CH-Eröffnung: Im Minus – Finanzwerte unter Druck

Händlern zufolge belasten die jüngsten Nachrichten um die Citigroup, deren Chef nach Milliardenabschreibungen infolge der Kreditkrise zurückgetreten ist. Durch diese Entwicklung seien Ängste im Zusammenhang mit der bereits überwunden geglaubten US-Subprimekrise erneut aufgekeimt, hiess es im Handel.


An der SWX Swiss Exchange ist es am Montagmorgen zu technischen Problemen gekommen. Die Börse konnte den verschiedenen Datenübermittlern keine Aktienkurse übermitteln. Das Problem sei allerdings demnächst behoben, sagte ein SWX-Sprecher gegenüber AWP.


Der Montag präsentiert sich aus hiesiger Sicht äusserst nachrichtenarm – weder unternehmens- noch konjunkturseitig gibt es kursbewegende Neuigkeiten. Erst am Dienstag wird der Zahlenreigen mit unter anderem Swiss Re, Ciba, Geberit oder Barry Callebaut seine Fortsetzung finden, am Mittwoch folgen Clariant, Holcim und Swisscom.


Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 10.20 Uhr 40,55 Zähler oder 0,46% auf 8`729,01 Punkte. Der Swiss Leader Index (SLI) verzeichnet ebenfalls Einbussen und gibt 8,38 Punkte oder 0,60% auf 1`346,32 Zähler nach, während der Swiss Performance Index (SPI) um 32,69 Punkte oder 0,46% auf 7`149,69 Zähler sinkt.


Erneut erstarkte Sorgen um die Krise an den Kreditmärkten setzen die Finanzwerten etwas unter Druck. UBS (-2,9% auf 55,05 CHF) und CS (-1,9% auf 71,10 CHF) verbilligen sich deutlich, Julius Bär (-0,4% auf 96,40 CHF) etwas leichter. Im Anschluss an die Publikation der Drittquartalszahlen der Credit Suisse Group hat Bear Stearns die EPS-Schätzungen 2007 und 2008 gesenkt und das Anlagerating auf «Peer Perform» von bisher Outperform zurückgenommen.


Unter den Versicherungsvaloren notieren ZFS (-1,0% auf 331,50 CHF), Baloise (-0,8% auf 122,20 CHF) und Swiss Life (-0,6% auf 468,00 CHF) im Minus. Swiss Re (-1,6% auf 102,30 CHF) verbilligen sich im Vorfeld der Zahlen von morgen. Die Zahlen der internationalen Konkurrentin Münchner Rück sind im dritten Quartal operativ wie erwartet bis leicht besser als von Experten erwartet ausgefallen.


Starke Avancen verzeichnen dagegen Nestlé (+0,7% auf 533,50 CHF) und Roche (+0,6% auf 195,00 CHF). Goldman Sachs hat die Aktien des Pharmakonzerns auf die `Conviction Buy List` genommen. Die Aktien hätten seit dem 11. Oktober rund 10% eingebüsst, was eine attraktive Kaufgelegenheit biete, hiess es dazu.


Addeco (+0,5% auf 70,45 CHF) erholen sich leicht von den am vergangenen Freitag im Anschluss an die Publikation der Drittquartalszahlen erlittenen Verluste.


SLI-Wert Petroplus (+0,8% auf 96,75 CHF) zeigen sich unbeeindruckt von einer Kurszielsenkung durch Merrill Lynch.


Auch für den breiten Markt liegen einige Ratingänderungen vor. Nachdem Burckhardt (Aktie: +0,6%) mit MAN Diesel eine strategische Partnerschaft abgeschlossen hat, haben die Analysten der UBS die Prognosen sowie das Kursziel erhöht. AFG (-3,0%) stehen nach einer Gewinnschätzungrevision durch die ZKB unter Druck. Im Zusammenhang mit der Gewinnwarnung von Zehnder (Aktie: -0,3%), dem Konkurrenten im Heizkörpergeschäft, sowie dem allgemeinen konjunkturellen Umfeld habe die Bank ihre Gewinnschätzungen bei AFG nach unten revidiert, heisst es im Kommentar.


Die Citigroup hat die Abdeckung der Helvetia-Aktien (-0,2%) mit dem Anlagerating «Buy» aufgenommen. Kaba (Aktie: -0,9%) verkauft die kanadische Zinkgiesserei Capitol für 11 Mio CHF an einen privaten Investor. Implenia (Aktie: +0,7%) zeigt sich weiterhin unnachgiebig und lehnt das heute offiziell vorgelegte Übernahmeangebot sowie die Eintragung der Anteile von Laxey, mit Ausnahme der bereits erfolgten Registrierung von 4,9% der Aktien, ab. (awp/mc/ab)

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