CH-Eröffnung: Knapp gehalten – Novartis stützen

Am Nachmittag könnte der US-Konjunktur-Index der Notenbank-Filiale in Philadelphia für etwas Bewegung sorgen, aber auch Daten vom US-Immobilienmarkt und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Viele Anleger würden aber bereits auf den grossen Termin-Börsen-Verfall am Freitag warten und sich deshalb zurückhalten, hiess es im Handel.


Der Swiss Market Index (SMI) erhöht bis um 09.27 Uhr um 0,01% auf 6’560,81 Punkte an und der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) fällt um 0,08% auf 1’033,72 Zähler. Der breite Swiss Performance Index (SPI) sinkt um 0,05% auf 5’870,6 Punkte.


Gewisse Impulse könnten gemäss Beobachtern im Tagesverlauf vom zweitägigen Euro-Krisengipfel ausgehen, welcher heute in Brüssel beginnt. Dabei wird es um einen dauerhaften Mechanismus gehen, der die Refinanzierungsprobleme von Mitgliedern des Euroraums langfristig lösen kann. Laut Händlern stehe nicht weniger als die Glaubwürdigkeit der EU auf dem Spiel.


Petroplus (-2,7%) befinden sich momentan auf dem letzten Platz der Bluechips. Die Titel werden neu von Jefferies mit dem Rating «Hold» und einem Kursziel von 12 CHF aufgenommen. Die ebenfalls im Erdölbusiness tätigen Transocean (-1,9%) werden von der Nachricht belastet, dass die USA eine Klage gegen BP und andere Unternehmen wegen der Ölpest im Golf von Mexiko planen.


Die Versicherer profitieren kaum von einer Branchenstudie der Bank Nomura, in welcher von «Rückenwind» für die Branche gesprochen wird. Demnach profitieren die Assekuranzen von steigenden Zinssätzen, der Einführung des Swiss Solvency Tests (SST) und einem zunehmender Risikoappetit der Anleger. ZFS verlieren 0,5% und Swiss Re 0,1%. ZFS sei für 2011 der Branchenfavorit, schreibt die Bank in einem Kommentar. Bâloise (-0,3%), Nationale Suisse (-0,5%) und Helvetia (-1,3%) geben allesamt ebenfalls etwas nach.


Bei den Bankenwerten notieren CS (-1,1%), UBS (-0,3%) und Julius Bär (+0,3%) uneinheitlich. Nomura hat das Rating für die Papiere der Credit Suisse auf «Neutral» von bisher «Buy» und das Kursziel auf 48 (56) CHF gesenkt. Julius Bär haben am Vortag überdurchschnittlich verloren, wodurch sich etwas Potential nach oben eröffnet. Die Finanztitel litten insgesamt weiterhin unter der Unsicherheit im Zuge der europäischen Schuldenkrise, heisst es von einem Marktbeobachter.


Die bereits am Vortag haussierenden Novartis (+0,6%) bilden auch heute im frühen Handel die Speerspitze im SMI. Weitere Schwergewichte wie Roche (unverändert), Nestlé (+0,3%) und ABB (-0,1%) bewegen sich demgegenüber uneinheitlich.


Lonza (-0,1%) gaben am Morgen eine Lizenzvereinbarung mit dem US-Pharmaunternehmen Stason bekannt. Bei Kühne+Nagel (+0,2% auf 129,90 CHF) erhöht Goldman Sachs das Kursziel auf 144 CHF von bisher 122 CHF.


Im breiten Markt haben EGL sowie Intersport (beide ungehandelt) die Zahlen für das Geschäftsjahr 2009/10 präsentiert. Vor allem EGL konnte wieder erwartet schwarze Zahlen präsentieren, nachdem das Unternehmen ein starkes viertes Quartal verzeichnete.


Des Weiteren hat bei Datacolor (+4,8% auf 440 CHF) heute Werner Dubach ein öffentliches Kaufangebot für alle im Publikum sich befindenden Namenaktien angekündigt. Der gebotene Preis pro Datacolor-Aktie beläuft sich auf 438,40 CHF.


Momentaner Leader sind Precios Woods (+6,8%), aber auch Cytos (+5,1%) gehört zu den Top-Gewinnern. Cytos vermeldete heute, dass die Zusammenarbeit mit den singapurischen Behörden zur Entwicklung eines Grippe-Impfstoffes ausgeweitet werde.


Schlusslicht bilden Micronas (-5,1%), gefolgt von Von Roll (-3,1%) und LifeWatch (-2,8%)  (awp/mc/ps/09)

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