CH-Eröffnung: Negativ – Defensive schwach

Die US-Börsen wurden vom Rettungspaket für die Citigroup beflügelt und der Nikkei in Japan holte die Kursgewinne nach einem Feiertag zum Wochenauftakt nach.


Hierzulande stehen keine Unternehmensnews auf der Agenda, jedoch zahlreiche Konjunkturdaten: Für die Schweiz zunächst der UBS-Konsumindikator Oktober, in den USA folgen am Nachmittag die zweite Veröffentlichung des BIP für das dritte Quartal, der Case-Shiller Hauspreisindex September, der FHFA Hauspreisindex September sowie der Index des Verbrauchervertrauens November.


Bis um 09.30 Uhr sinkt der SMI um 1,07% respektive 58,26 Stellen auf 5’408,14 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI gibt 0,77% auf 747,82 Stellen und der breite SPI 0,97% auf 4’460,47 Punkte ab.


Swatch stehen mit -3,1% auf 134,40 CHF am Tabellenende im SMI/SLI. Die Weko hat eine Vorabklärung gegen die Swatch-Tochter ETA eröffnet, um mögliche Verstösse bei den jüngsten Preis- und Konditionenanpassungen für Uhrwerke zu überprüfen. Analysten zufolge mehren sich ferner die Anzeichen eines verlangsamten Wachstums in der Uhrenbranche. Richemont verlieren 2,0% auf 18,86 CHF.


Auf Swiss Re (-2,2%) lastet eine Rückstufung durch JP Morgan auf «Underweight» von zuvor «Overweight» bei einem niedrigeren Kursziel von 55 (66) CHF. Als Gründe nennen die Analysten das Engagement im CMBS-Markt, die geringeren Gewinne im Lebensgeschäft sowie die schwächere Position bei der Preisgestaltung im Vergleich zur Konkurrenz. Ausserdem drohten Rückstufungen durch Ratingagenturen, hiess es. Die Bilanz des Rückversicherers sei augenscheinlich aus den Angeln gehoben worden und vielerorts herrsche die Angst vor, dass noch weitere (Kreditvehikel)-Leichen im Keller schlummern, heisst es dazu im Handel.


Auf die Stimmung bei den Assekuranzen drückt auch eine Gewinnwarnung des französischen Versicherungskonzerns Axa, Marktteilnehmer sprechen zudem von Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Avancen. Bâloise verlieren 2,3% auf 63,05 CHF, ZFS 1,4% auf 205,70 CHF und Swiss Life 0,2% auf 68,60 CHF.


Roche notieren 1,4% leichter bei 159,90 CHF. Der Pharmakonzern hat eine definitive Vereinbarung zur Übernahme der Memory Pharmaceuticals unterzeichnet. Die Analysten von Morgan Stanley haben indes das Kursziel für Roche und Novartis (-2,4% auf 54 CHF) gesenkt, stufen beide Valoren aber weiterhin mit «Overweight» ein.


Als weiteres Schwergewicht drücken die defensiven Nestlé mit -1,6% bei 42,06 CHF auf den Index.


ABB (+3,7% auf 13,90 CHF) führen dagegen die Bluechips an, die Valoren profitieren von Aussagen des Verwaltungsratspräsidenten Hubertus von Grünberg. Er zeigt sich in einem Interview zuversichtlich für das kommende Geschäftsjahr. ABB erwarte ein gutes 2009 und sei bis ins Jahr 2010 hinein mit Aufträgen ausgelastet, so von Grünberg. Zudem sehen Analysten bei den Titeln aus technischer Sicht ein Aufwärtspotenzial von rund 20%.


Die Grossbanken verzeichnen nach dem gestrigen Höhenflügen weitere Avancen. UBS gewinnen 0,9% auf 13,90 CHF(Vortag +21,4%), CS gar 2,2% auf 29,54 CHF (Vortag +16,1%). Eine Klage des Chemiekonzerns Huntsman gegen das Institut und die Deutsche Bank im Zusammenhang mit dem ursprünglich geplanten Merger mit Hexion soll im Mai 2009 in Texas verhandelt werden. Auch Julius Bär (+0,6% auf 36,10 CHF) legen zu.


Clariant (Aktie +0,1% auf 7,03 CHF) verkauft die holländische Gesellschaft Dick Peters, einen Hersteller von Wachsadditiven, für 17,5 Mio EUR an die deutsche Altana. Analysten werten die Nachricht als kursneutral.


Im breiten Markt sind BCV (+6,6%) gefragt. Die Bank hat sich neue strategische Ziele und neue Finanzziele gesetzt, Analysten werten den Schritt positiv. Das Institut baue damit auf seine Stärken und reduziere die Risiken im Handel, heisst es.


Meyer Burger rücken 3,5% vor. Das Unternehmen will die geplante Mehrheitsbeteiligung an der französischen EMIX nicht vollziehen. Am Markt wird spekuliert, ob es an finanziellen Mitteln mangelt oder ob sich das Management in der unsicheren Wirtschaftslage auf Kernkompetenzen konzentrieren will. (awp/mc/pg/15)

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