CH-Schluss: Deutlich nach oben – Finanzaktien ziehen

Börsenrelevante Nachrichten waren am Berichtstag praktisch keine umgegangen, laut einem Marktteilnehmer hatte der Kursverlauf entsprechend etwas Zufälliges. «Klar hatten wir heute nach den gestrigen Abgaben wieder eine Erholung, morgen kann das aber schon wieder ganz anders aussehen.»


Auf die besser als erwartet ausgefallenen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe reagierte der Markt am Nachmittag mit Aufschlägen, während die stärker als prognostiziert gefallenen Verkäufe bestehender Häuser für etwas Abgabedruck sorgten. Im späten Handel litt der SMI zudem etwas unter dem schwächelnden Dow Jones Index.


Der Swiss Market Index (SMI) notierte beim Schlussgong um 17.30 Uhr 334,84 Punkte oder 4,55% höher auf 7’690,97 Zählern. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) kletterte 4,83% auf 1’168,87 Punkte und der breitere Swiss Performance Index (SPI) gewann 4,26% auf 6’226,52 Stellen.


Von den Bluechips bevorzugten die Anleger die Finanzwerte, die massiv zulegten. Bei den Banken kamen Tagessieger Credit Suisse 9,3% auf 59,60 CHF voran und UBS stiegen 8,1% auf 47,30 CHF. Etwas abgeschlagen schlossen Julius Bär 4,2% höher auf 73,90 CHF.


Die Rückversicherungswerte von Swiss Re (+9,0% auf 83,30 CHF) setzten ihren am Vortag nach dem Einstieg von Warren Buffet begonnenen Höhenflug fort. Aber auch die übrigen Versicherer ZFS (+7,9% auf 308,00 CHF), Bâloise (+7,3% auf 97,10 CHF) und Swiss Life (+7,1% auf 261,50 CHF) wurden gekauft.


Gemäss Marktteilnehmern profitierte die Assekuranz von der Aussicht auf eine Rettungsaktion für die mit grossen Finanzproblemen kämpfenden US-Anleiheversicherer. Der Chefaufseher der New Yorker Versicherungsaufsicht habe bei einem Treffen mit Bank-Managern über eine Kapitalspritze für die Spezialversicherer von bis zu 15 Mrd USD gesprochen, hiess es in Medienberichten.


Gefragt waren daneben die Zykliker ABB (+8,3% auf 26,40 CHF) und Adecco (+7,1% auf 55,30 CHF) nach einer Ratinganhebungen bzw. -bestätigung. ABB bleibe eine der bevorzugten Aktien, hiess es bei der Credit Suisse. Die Luxusgüterwerte Richemont konnten trotz zahlreichen Kurszielsenkungen 5,8% auf 61,70 CHF zulegen.


Einen schwachen Kursverlauf zeigten dagegen Novartis, die 0,6% auf 56,00 CHF anstiegen, zwischenzeitlich aber in die Verlustzone gefallen waren. Mit Roche (+2,1% auf 194,60 CHF) und Nestlé (+3,1% auf 472 CHF) notierten auch die anderen defensiven Schwergewichte in der unteren Hälfte des SMI-Tableaus. Schwächster Wert waren zum Schluss Synthes (+0,1% auf 134,40 CHF).


Von den SLI-Werten gewannen OC Oerlikon 4,1% auf 390,00 CHF, nachdem sich CEO Uwe Krüger in der Presse zuversichtlich zur Auftragslage geäussert hatte.


Am breiten Markt schlossen Georg Fischer nach einer Gewinnwarnung sehr schwach (-8,1%). Der Backwarenhersteller Hiestand (-0,2%) hatte vorbörslich Umsatzzahlen für 2007 vorgelegt, die Aktien rutschen nach einem freundlichen Beginn etwas ins Minus, wo sie verharrten.


Klar schwächer gingen auch Dottikon ES (-10,9%), Swiss Small Cap (-6,9%) oder Newron (-4,1%) aus dem Rennen, während Atel (+14,3%), Meyer Burger (+15,1%) oder Micronas (+11,4%) fester schlossen. (awp/mc/gh)

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