CH-Eröffnung: Fester – Novartis und Luxustitel gefragt

Die Asienbörsen führten die positive Entwicklung fort. Börsianer verweisen zudem auf die zuletzt wieder etwas nachlassenden Sorgen um Europas Schuldenprobleme. Der Euro erhole sich und der Ölpreis steige, heisst es weiter. Neue Impulse könnten am Nachmittag von den US-Einzelhandelsumsätzen ausgehen sowie vom Michigan-Index für das Verbrauchervertrauen.


Das Blue-Chips-Barometer SMI steigt bis 09.30 Uhr um 0,68% auf 6’419,86 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verbessert sich um 0,63% auf 981,06 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,58% auf 5’630,97 Punkte.


Novartis (+2,2%) stehen an der Indexspitze. Im Handel werden die deutlichen Avancen auf die Zulassungsempfehlung eines vorberatenden Ausschusses der US-Gesundheitsbehörde FDA für das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenia zurückgeführt. Damit könnte Gilenia das erste oral einzunehmende MS-Medikament sein. Die ZKB wertet die Zulassungsempfehlung als einen «grossen Schritt». Sollte die FDA Gilenia im September wirklich zulassen – was erwartet werde – sei ein Umsatzpotenzial von 2 Mrd USD möglich. Konkurrent Roche zeigen sich unterdessen mit unveränderter Tendenz.


Im Blick der Anleger stehen zudem Swiss Re (+1,1%). Das Unternehmen erhöhte zwar die Schätzung für Schäden aus dem Erdbeben in Chile um 130 Mio USD auf nunmehr 630 Mio USD. Nachdem Munich Re bereits am Dienstag die Schadenkalkulation für das Beben angehoben hat, dürfte dies aber bei Swiss Re erwartet und weitgehend eingepreist worden sein, vermutet ein Analyst. Zudem sähen die Zahlen von Swiss Re im Vergleich zu Munich Re gut aus. Munich Re habe die Prognose auf 1 Mrd USD von zuvor 400 Mio USD und somit deutlich stärker erhöht als Konkurrent Swiss Re. Die Aktien der Grossbanken UBS (+1,6%) und CS (+1,2%) können ebenfalls deutlicher als der Gesamtmarkt zulegen.


Die Titel der Luxusgüterbranchen profitieren von Hochstufungen. So steigen Richemont (+0,8%) und Swatch (0,8%) überdurchschnittlich. HSBC erhöht für beide Titel das Rating. Die Einschätzung für den gesamten Luxusgütersektor sei nun positiver, da sich die Fundamentaldaten schneller verbesserten als erwartet, schreiben die Analysten in einer Branchenstudie.


Das Indexschwergewicht Nestlé (-0,2%) bindet den Markt dagegen etwas zurück. Daneben stehen noch Swisscom (-0,6%), Syngenta (-0,7%) und Givaudan (-0,3%) bei den Blue Chips auf der Verliererseite.


In der zweiten Reihe setzen sich Micronas (+5,7%) an die Indexspitze. Hier dürften die Aussagen des Micronas-CEO ihre Wirkung entfalten, zeigte sich doch CEO Matthias Bopp in einem AWP-Interview nach dem Restrukturierungsjahr 2009 zuversichtlich. Die finanziellen Ziele für das 2. Quartal dürften erreicht werden, die Gewinnschwelle sei aber erst für 2011 in Sicht, so Bopp. Weit oben sind zudem Mindset (+3,5%) und WTG (+2,8%) zu finden.


Emmi zeigen sich unverändert. Die Wettbewerbskommission (Weko) hat dem Zusammenschluss von Emmi und Fromalp ohne Vorbehalt zugestimmt. Aryzta (+0,8%) wird bis spätestens 18. Juni 3,31 Millionen eigene Aktien bei privaten Investoren platzieren. Bei einem Preis von 41,50 CHF fliessen dem Unternehmen damit rund 120 Mio USD zu. Diese Privatplatzierung wird vor dem Hintergrund der unlängst angekündigten Akquisition von Fresh Start Bakeries (FSB) für 900 Mio USD durchgeführt. (awp/mc/ps/10)

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