CH-Eröffnung: Schwächer – Finanzwerte und defensive Titel drücken

New York liefert dagegen trotz Gewinnen kaum Impulse, da der Dow-Jones-Index im Vergleich zum Handelsschluss an den europäischen Börsen nur wenig verändert schloss. Abgaben erfolgen hierzulande in erster Linie in den Finanzwerten, die bereits im asiatischen Geschäft unter Druck geraten sind. Zudem notieren auch im Index stark gewichtete defensive Valoren schwächer. Hingegen überwiegen unter den zyklischen Titeln die Avancen.


Das SMI-Index der Blue Chips sinkt bis um 09.30 Uhr um 0,52% auf 6’162,73 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steht 0,57% tiefer bei 951,77 Punkten; der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert um 0,43% auf 5’312,50 Punkte.


Aus charttechnischer Sicht geben sich die Analysten der Deutschen Bank zurückhaltend. Auch wenn auf Anstiege folgende Konsolidierungen normal seien, sähen bullische Märkte anders aus, heisst es dort. Für weitere Kursgewinne fehle es dem SMI an Begeisterungsfähigkeit. Entsprechend bestehe die Belastung nachgebender Parameter auf Tagesbasis fort. Auch habe das Sentiment eine Zone erreicht, die kaum noch Käufernachschub erwarten lasse.


Petroplus (-4,2% auf 24,84 CHF) werden unter den SMI-/SLI-Titeln mit Abstand am deutlichsten zurück genommen, notieren aber wieder über dem bisherigen Tagestief von 23,74 CHF. Die Titel leiden unter den vorbörslich angekündigten Refinanzierungstransaktionen (Aktienemission, Wandelanleihe etc.). Der Emissionspreis von 16,90 CHF je Aktie liege doch deutlich unter den aktuellen Kursen, so Händler. Zudem werden die Konditionen der Obligationen- und Wandelanleihen als eher teuer für den Emittenten beurteilt.


Auch Richemont (-4,0%) verlieren deutlich. Das Luxusgüter-Unternehmen hat vorbörslich mit einem Trading-Update aufgewartet, wobei der Fünfmonatsumsatz in etwa im Rahmen der Konsensusprognosen ausgefallen ist. Die Abgaben werden von Marktbeobachtern denn auch vor allem auf den vorsichtigen Ausblick zurückgeführt. Swatch (-1,9%) geben sich resistenter.


ABB (+1,5%) hat Brice Koch als Leiter Marketing und Customer Solutions in die Konzernleitung berufen und will dadurch zusätzliches Wachstum in allen Märkten und Regionen erzielen.


Unter den Banktiteln verlieren UBS (-2,0%) überdurchschnittlich. In diesen Titeln würde die Rating-Herabstufung von JPMorgan auf «Neutral» von «Overweight» belasten, so Händler. CS (-0,9%) geben ebenfalls etwas überdurchschnittlich nach. Die Aktien der Bank Julius Bär (+0,4%) profitieren vom Stard des Börsengangs des US-Vermögensverwaltungsgeschäfts. Dazu emittiert die Tochtergesellschaft Artio Global Investors 23,4 Mio A-Aktien.


Die Indexschwergewichte verlieren leicht unterdurchschnittlich:So büssen Roche 0,6% ein, Novartis 0,4% und Nestlé 0,3%.


Actelion (-0,1%) können nicht wesentlich von den Lieferschwierigkeiten eines Mitbewerbers in den USA profitieren. Der mögliche Mehrumsatz des Medikamentes Zavesca sei zu wenig bedeutend, so Marktbeobachter. 2008 setzte Actelion damit nur rund 40 Mio CHF um.


Im breiten Markt fallen Lindt&Sprüngli (PS: +3,7%; N: +2,0%) nach einer Ratingerhöhung auf «Buy» von «Hold» durch die Deutsche Bank durch Gewinne auf. New Venturetec (+7,1%) korrigieren die massiven Abgaben des Vortages, die die Titel im Zuge enttäuschender Phase-III-Testergebnisse ihrer Hauptbeteiligung Osiris erlitten hatten, etwas.


Weiter sorgen Burkhalter (+2,0%) mit dem Halbjahresergebnis und dem Gesamtjahresausblick für Akzente. GNR (+2,0%) hat sich eine Kreditlinie von bis zu 20 Mio CHF gesichert, wobei der Kreditgeber GEM Global Yield Fund dafür GNR-Aktien mit einem Abschlag von 10% erhält. Georg Fischer (+0,4%) baut Kapazitäten bei Agie Charmilles ab. (awp/mc/ps/12) 

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