CH-Schluss: Gewinne – Rund die Hälfe der Vortagesverluste aufgeholt

Händler sagten, die europäischen Börsen hätten bereits am Montag – vor der Abstimmung im US-Repräsentantenhaus – einiges vorweggenommen, so dass heute die anfänglichen Abgaben sich in Grenzen gehalten hätten.


Stützend wirkten sich die defensiven Werte aus, die an der hiesigen Börse über einiges Gewicht verfügen. Zudem waren auch die die Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen im September und der Index Einkaufsmanager Chicago September besser als erwartet ausgefallen.


Am Ende der heutigen Sitzung legte der SMI um 154,76 Einheiten oder 2,38% auf 6’654,89 Punkte zu und holte damit rund die Hälfte der Abgaben von Vortag wieder auf. Das neue Intraday-Jahrestief, welches kurz nach Eröffnung erreicht wurde, liegt bei 6’343,43 Stellen. Der SLI stieg um 1,86% auf 976,60 Zähler und der breite Gesamtmarkt (SPI) um 2,17% auf 5’563,93 Zähler.


Positiv wirkten sich auf die erneut im Fokus stehenden Finanztitel Aussagen von EZB-Ratsmitglied und Gouverneur der Banque de France Christian Noyer aus. Von Seiten der französischen Banken sei mit keinen dramatischen Überraschungen zu rechnen, da es nicht so viele problematische Papiere in den Büchern gebe wie bei den US-Banken, so Noyer. Zudem sagte EZB-Direktionsmitglied Jose Manuel Gonzales-Paramo, die EZB und die nationalen Regierungen würden handeln, um die Finanzmärkte zu schützen.


Die UBS Aktien legten bis zum Schluss 1,7% auf 18,46 CHF zu und die Valoren der Credit Suisse notierten gar mit einem Plus von 3,5% auf 49,90 CHF. Nicht profitieren konnten hingegen Julius Bär (-0,8% auf 54,40 CHF). Die Papiere notierten bereits den siebten Tag in Folge unter Vortageskurs. Händler wussten sich keinen Reim darauf zu machen. Sie vermuteten aber, dass ein Investor derzeit ein grösseres Paket abbaut. Dabei handle es sich aber keinesfalls um einen panischen sell-off, relativiert ein Händler.


Unter den Versicherern notierten beinahe alle Titel im Plus. Swiss Re (+2,6% auf 60,70 CHF) wurden gar überdurchschnittlich gesucht, während Swiss Life (-0,4% auf 160,90 CHF) im Angebot lagen. Der Rückversicherer dürfte von Analystenaussagen profitiert haben. Das Aktienresearch von JPMorgan wies darauf hin, dass die Probleme bei AIG zu einer grösseren Nachfrage nach Rückversicherungslösungen führen könnten, was zu einem Anstieg der Prämiensätze der Zweitversicherer führen dürfte.


Die drei defensiven SMI-Schwergewichte Nestlé (+3,6% auf 48,20 CHF), Roche (+2,9% auf 174,50 CHF) und Novartis (+1,5% auf 58,55 CHF) dienten den Anlegern als „save Haven“. Händler meinten, es handle sich dabei wie immer in den letzten Wochen vorab um Sektorrotationen. Neues Geld komme kaum in den Markt.


Die grössten Gewinne verzeichneten im SMI/SLI aber Geberit (+4,8% auf 136,40 CHF), die grössten Verluste Petroplus (-2,7% auf 42,30 CHF).


Im breiten Gesamtmarkt gab es wenig kursrelevante Nachrichten. Der Reisekonzern Kuoni (-1,7%) hatte vorbörslich die Übernahme von Australian Tours Management (Umsatz 2007: 21 Mio CHF) bekannt gegeben. Analysten bezeichneten den Kauf als „relativ klein und strategiekonform“, sahen aber hauptsächlich eine Bedeutung für den Geschäftsbereich Destination Management.


Aufschläge verzeichneten Crealogix (+0,7%). Die Softwarefirma hatte den Jahresbericht 2007/08 publiziert. Allerdings war der Verlust und der negative EBIT bereit anlässlich der Gewinnwarnung im August bekannt. Neu rechnet das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr in die Gewinnzone zurückzukehren. (awp/mc/gh/34)

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