CH-Schluss: Leichte Verluste – Nestlé verhindern Schlimmeres

Nach einer zunächst festeren Eröffnung fiel der SMI ins Minus, wo er den ganzen Tag – aber unterschiedlich deutlich – verharrte. Erst im späten Handel stützte die gehaltene Wall Street den hiesigen Markt etwas. Angesichts der Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung sei die Versuchung gross, auch kurzfristige Gewinne mitzunehmen, sagte ein Händler.


Am Nachmittag hatten zahlreiche US-Konjunkturdaten für Impulse gesorgt, vor allem der Anstieg der Verbraucherpreise um 0,3% zum Vormonat und die überraschend deutlich gestiegenen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe standen im Fokus.


Zum Schluss um 17.30 Uhr notierte der SMI 0,43% oder 37,39 Punkte tiefer auf 8’593,65 Punkten. Der gekappte SLI sank um 0,75% auf 1’310,23 Zähler, der SPI ging um 0,50% auf 7’019,01 Stellen zurück.


Der Versicherer ZFS hatte am Morgen Quartalszahlen vorgelegt, die die Erwartungen klar übertrafen. Die dennoch deutlichen Abgaben von 1,4% auf 322,50 CHF wurden im Handel auf Gewinnmitnahmen nach der zuletzt guten Kursentwicklung zurückgeführt. In anderen Versicherern blieben die Verluste teilweise etwas moderater, so sanken Swiss Life nur 0,4% auf 293,00 CHF.


Stärkere Verluste im SMI verhinderten die defensiven Schwergewichte: Nestlé schlossen nach einem kleinen Rallye an Nachmittag 1,2% höher auf 550,50 CHF, Roche gewannen 0,1% auf 200,30 CHF. Der Pharmakonzern hat die US-Zulassung für das Anämie-Medikamente Mircera erhalten, allerdings muss zuerst der hängige Patentstreit mit Amgen geklärt werden. Novartis wanderten dagegen 0,3% auf 59,60 CHF nach Süden.


In Richemont (Aktie -0,3% auf 73,20 CHF), die morgen Freitag Quartalszahlen vorlegen, hielten sich die Anleger ebenfalls mit Verkäufen zurück.


Swisscom, deren italienische Tochter Fastweb die Telecom Italia auf 970 Mio CHF Schadenersatz verklagt hat, notierten bei Börsenschluss 0,7% tiefer auf 413,30 CHF.


UBS-Valoren verloren am Berichtstag 1,1% auf 54,60 CHF. Die Grossbank hatte am Nachmittag frühere Aussagen von CEO Marcel Rohner zur Entwicklung des vierten Quartals wiederholt. Auch CS gaben 0,7% auf 68,60 CHF nach, Julius Bär (-0,2% auf 91,10 CHF notierten dagegen nur knapp leichter.


Wenig Interesse bestand an zyklischen Werten wie ABB (-3,0% auf 31,50 CHF), Holcim (-1,5% auf 123,70 CHF) oder Syngenta (-1,9% auf 266,50 CHF).


Unter den SLI-Valoren bewährten sich Givaudan (+0,7% auf 1’124 CHF) oder Lonza (+0,3% auf 131,40 CHF), während OC Oerlikon (-5,9% auf 587,00 CHF) den ganzen Tag über am Tabellenende tendierten.


Im breiten Markt standen Von Roll nach zuvor deutlich höheren Notierungen zum Schluss 0,6% im Minus. Die Von-Finck-Gruppe hat ihre Beteiligung am Konzern über die Marke von 33% erhöht und ist nun zu einem Übernahmeangebot an alle Aktionäre verpflichtet. Von Roll soll aber ‹mit einer breiten Investorenbasis› an der Börse belassen werden; zudem haben sich die Investoren hinter das Management gestellt.


Invenda wurden trotz hohem Verlust im dritten Quartal um 3,2% höher gehandelt. Klare Verluste zeigten ADB (-9,9%), BioXell (-7,4%) oder Newron (-8,3%), während sich Elma ebenfalls gegen den Trend stellten und 3,9% vorrückten. (awp/mc/gh)

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