CH-Eröffnung: Nach Anfangseuphorie ins Minus gedreht

Die Anfangseuphorie war jedoch nur von kurzer Dauer und die Indizes glitten ins Minus ab. Nach den kräftigen Käufen zu Handelsbeginn habe die Anleger der Mut wieder verlassen, mutmasste ein Marktbeobachter. rundsätzlich habe sich am negativen Umfeld nichts geändert, sagte ein Händler. Angesichts des weiterhin schwachen Dollars, der Rekordstände beim Ölpreis und der allgemeinen Konjunkturskepsis bleibe die übergeordnete Stimmung daher weiterhin angespannt. ufgrund der mageren Nachrichtenlage und des Feiertages in den USA wird am hiesigen Markt mit einem eher ruhigen Geschäft gerechnet. Allenfalls mit Zahlen in den Fokus rücken dürften die SPI-Unternehmen SHL, PSP und Züblin.


Bis um 09.50 Uhr verliert der Swiss Market Index (SMI) 0,16% oder 13,08 Punkte auf 8`112,34 Zähler. Der Swiss Leader Index (SLI) gibt 0,13% auf 1`226,43 Zähler ab und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,15% auf 6`607,98 Punkte.


Unter den Blue-Chips trennen sich die Anleger am deutlichsten von Nestlé (-1,34% auf 517,00 CHF). Die Valoren dürften im Zusammenhang mit den steigenden Rohstoffpreisen unter Druck stehen, hiess es im Handel. Adecco (-0,83% auf 59,80 CHF) verbilligen sich unter der allgemeinen Konjunkturskepsis ebenfalls sehr stark.


Erneut trennen sich die Anleger auch von den Finanzwerten. Neben der allgemeinen Unsicherheit, ob neue Abschreiber zu erwarten sind, beziehungsweise, ob solche bereits eskomptiert wurden, werden die Assekuranzwerte durch Kurszielsenkungen der Deutschen Bank belastet.


Für die Valoren der ZFS hat die Deutsche Bank das Kursziel auf 410 CHF von bisher 462 CHF reduziert. Das Kursziel für Bâloise senkt die Bank auf 114 CHF (139 CHF), jenes für Swiss Life auf 295 (325) CHF. Die Anlageratings hat die Deutsche Bank dagegen für alle drei Werte bestätigt. Bâloise (-0,8% auf 105,10 CHF) und Swiss Re (-0,7% auf 80,40 CHF) verbilligen sich am deutlichsten, ZFS (-0,4% auf 294,75 CHF) etwas moderater. Swiss Life notieren mit 0,1% auf 295,50 CHF leicht im Plus.


Unter den Banken verlieren Julius Bär (-0,8% auf 84,40 CHF) und Credit Suisse (-0,3% auf 62,10 CHF), während UBS um 0,2% auf 48,28 CHF zulegen.


Mit den grössten Avancen fallen die Pharmaschwergewichte auf. Roche, die am Vortag als einziger Blue-Chip mit Gewinnen aus dem Handel gingen, notieren 1,1% auf 204,00 CHF höher. Novartis rücken 1,0% auf 58,65 CHF vor. Gewinne gibt es auch noch für Syngenta (+0,4% auf 251,75).


Am breiten Markt notieren Züblin nach Zahlen unverändert. Der Immobilienkonzern hatte mit den vorgelegten Halbjahreszahlen die Erwartungen nicht ganz getroffen. Auch die Neunmonatszahlen der Branchenkollegin PSP wurden den Konsens-Schätzungen nicht gerecht; die Aktien verlieren 1,0%.


Auch SHL (-0,2%) stehen nach Zahlen unter Druck. Die an der Schweizer Börse kotierte israelische Telemedizinfirma hat im dritten Quartal 2007 bei einem höheren Umsatz einen höheren Verlust ausgewiesen. Micronas (-3,5%) werden dagegen durch eine Kurszielsenkung durch Goldman Sachs belastet. Zulegen können dagegen Bucher (+2,9%); der Titel dürfte vom Rekordergebnis des amerikanischen Traktorherstellers John Deere profitieren.


Die Winterthur Technologie (+1,6%) notieren ebenfalls höher. Der Konzern hatte gestern nachbörslich zum Ende des dritten Quartals von einem um 46% höheren Auftragsbestand gegenüber Jahresbeginn berichtet. Der starke Auftragsbestand werde den angesagten Kurs der Gruppe für das Geschäftsjahr 2007 sicherstellen, hiess es. (awp/mc/ab)

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