CH-Eröffnung: Freundlich – Unsicherheiten halten aber an

Ingesamt bleibe die Stimmung an den Aktienmärkten aber nervös, heisst es im Handel. Dies schlage sich in sehr volatilen Kursverläufen nieder, die fundamental kaum nachzuvollziehen seien. Geschürt werde die Schwankungsanfälligkeit von der weithin bestehenden Unsicherheit am Markt, etwa zu den Folgen der Schuldenkrise in Europa auf das Wachstum oder zur Zukunft im europäischen Bankensektor.


Das Blue-Chips-Barometer SMI gewinnt unterdessen bis 09.30 Uhr um 1,12% auf 6’440,02 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) rückt um 1,29% auf 981,61 Punkte vor und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,19% auf 5’656,85 Punkte.


An der Tabellenspitze notieren Swatch (+2,9%) und auch Richemont (+2,2%) können deutlich zulegen. Von Barclays gibt es positive Kommentare zu beiden Werten, die Einstufung «Overweight» wird bestätigt. Mit Adecco (+2,5%), Petroplus (+2,0%) und Clariant (+1,9%) sind weitere Zykliker sehr gefragt.


Freundlich tendieren die Bankenwerte, vor allem CS (+1,7%). Die Grossbank bemüht sich laut «Financial Times» um den Verkauf der letzten Tranche aus dem Kreditportfolio für Gewerbe-Immobilien, die vor der Hypotheken-Krise noch zur Verbriefung vorgesehen war. UBS gewinnen 1,1%, dort wird die Wahrscheinlichkeit für eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) immer unwahrscheinlicher. Julius Bär rücken um 1,7% vor.


Die defensiven Werte tendieren unterdurchschnittlich. Roche notieren nach durchwachsenen Nachrichten bei +1,0%. Der Pharmakonzern hat zum einen die Rekrutierung von Patienten für die Phase-III-Studie MAIN für Avastin (Bevacizumab) bei aggressivem Non-Hodgkin-Lymphom gestoppt. Zum anderen konnte das Unternehmen aber auch mit Entwicklungspartner Galenica aus dem SPI (+2,5%) positive Studienresultate der Phase III bei der Behandlung von Lupus Nephritis vermelden.


Novartis avancieren um 1,4%, nach dem Bekanntwerden von positiven Daten in einer Phase-III-Studie mit Afinitor (Everolimus) bei neuroendokrinen Tumoren (NET). Im Blick dürften die Pharmawerte auch aufgrund des Onkologiekongresses ASCO stehen, welcher am morgigen Freitag beginnt.


Nestlé als weiteres Schwergewicht sind mit +0,5% Schlusslicht. Schwach zeigen sich unter anderem noch Lonza (+0,5%) und Syngenta (+0,6%).


Anpassungen im SMI/SLI dürften in nächster Zeit für Bewegungen bei einzelnen Werten sorgen, dies vor allem wegen der Reaktion indexorientierter Anleger. Transocean (+3,6%) – derzeit noch im breiten Markt – sollen mit Wirkung zum 21. Juni in die Bluechip-Indizes aufgenommen werden, wie die SIX Swiss Exchange bekannt gab. Swiss Life (+0,8%) scheiden dafür aus dem SMI aus und GAM (+1,5%) aus dem SLI.


Bei Transocean steht ansonsten weiterhin die Lage im Golf von Mexiko bzw. der Kampf gegen die Ölpest im Blick. Die Valoren haben seit ihrem Börsendebut in der Schweiz fast die Hälfte an Wert verloren – das Jahreshoch lag im April bei 101,10 CHF und am Mittwoch wurde ein Jahrestief von 54,10 CHF markiert.


OC Oerlikon gewinnen 1,9%. Der Industriekonzern hat über ein hohes Interesse der Publikumsaktionäre an der Kapitalerhöhung informiert. Diese übten 99,6% der Bezugsrechte aus. Vor diesem Hintergrund würden die kreditgebenden Banken Schulden in Höhe von 125 Mio CHF erlassen und im Rahmen einer zweiten Kapitalerhöhung Aktien im Umfang von weiteren 150 Mio CHF gegen Verrechnung von Schulden zeichnen, betonen Analysten.


Bei Sulzer (+2,0%) ist das Kaufangebot für Dowding & Mills über 90% aller Aktien angenommen worden. Kuoni (Aktie +3,5%) will das Angebot in China ausbauen und strebt eine Vollübernahme von Et-china an. (awp/mc/pg/12)

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