CH-Eröffnung: Fester Wochenbeginn – Richemont nach Zahlen gesucht

Die negativen Vorgaben aus den USA und Japan bremsen die hiesigen Aktien kaum, denn der SMI hat die schwache Performance in New York – begleitet von eher enttäuschenden Daten von JP Morgan – am Freitagnachmittag bereits eingepreist. So findet die Seitwärtsbewegung seit Jahresbeginn und das Pendeln um die Marke von 6’600 Punkten im SMI vorderhand eine Fortsetzung.


Bis um 09.30 Uhr gewinnt das Blue Chips Barometer SMI 0,61% auf 6’615,89 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,51% auf 1’030,40 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,56% auf 5’715,36 Punkte.


Klarer Leader sind derzeit Richemont (+2,2%). Der Luxusgüterkonzern hat zuvor das Trading Statement für das dritte Quartal abgeliefert und dabei die Erwartungen übertroffen. Sowohl der Uhren- als auch der Schmuckbereich haben im dritten Quartal mehr umgesetzt als selbst die grössten Optimisten unter den Analysten prognostiziert haben. Diesen zufolge ist die besser als erwartete Umsatzentwicklung denn auch vor allem auf das Kerngeschäft Uhren und Schmuck zurückzuführen. Geografisch betrachtet seien die Umsätze vor allem in den USA und in Asien ex Japan über den Konsensschätzungen ausgefallen. Das Resultat wurde in Marktkreisen als «glänzend» umschrieben.


Im Sog von Richemont und getragen vom freundlichen Gesamtmarkt ziehen auch Swatch um 1,2% an.


Hauptverantwortlich für den starken Wochenbeginn sind aber Novartis (+1,2%) und Nestlé (+0,8%). Novartis profitieren dabei von einer Aufstufung durch Merrill Lynch auf «Buy» von zuvor «Neutral». Damit werde die starke Pipeline des Unternehmens sowie der langfristige Ausblick reflektiert, hiess es zur Begründung.


Merrill Lynch hat gleichzeitig die «Buy»-Empfehlung für Roche bestätigt und das Kursziel für den Genussschein auf 215 CHF klar erhöht. Dieser verzeichnet derzeit mit einem Plus von 0,2% aber eine unterdurchschnittlich Performance und hat zu Handelsbeginn gar im Minus gelegen. Hier bremse wohl die Nachricht über die Verlängerung der Prüfung des Zulassungsantrags für das Krebsmedikament Tarceva bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) in den USA, hiess es am Markt. Auch wenn dies nicht bedeute, dass das Medikament in dieser Indikation nicht zugelassen werde.


Leicht überdurchschnittliche Avancen verzeichnen noch Sonova (+1,7%) und Nobel Biocare (+1,8%), während sich Finanzwerte wie UBS, ZFS, oder Julius Bär mehr oder weniger mit dem Markt bewegen.


Swiss Re (+0,4%) hinken diesem dagegen etwas hinterher. Der Versicherer hat am Morgen den Abschluss einer US-Einzelleben-Retrozessionstransaktion mit dem Investoren Berkshire Hathaway bekanntgegeben. Swiss Re transferiert so Risiken aus dem US-Einzelleben-Rückversicherungs-Geschäft an Berkshire Hathaway und erhält eine Rückversicherungsprovision von rund 1,3 Mrd CHF. Ausserdem werde durch die Transaktion gleichzeitig Kapital in der Höhe von 0,3 Mrd CHF freigesetzt.


Leichte Verluste erleiden Logitech (-1,3%), Actelion (-0,8%) oder Geberit (-0,4%).


Im breiten Markt erhalten Sulzer (+3,1%) von einer Aufstufung durch die UBS auf «Buy» guten Support und Panalpina (+2,4%) von einer solchen durch HSBC auf «Overweight».


Meyer Burger werden heute zum ersten Mal unter Einrechnung der Übernahme von 3S gehandelt, mit dem gleichen Kürzel wie bisher aber unter einer neuen ISIN-Nummer. Ein Kurs ist bisher aber noch nicht zustande gekommen.


Kaba (1,3%) werden von einem Interview des CEO in der Wochenendpresse etwas gestützt. (awp/mc/ps/10)

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