CH-Eröffnung: SMI zu Jahresende leicht unter Druck – Kaum Impulse

Während die Börse in Tokio nach schwachen Konjunkturdaten im Minus schloss, tendierten weitere wichtige asiatische Märkte leicht im Plus. Am Nachmittag könnten US-Konjunkturdaten das Handelsgeschehen an den internationalen Finanzmärkten beeinflussen.


Viele Marktteilnehmer haben aber ihre Bücher bereits geschlossen. «In solchen Situationen kommen die Kursverläufe oftmals eher zufällig zustande», sagte ein Händler. Für Abgabedruck sorge allenfalls der derzeit starke Franken. Sowohl der Euro als auch der US-Dollar sind zu der Schweizer Währung auf neue Rekordtiefststände gesunken. Dabei rutschte das USD/CHF-Währungspaar erstmals unter die Marke von 0,94; EUR/CHF näherte sich der Marke von 1,24.


Das Blue-Chips-Barometer Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr um 0,19% tiefer bei 6’554,30 Punkten und damit nur unwesentlich höher als der Vorjahresschlusskurs von 6’546 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) verliert am Donnerstag 0,16% auf 1’033,67 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,21% auf 5’881,80 Punkte.


Wichtige Unternehmensnachrichten gibt es praktisch keine. Nur der Warenprüfkonzern SGS (Aktie: +0,3%) meldete am Vorabend den Abschluss der vor zwei Wochen angekündigten Akquisition des Autoinspektions-Geschäfts von FCC (Fomento de Construcciones y Contratas) in Spanien und Argentinien.


Weitere Gewinner bei den Blue Chips sind Syngenta (+0,4%), Adecco (+0,3%) oder Holcim (+0,2%).


Die meisten Titel im SMI/SLI stehen jedoch unter Druck. Am meisten geben Lonza (-1,0%) nach, aber auch Sonova (-0,8%) oder Swisscom (-0,5%) verlieren überdurchschnittlich.


Novartis üben mit minus 0,6% Druck auf den Gesamtmarkt aus. Die weiteren Index-Schwergewichte Nestlé (-0,2%) und Roche (-0,1%) geben weniger deutlich nach.


Bei den Blue Chips stellt sich noch die Frage, wer das Jahr 2010 mit der besten Performance abschliessen kann. Den ersten Platz werden die Aktien der Luxusgüterkonzerne Richemont und Swatch unter sich ausmachen. Derzeit hat Richemont, die um 0,1% verlieren, mit einer Jahresperformance von 61% die Nase vorn. Swatch (derzeit -0,3%) liegen im Vergleich zum Vorjahr mit 60% im Plus.


Auf der Gegenseite sind die Positionen im Jahresranking bezogen. Die letzten drei Plätze im SMI/SLI belegen Nobel Biocare (-49% zum Vorjahr), Petroplus (-34%) und Transocean (-31% verglichen mit dem Börsenstart im April).


Im breiten Markt stehen die Aktien des Chipherstellers Micronas als Jahressieger praktisch fest. Die Titel liegen mit dem aktuellen Kurs (+0,5% auf 10,85 CHF) gegenüber Vorjahr um 175% im Plus. Auf den weiteren Plätzen folgen Walter Meier (aktuell ungehandelt) mit +118% und Lem (unv. auf 600,00 CHF) mit +115%.


Am anderen Ende stehen Santhera (derzeit -2,7) seit Jahresbeginn mit 66% im Minus, LifeWatch (-2,8%) haben um 59% und Global Natural (-1,0%) um 49% nachgegeben. «Gut möglich, dass gewisse Anleger im breiten Markt Windowdressing betreiben», so der Händler. Dabei werden Aktien, die über das Jahr hinweg nicht allzu gut gelaufen sind abgestossen und Aktien mit guter Performance zugekauft.


Der Nahrungsmittelkonzern Hügli (Aktie +1,9%) hat im Zusammenhang mit der im April bekanntgegebenen Neuerungen an der Unternehmensspitze Jean Villot zum neuen VR-Präsident gewählt und Thomas Bodenmann zum neuen CEO ernannt. (awp/mc/ss/12)

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