CH-Eröffnung: Tiefere Kurse – OC Oerlikon und Banken schwach

Die Abschreibungen innerhalb der Branche würden sich fortsetzen, genauso wie die Zahl der Insolvenzen zunehmen werde, heisst es im Handel. Auch der Future auf den US-Leitindex Dow Jones steht deutlich unter dem Niveau zum europäischen Börsenschluss am Montag.


Das frühe Geschäft wird von Unternehmenszahlen bestimmt. Dabei stehen besonders OC Oerlikon und Charles Vögele im Blick. Im breiten Markt sorgt die geplante Übernahme von sia Abrasives durch den Unternehmer Giorgio Behr und dessen BBC Industrie-Holding für Aufmerksamkeit. Von Konjunkturseite gab es indes bereits erste Signale: Der schwache GfK-Indikator könnte laut Händlern auf das Sentiment für Konsumwerte drücken, es folgen der ifo-Geschäftsklimaindex sowie aus den USA Daten zum Immobilienmarkt und zum Verbrauchervertrauen. Nachbörslich dürfte der Kommentar der US-Notenbank auf Interesse stossen.


Das Blue Chips Barometer (SMI) verliert bis um 9.25 Uhr 0,46% oder 32,41 auf 7’030,71 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 0,46% auf 1’048,63 Punkte, der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,43% auf 5’890,35 Zähler.


Unter den 30 Titeln im SMI/SLI geben OC Oerlikon nach den vorgelegten Resultaten 1,1% auf 260,25 CHF ab und rangieren damit auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die Papiere waren zunächst im Plus gestartet, dann jedoch in negatives Terrain gerutscht. Nach der Gewinnwarnung von Mitte August gebe es jedoch insgesamt keine Überraschung, heisst es bei Analysten.


Schlusslicht sind Ciba (-2,2% auf 26,06 CHF). Auch Richemont (-1,0% auf 60,7 CHF) und SGS (-1,1% auf 1’350 CHF) notieren deutlich schwächer.


Auf den Finanztiteln lasten die negativen Vorgaben aus den USA. UBS verlieren 1,0% auf 22,58 CHF, Credit Suisse 0,9% auf 49,44 CHF. Die Grossbank hat von der kanadischen National Bank Financial (NBF) mehr als 80% an der Asset Management Finance Corporation (AMF) erworben und bezahlt dafür rund 384 Mio USD mit neu ausgegebenen Aktien. Damit will das Institut das Engagement im Bereich Alternative Investments stärken.


Swiss Life (-0,6% auf 227 CHF) stehen weiterhin wegen des deutschen Finanzberaters MLP im Fokus. MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg hatte sich gestern erneut gegen die Übernahme seines Unternehmens durch Swiss Life gewehrt. Zudem will der Versicherer am Donnerstag Zahlen vorlegen. Tiefer notieren auch Swiss Re (-0,8% auf 66,40 CHF), ZFS (-0,5% auf 279,25 CHF) sowie Bâloise (-0,1% auf 102,30 CHF) vor den morgigen Zahlen.


Die Index-Schwergewichte stehen etwas besser da: Roche fallen 0,4% auf 180,90 CHF, Novartis 0,3% auf 60,30 CHF und Nestlé 0,3% auf 48,28 CHF.


Im Plus und an der Tabellenspitze stehen Actelion (+0,5% auf 62,70 CHF), Logitech (+0,4% auf 28,60 CHF) und Geberit (+0,3% auf 155,50 CHF).


Im breiten Markt sind sia Abrasives (+11,9%) ins Rampenlicht gerückt. Der Unternehmer Giorgio Behr hat seine Beteiligung an der Schleifmittelherstellerin auf 38% erhöht und ein öffentliches Kaufangebot für die verbleibenden Aktien von sia Abrasives zu je 385 CHF angekündigt.


Nach vorgelegten Geschäftszahlen stehen vor allem Komax (-1,8%) unter Druck. Analysten zeigen sich enttäuscht. Trotz eines starken Auftragseingangs scheine das Unternehmen nicht auf Kurs, das Umsatzziel von 400 Mio CHF bereits in diesem Jahr zu erreichen, heisst es.


Abgaben nach dem Halbjahresausweis müssen Looser (-1,1%) hinnehmen. Auch Charles Vögele (-1,5%) verlieren. Am meisten habe die starke Margenverschlechterung in der Schweiz überrascht, schreiben Analysten.


Aufschläge gibt es dagegen bei Lindt & Sprüngli (N +1,4%; PS +0,4%), Victoria-Jungfrau Collection (+0,6%), Swiss Prime Site (+0,6%) und Huber + Suhner (+1,1%). Letztere profitieren vom guten Analysten-Feedback: Das Unternehmen habe ein gutes Resultat abgeliefert und mit einer stabilen Entwicklung überzeugt. (awp/mc/pg/20)

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