CH-Eröffnung: Schwach – Konjunktursorgen nun auch aus China

Als Grund nannte das Board einen Fehler bei der Berechnung des Indikators. Entsprechend deutlich werden in der Folge zyklische Titel und Finanzwerte zurückgenommen, während defensive Werte deutlich besser abschneiden. Die Tendenz im weiteren Tagesverlauf sei nur schwer vorauszusagen, hiess es im Handel. Depotbereinigungungen zum Semesterultimo könnten aber noch zu stärkeren Bewegungen in verschiedenen Einzelaktien führen, hiess es.


Das Blue-Chips-Barometer SMI sinkt bis um 09.30 Uhr um 0,80% auf 6’260,42 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst derweil um 1,00% auf 956,73 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,01% auf 5’519,99 Zähler ein.


Die am Vortag stark hausierenden Zykliker werden im Lichte der neuen Konjunktursorgen bereits wieder deutlich zurückgenommen. Holcim büssen 1,6% ein, Logitech 1,5%, Adecco 1,8%, und Clariant notieren 1,0% tiefer.


ABB sinken um 1,9%. Das Unternehmen wird offensichtlich in einen Bieterwettstreit um die britische Chloride hineingezogen. Emerson Electric hat ein Gegenangebot für Chloride lanciert und offeriert mit insgesamt 977 Mio GBP rund 15% mehr als ABB dies tat. Das Unternehmen evaluiert nun laut eigenen Angaben seine Optionen. Analysten erwarten nun, dass ABB ihr ursprüngliches Angebot überdenken wird.


Die bewegendste Nachricht des Tages trifft aus dem Jurabogen ein: Der Gründer der Swatch Group, Nicolas Hayek, ist am Vortag im Alter von 82 Jahren gestorben. Händler denken nicht, dass sich nun die Aktionärsstruktur und die Zahl der frei handelbaren Aktien bei Swatch verändern werden. Dies, zumal gemäss Swatch die Kontinuität im Aktionariat, Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung gewährleistet sind.


Die Swatch-Aktien notieren 1,7% tiefer. Die Abgaben dürften aber in erster Linie auf die aus China eintreffenden Konjunkturängste zurückzuführen. Das Reich der Mitte hatte sich zuletzt als der zentrale Motor den Uhrenexporte aus der Schweiz erwiesen. Dementsprechend gehen auch Richemont um 1,9% zurück.


Finanzwerte lassen ebenfalls Federn: Credit Suisse sinken 0,9%, Julius Bär 1,0% und UBS 1,8%.


Die defensiven Schwergewichte stützen den Gesamtmarkt, wobei Novartis (-0,1%) deutlich besser wegkommen als Roche (-0,8%). Letztere leiden nach wie vor unter einer Studienverzögerung beim Hoffnungsträger Taspoglutid, einem wöchentlich injizierbaren Präparat zur Behandlung von Diabetes Typ 2. Neue Wirksamkeitsdaten hätten gezeigt, dass sich der Wettbewerbsvorteil von Taspoglutid gegenüber anderen Präparaten verringert hat, schreiben Analysten.


Nestlé notieren 0,6% tiefer. Der Nahrungsmittelmulti hat am Berichtstag sein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 10 Mrd CHF gestartet.


Transocean sinken mit minus 2,1% deutlich. Auf der einen Seite belastet der am Vortag kommunizierte Zusammenschluss der beiden Mitbewerber Noble Corporation und Frontier Drilling. Während Transocean als Folge der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die Aufträge wegbrechen, formiert sich die Konkurrenz, sagten Beobachtern.


Zudem werden die Bemühungen des Energiekonzerns BP zur Schliessung des Öllecks von der bevorstehenden Hurrikan-Saison erheblich bedroht. Immerhin wird der aktuelle Tropensturm «Alex» vermutlich nicht direkt über das Ölpestgebiet im Golf hinwegziehen.


Es sei aber insgesamt mit einer stärkeren Hurrikansaison als in anderen Jahren zu rechnen, sagten Wissenschaftler. Mit dem Start der windigen Saison im Golf von Mexiko rücken auch wieder Swiss Re (Aktie: -1,0%) in den Fokus der Investoren.


Im breiten Markt stehen aus Anlass des Investorentages Galenica im Fokus der Investoren. Das Unternehmen hat bei dieser Gelegenheit verschiedene gute Studiendaten aus dem Pharmabereich Vifor publiziert, die Aktien rücken um 2,0% vor.


Die Aktien des amerikanischen Biotechnologie-Unternehmens Oxygen Biotherapeutics werden seit heute im Rahmen eines sekundären Listings erstmals an der SIX Swiss Exchange gehandelt. Bisher kam ein Abschluss bei 3,27 CHF das Stück zustande. (awp/mc/ps/10)

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