CH-Schluss: Erneut markanter Rückgang

Nach einer negativen Eröffnung in noch einigermassen `normalen` Bahnen ist der SMI bis am frühen Nachmittag um rund 170 Punkte unter die wichtige Marke bei 8`600 auf das neue Jahrestief von 8`513 Punkten gerutscht, ehe am Nachmittag wieder eine leichte Erholung einsetzte.

Die Börsen in den USA boten dabei bedingt Unterstützung. Zwar eröffnete Wallstreet ebenfalls in der negativen Zone, die Verluste waren zumindest zu Beginn aber doch einiges moderater als hierzulande. Wie schon während der ganzen Woche standen auch am Freitag die Unsicherheiten um die Krise an den Kredit- und Hypothekarmärkten bei der Begründung für die nervöse Stimmung im Vordergrund.


Das Blue Chips Barometer SMI verlor 239,8 Punkte bzw. 2,72% auf den Stand von 8`565,52 Zählern, im Wochenvergleich ergab sich ein Minus von 1,2%. Der 30 Titel umfassende SLI büsste 2,79% auf 1`305,55 Zähler ein, der breiter gefasste SPI 201,6 Punkte oder 2,80% auf 7`000,24 Punkte.


Mit zu den grössten Verlierern gehörten Adecco (-3,2% auf 79,50 CHF) im Anschluss an die Halbjahreszahlen. Die Kommentare der Analysten zu den Zahlen waren allerdings nicht unbedingt negativ: Zwar wurde der etwas enttäuschende Umsatz bemängelt, doch wurden auch die Anstrengungen zur Steigerung der Profitabilität goutiert.


ABB gingen mit einem Minus von 4,8% auf 26,65 CHF aus dem Rennen. Der Titel ist schon seit einigen Tagen anfällig auf grössere Schwankungen, sowohl nach oben als auch nach unten.


Ähnlich ausgeprägt ist derzeit der Handelsverlauf der Banken, so verloren Julius Bär (-5,5% auf 75 CHF) als absoluter Underperformer, CS (-3,3% auf 80,85 CHF) und UBS (-2,8% auf 65,35 CHF) erneut überdurchschnittlich.


Für zusätzliche Belastung sorgten Nestlé, welche in der Schlussauktion noch rasant auf ein Minus von 3,8% auf 443,50 CHF abrutschten und so den Gesamtmarkt noch mehr belasteten.


Verluste von über 3% erlitten zudem Holcim (120,20 CHF), Synthes (139,9 CHF) und Swiss Life (272,50 CHF). Die Tochtergesellschaft von Swiss Life, die Banca del Gottardo, hatte am Morgen zwar gute Halbjahreszahlen vorgelegt. Auf Grund von Mitarbeiterabgängen kam es jedoch zu einem Netto-Neugeldabfluss. Die Abgaben von Swiss Life sind allerdings eher im Zusammenhang mit der schwachen Börsenstimmung zu sehen.


Am besten hielten sich noch Swatch I (-0,2% auf 340,25 CHF), Syngenta (-0,2% auf 224,50 CHF) und Nobel Biocare (-0,6% auf 338 CHF). Nobel Biocare musste allerdings in den Tagen zuvor schon massiv Federn lassen. Novartis (-1,6% auf 64,95 CHF) bauten die Verluste erste gegen Handelsende noch deutlicher aus.


Aus dem SLI fielen Petroplus nach Halbjahreszahlen um 7,3% auf 104,30 CHF zurück. Die Reaktionen am Markt aufn das Ergebnis fielen gemischt aus. Enttäuschung über die ausgewiesenen Zahlen und Optimismus angesichts des Zukunftspotentials des Unternehmens hielten sich in etwa die Wage, was sich allerdings im Aktienkurs nicht niederschlug.


Oerlikon (-11,7% auf 364 CHF) befinden sich seit Tagen im freien Fall, daran konnte auch das Wochenende nichts ändern, ebenso wenig das vor zwei Tagen angekündigte Aktienrückkaufprogramm.


Am breiten Markt haben verschiedene Unternehmen Zahlen präsentiert: Sika verlieren im Anschluss daran 3,8%, Phoenix Mecano 2,9%, Valartis 4,2% und Also 1,2%.Von Roll brachen vor der ausserordentlichen GV um die Anträge des Grossaktionärs Von Finck um 9,2% ein. (awp/mc/ab)

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