0,8% auf 179,40 CHF) folgen nicht weit dahinter, während Novartis (+0,4% auf 54 CHF) etwas schwächer abschneiden als der Gesamtmarkt. Sowohl Roche als auch Novartis haben zum Wochenbeginn wieder positive Studienresultate präsentiert. Fast geschlossen liegen die Finanzwerte am Ende des SMI. CS, Julius Bär und b, der grösste Verlierer vom Freitag, liegen dabei noch knapp in der Gewinnzone. UBS (-0,3% auf 32,06 CHF), Swiss Re (-0,7% auf 80,65 CHF) und Swiss Life (-1,5% auf 304 CHF) gehören zu den insgesamt spärlich gesäten Verlierern. Swiss Life werden von einer Rückstufung durch die UBS auf «Neutral» wegen der schwachen AWD-Zahlen gebremst. Zu UBS gab es wie meist in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche, eher belastende, Artikel in der Wochenendpresse, vor allem zu diversen Rechtsfällen in den USA.


Ein knappes Minus weisen daneben einzig noch Clariant aus sowie aus dem SLI Geberit. Geberit dürften an Gewinnmitnahmen leiden, hatte der Titel doch in den vergangenen drei Wochen stark zugelegt. Im breiten Markt ziehen StarragHeckert nach starken Quartalszahlen um 1,8% an, wogegen Oridion – ebenfalls nach Quartalszahlen – um 6,6% einbüssen. Auch Swissmetal (-2,2%) werden nach Angaben zum ersten Quartal zurückgenommen. Das Unternehmen verzeichnete wegen Lieferengpässen einen Umsatzrückgang sowie einen knappen Reinverlust. Orascom (-4,7%) leiden nach dem starken Börsendebut der vergangenen Woche unter ersten Gewinnmitnahmen. Mit 161 CHF liegt der aktuelle Kurs aber noch immer deutlich über dem Ausgabepreis von 152 CHF. (awp/mc/ps)

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