CH-Schluss: Gewinne beinahe preisgegeben – Defensive Titel verlieren

Am Morgen hatte der SMI noch über 6400 Punkten eröffnet. Nachdem die US-Börsen nach Anfangsgewinnen etwas unter Druck gerieten und nur noch ein leichtes Plus resultierte, sank der Index der Schweizer Blue Chips am späteren Nachmittag deutlich unter die von Händlern als Widerstandslinie bezeichneten Marke.


Der SMI gewann bis zum Schluss gerade noch 0,09% auf 6’374,70 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) lag um 0,31% auf 975,26 Zähler und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,14% auf 5’493,31 Punkte höher als am Vortag.


Eindeutige Tagesgewinner unter den Bluechips waren am Mittwoch Swiss Life (+6,2%). Der Lebensversicherer hatte über im dritten Quartal steigende Prämieneinnahmen, operative Verbesserungen, eine steigende Solvabilitätsquote und ein absehbares Ende der Restrukturierungen bei der deutschen Tochtergesellschaft AWD berichtet. Marktbeobachter billigten Swiss Life Fortschritte auf allen Ebenen zu.


Auch Holcim (+3,7%) zeigten sich nach Quartalszahlen am Schluss des Tages als klarer Gewinner, auch wenn die Aktie zum Schluss klar unter den Tageshöchstständen schloss. Der Zementkonzern hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres zwar weiter unter der Rezession gelitten, das Ergebnis wird von Analystenseite aber als solide gewertet. Bezüglich Positionierung, Bilanzqualität als auch Gewinnfortschritte übertreffe Holcim die Konkurrenz, kommentierte etwa die ZKB.


Logitech (+0,7%) schlossen klar ebenfalls klar unter den Tageshochstständen. Das Unternehmen hatte am Vormittag bekanntgegeben, die amerikanische LifeSize Communications für 405 Mio USD zu übernehmen. Mit dem Zukauf rüste sich Logitech für den zukunftsweisenden Markt der HD-Technologie und Videokonferenz-Lösungen und baue seine Stellung aus, kommentierten Beobachter. Am Nachmittag bestätigte der Hersteller von Computerzubehör in New York seinen Ausblick für das laufende dritte Quartal.


Freundlich aufgenommen wurden die Quartalszahlen der Swisscom; die Valoren schlossen um 0,9% höher als am Vortag. Auf den Stufen EBITDA, EBIT und Reingewinn vor Minderheiten hatte der Telekommunikationskonzern teilweise die Erwartungen der Analysten übertroffen. Clariant (+1,8%) konnten einmal mehr von einer positiven Studie von Merrill Lynch zum europäischen Chemiesektor profitieren.


Gefragt waren neben Swiss Life auch weitere Finanzwerte, nachdem gute Quartalszahlen von Crédit Agricole und ING auch an den europäischen Aktienmärkten für eine gute Stimmung für Banken- und Versicherungstitel gesorgt hatten. Bei den Schweizer Blue Chips konnten etwa Swiss Re (+2,4%), UBS (+1,5%) oder ZFS (+1,4%) deutlich zulegen. Dagegen schlossen Julius Baer (-0,7%) im Minus.


Wenig Interesse zeigten die Anleger dagegen an den defensiven Werten. Die Schwergewichte Roche (-0,2%), Novartis (-0,5%) und Nestlé (-0,4) beschlossen den Handelstag im Minus.


Die eindeutigen Tagesverlierer unter den grossen Titeln waren dagegen SGS (-6,6%). Belastend wirkt der Verkauf von rund 40% der Anteile der Grossaktionärsfamilie von Finck. Dass das Unternehmen seine Guidance für das laufende Jahr bekräftigte, vermochte die Anleger auch nicht mehr umzustimmen.


Am breiten Markt gewannen Dufry 6,7% nach Zahlen. Das dritte Quartal habe eine leichte Verbesserung beim Umsatz gezeigt, im vierten Quartal sei nun mit einer Erholung zu rechnen, heisst es von Analystenseite. SHL Telemedicine (-7,0%) sackten in der Folge der Zahlenpublikation dagegen ab.


Cytos sanken um 1,3%. Das Biotechnologieunternehmen hatte am Vorabend bekannt gegeben, trotz zwiespältiger Studienergebnisse die Entwicklung des Impfstoff-Kandidaten CYT006-AngQb fortzusetzen. (awp/mc/pg/30)

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