CH-Mittag: Weiter in der Verlustzone – Finanzwerte unter Druck

Die Entwicklung bei der US-Bank habe Ängsten und Spekulationen im Zusammenhang mit der bereits überwunden geglaubten US-Subprimekrise erneut Auftrieb verliehen. Es dürften noch nicht alle schlechten Nachrichten draussen sein, meinte ein Händler.


Entsprechend stehen die Finanzwerte unter Druck, allen voran die Grossbanken. Grössere Kursabschläge des Gesamtmarktes werden durch die Schwergewichte Nestlé und Roche vermieden.


Der Bluechips-Index (SMI) verliert bis um 12.00 Uhr 57,76 Zähler oder 0,66% auf 8’712,63 Punkte. Der Swiss Leader Index (SLI) gibt 10,80 Punkte oder 0,80% auf 1’343,44 Zähler nach und der Swiss Performance Index verzeichnet einen Verlust von 45,83 Zählern oder 0,6% auf 7’136,55 Punkte.


Erneut erstarkte Sorgen um die Krise an den Kreditmärkten setzen die Finanzwerten massiv unter Druck. UBS (-3,7% auf 54,60 CHF) und CS (-3,0% auf 70,30 CHF) verbilligen sich deutlich, Julius Bär (-0,9% auf 95,90 CHF) etwas leichter. Im Anschluss an die Publikation der Drittquartalszahlen der Credit Suisse hat Bear Stearns die EPS-Schätzungen gesenkt und das Anlagerating auf «Peer Perform» von bisher Outperform zurückgenommen. Für UBS hat Helvea das Kursziel gesenkt, da das Aktienresearch bei der Bank im vierten Quartal mit weiteren Abschreibungen in Milliardenhöhe rechnet.


Auch die Versicherungsvaloren sehen Abschläge. Swiss Re (-2,1% auf 101,80 CHF) verbilligen sich im Vorfeld der Zahlen von morgen. Der Quartalsausweis der internationalen Konkurrentin Münchner Rück sind im dritten Quartal operativ wie erwartet bis leicht besser als von Experten erwartet ausgefallen. ZFS (-1,3% auf 330,75 CHF) und Swiss Life (-1,0% auf 310,00 CHF) notieren deutlich im Minus, Baloise (-0,2% auf 123,00 CHF) etwas leichter.


Richemont (-1,4% auf 77,95 CHF) und Swatch (-1,2% auf 358,00 CHF) werden ebenfalls verkauft. Société Générale hat am Freitag das Kursziel und Anlagerating für die Aktien beider Luxusgüterhersteller reduziert. Addeco (-0,5% auf 69,75 CHF) werden nach einer Kurszielsenkung durch UBS verkauft.


Unterstützung erhält der SMI dagegen durch die starken Avancen in Nestlé (+0,8% auf 534,00 CHF) und Roche (+0,8% auf 196,00 CHF). Goldman Sachs hat die Aktien des Pharmakonzerns auf die ‹Conviction Buy List› genommen. Die Aktien hätten seit dem 11. Oktober rund 10% eingebüsst, was eine attraktive Kaufgelegenheit biete, hiess es dazu.


Kursaufschläge gibt es noch für ABB (+0,8% auf 35,48 CHF), ohne dass fundamentale Neuigkeiten dazu vorhanden sind.


Im SLI sehen einzig Petroplus (+1,8% auf 97,70 CHF) höhere Notierungen und zeigen sich damit unbeeindruckt durch eine Kurszielsenkung seitens Merill Lynch. Auf der anderen Seite des Tableaus finden sich Geberit (-2,1% auf 150,50 CHF) und Actelion (-1,5% auf 55,10 CHF).


Auch für den breiten Markt liegen einige Ratingänderungen vor. Nachdem Burckhardt Compression (Aktie: +0,4%) mit MAN Diesel eine strategische Partnerschaft abgeschlossen hat, haben die Analysten der UBS die Prognosen sowie das Kursziel erhöht.


AFG (-3,8%) stehen nach einer Gewinnschätzungrevision durch die ZKB unter Druck. Im Zusammenhang mit der Gewinnwarnung von Zehnder (Aktie: -0,2%), einem Konkurrenten im Heizkörpergeschäft, von letzter Woche sowie dem allgemeinen konjunkturellen Umfeld habe die Bank ihre Gewinnschätzungen bei AFG nach unten revidiert, heisst es im Kommentar.


Die Citigroup hat die Abdeckung der Helvetia-Aktien (-1,2%) mit dem Anlagerating «Buy» aufgenommen.


Kaba (Aktie: -0,3%) verkauft die kanadische Zinkgiesserei Capitol für 11 Mio CHF an einen privaten Investor.


Implenia (Aktie: +0,7%) zeigt sich weiterhin unnachgiebig und lehnt das heute offiziell vorgelegte Übernahmeangebot sowie die Eintragung der Anteile von Laxey, mit Ausnahme der bereits erfolgten Registrierung von 4,9% der Aktien, ab. (awp/mc/gh)

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