CH-Schluss: Dank Rally in den Bankentiteln deutliches Plus

An der Spitze mit Avancen von 5-6% standen die beiden Grossbanken, die nach der gestrigen Finanzspritze für die Citigroup aus Abu Dhabi von Deckungskäufen im grösseren Stil profitierten.


Händler führten daneben aber auch den wieder stärkeren Dollar als Kaufargument für viele Schweizer Aktien ins Feld, zudem sei der Ölpreis am Nachmittag deutlich gesunken, was ebenfalls positive Impulse freigesetzt habe. Eine technische Korrektur nach oben habe sich nach den schwachen letzten Wochen eigentlich abgezeichnet, hiess es im Handel. Ob dies allerdings die Wende bzw. bereits das Ende der Finanzkrise ist, bezweifeln die meisten Marktteilnehmer. Die Finanzkrise könnte jederzeit wieder auf die Stimmung schlagen, meinte jedenfalls ein Experte.


Bis zum Schluss gewann der Swiss Market Index (SMI) 219,72 Punkte oder 2,61% auf 8’650,82 Punkte. Der wichtigste Schweizer Aktienindex hat damit seit dem Tiefpunkt vor einer Woche bereits wieder über 7% zugelegt, das Minus für dieses Jahr hat sich damit auf 1,5% verringert. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) stieg am Mittwoch gar um 2,98% auf 1’297,27 Punkte, der Swiss Performance Index um 2,56% auf 7’001,82 Punkte.


Die Titel der Banken standen ganz oben auf der Gewinnerliste: allen voran die UBS-Titel mit einem Plus von +6,7% auf 54,55 CHF, aber auch Julius Bär und Credit Suisse lagen mit +5,7% auf 92,80 CHF bzw. +4,7% auf 66,40 CHF nur knapp zurück. Eine Mischung aus den Marktgerüchten um die UBS und die Finanzspritze für die Citigroup stützten die von der Hypothekarkrise geschundene Branche, hiess es bei Marktbeobachtern.


Bei der UBS sorgt die Spekulation um den Einstieg von chinesischen Investoren erneut für Fantasie. Bereits Ende der vergangenen Woche hatte es geheissen, chinesische Konkurrenz habe Interesse an einer Beteiligung an der UBS bekundet. Profitiert haben die UBS-Titel aber auch von einer Höherstufung durch die Analysten der Konkurrenz CS. Insgesamt sei der von der Subprime-Krise verursachte Druck auf die Bankentitel jedenfalls etwas gewichen, sagte ein Marktteilnehmer. Schlechte Nachrichten (heute etwa Wells Fargo) würden sich nicht mehr zwingend negativ auswirken.


Eine sehr gute Performance gelang auch den Versicherungstiteln. Swiss Life gewannen 3,3% auf 310,50 CHF, Swiss Re 3,2% auf 82,50 CHF und ZFS 3,1% auf 323,00 CHF. Letztere profitierten von einer Höherstufung durch Goldman Sachs; das gleiche Institut senkte das Rating für die Aktien von Bâloise, so dass diese zweitschlechtester SMI-Wert waren (+0,9% auf 212,50 CHF).


Neben den Finanztiteln profitieren aber auch Industrietitel, die zuletzt wegen der aufgekommenen Rezessionssorgen unter Druck gestanden hatten; so etwa ABB mit einem Plus von 6,3% auf 31,62 CHF. Syngenta gewannen 3,9% auf 267,50 CHF; Marktteilnehmern zufolge haben sich deren Manager vom hohen Ölpreis wenig besorgt gezeigt. Auch die Aktien der Uhren- und Luxusgüterkonzerne Swatch (+3,4% auf 306,25 CHF) und Richemont (+3,9% auf 75,50 CHF) waren sehr gesucht.


Wie meist bei guter Stimmung konnten die defensiven Titel nicht ganz mithalten. So waren Roche am Schluss der SMI-Tabelle mit einem Plus von lediglich 0,2% auf 212,50 CHF, aber auch die anderen Schwergewichte Novartis (+0,9% auf 63,25 CHF) und Nestlé (+1,1% auf 546,00 CHF) lagen hinten.


Grösster SLI-Gewinner war OC Oerlikon mit einem Plus von 7,6% auf 512 CHF, ohne dass allerdings fundamentale News vorhanden gewesen wären.


Im breiten Markt gehörten Sulzer (+7,8%) zu den grössten Gewinner. Hier gab es Gerüchte, der Grossaktionär Renova (Vekselberg) habe seinen Anteil nochmals etwas aufgestockt. Stark waren aber auch SEZ (+9,0%), Galenica (+6,1%) oder Sonova (+5,6%). Helvetia (+4,8%) profitierten von Gerüchten eines Einstiegs der Münchner Rück. Letztere wollte die Gerüchte allerdings nicht kommentieren. (awp/mc/pg)

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