CH-Eröffnung: Freundlich – defensive Werte belasten

Allerdings richte sich der Blick der Akteure an einem an Unternehmensnachrichten eher armen Tag bereits jetzt schon auf den US-Arbeitsmarktbericht, der um 14.30 Uhr auf der Agenda steht. Nach der gestrigen positiven Überraschung bei den Erstanträgen besteht bei den neuesten US-Arbeitsmarktdaten nun das Potenzial für Enttäuschungen. Daher dürften sich bis dahin die Akteure in Zurückhaltung üben, sagten Börsianer.


Bis um 09.30 Uhr steigt der SMI um 0,17% auf 6’295,53 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) rückt um 0,42% auf 960,41 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,16% auf 5’421,12 Punkte vor.


Die Finanzaktien zeigen sich am Freitag in einem freundlichen Licht. Die Voraussetzung für Banken und Versicherer sei am Berichtstag grundsätzlich positiv, hiess es. Die jüngsten Notenbanksitzungen rund um den Globus hätten klar gemacht, dass der Ausstieg aus der stark expansiven Geldpolitik nicht unmittelbar bevorsteht. Das erhöhe natürlich die Risikobereitschaft.


Die Aktien der Grossbanken UBS (+1,0%) und Credit Suisse (+1,3%) notieren in der Folge mit zum Teil deutlichen Aufschlägen.


Bei den Versicherern rücken Swiss Re um 1,7% vor. Morgan Stanley empfiehlt den Titel neu zum Kauf und nennt ein Kursziel von 60,50 CHF. Ausschlaggebend für die Umstufung sei der schnellere Abbau von Risiken im Legacy-Portefeuille gewesen. Swiss Life steigen um 1,7%. ZFS (-0,5%) hingegen wurden von Merrill Lynch auf «Neutral» gesenkt, was den Titel hinter seine Branchenkollegen zurückfallen lässt.


Deutlich nach unten geht es mit den defensiven Aktien, die unter Unschichtungen der risikobereiten Anleger leiden. Allen voran Nestlé verlieren 0,8% und ziehen den SMI massgeblich nach unten. Die Titel leiden unter der Ergebnisausweis von L’Oreal, der am Vorabend publiziert wurde. Das Unternehmen enttäuschte vor allem mit einem sehr verhaltenen Ausblick. Nestlé hält rund einen Viertel der L’Oreal-Anteile; der Luxusgüter- und Kosmetikkonzern macht damit rund 10% der Marktkapitalisierung von Nestlé aus.


Hinter den Markt sind auch die Pharmawerte Novartis (+0,4) und Roche (-0,3%) gefallen. Aus dem Bild fallen allerdings die Aktien des Biotechnologiekonzerns Actelion, die sich um 3,4% verteuern und sich somit an die SMI-Spitze setzen. Hintergrund ist eine Hochstufung durch Morgan Stanley auf «Equalweight». Der zuständige Analyst sieht bei Actelion ein steigendes Chancen-Risiko-Verhältnis.


Ganz ins Bild der schwachen defensiven Aktien passen hingegen wieder die Abgaben in Swisscom (-0,1%) und Synthes (-0,1%).


Richemont (+1,2%) und Swatch (+0,8%) profitieren etwas von den Zahlen des französischen Luxusgüterkonzern Hermès. Dieser übertraf im dritten Quartal die Erwartungen. Analysten sprechen von einem neuerlichen Lichtblick für die Branche.


Holcim (-0,1%) werden nach Zahlen des Konkurrenten Lafarge verkauft. Der französische Baustoffehersteller hat im dritten Quartal einen stärkeren Umsatzeinbruch verzeichnet als erwartet. Holcim wird am kommenden Mittwoch die Drittquartalszahlen zeigen.


In der zweiten Reihe hat der Werkzeugmaschinenhersteller StarragHeckert (-1,7%) die Zahlen zum dritten Quartal gezeigt. Das Unternehmen verzeichnete einen Auftragsflaute und einen Umsatzrückgang, versprach jedoch, für das Geschäftsjahr 2009 eine Dividende auszuschütten.


Der Energieversorger Alpiq (-3,9%) hat ebenfalls Zahlen vorgelegt, die von Analysten als «solide» bezeichnet wurden. Beobachter verweisen jedoch auf den sehr geringen Streubesitz der Aktie und damit auf die sehr geringe Aussagekraft der Kursbewegung. (awp/mc/pg/11)

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