CH-Schluss: Mit Schlussrally zum sechsten Gewinntag in Folge

Zu Beginn sei es zu Gewinnmitnahmen gekommen, ohne dass sich dabei die Stimmung verschlechtert habe, hiess es in Händlerkreisen. Die Avancen der vergangenen Tage müssten erst einmal konsolidiert werden. Nachdem aber sowohl der Auftragseingang für langlebige Güter als auch der Verkauf neuerstellter Häuser in den USA überraschend gut ausgefallen waren, kam es zu einer kleinen Schlussrally, mit kräftiger Unterstützung von Nestlé.


Der SMI legte 37,4 Punkte oder 0,43% auf 8`775,9 Punkte zu, im Wochenvergleich ergab sich gar ein Plus von 2,7%. Der SLI zog um 0,44% auf 1`326,17 Punkte an und der SPI um 34,41 Punkte oder 0,48% auf 7`146,9 Punkte.


Mit Abstand an der Spitze des SMI gingen Lonza (+2,9% auf 114,80 CHF) ins Wochenende. Der Titel legte dabei in den letzten zwei Handelsstunden noch markant zu.


Tagesgespräch waren allerdings Valora aus dem breiten Markt, welche nach überraschend vorzeitig publizierten Halbjahreszahlen und einer Gewinnwarnung um -8,5% auf 254,00 CHF absackten. Das Tagestief lag gar bei 239 CHF. Mit den vorgelegten Zahlen hat Valora die Schätzungen der Analysten deutlich verfehlt. Das Ergebnis sei katastrophal, hiess es gar. Verschiedene Institute, darunter Goldman Sachs, haben bereits ihre Einstufungen oder Kursziele für Valora nach unten revidiert.


Im SMI landeten ABB (+1,6% auf 28,30 CHF), Holcim (+1,5% auf 124,50 CHF) und nicht zuletzt Nestlé (+1,9% auf 510 CHF) auf den Plätzen hinter Lonza. ABB profitierten von einem positiven Industrie-Kommentar von JP Morgan und Holcim von weiteren wohlwollenden Einschätzungen nach dem am Vortag präsentierten Glanzresultat. Nestlé schliesslich fuhren den Hauptteil des Gewinns kurz vor Handelsschluss ein und waren als Schwergewicht wesentlich mitverantwortlich für das Plus des Gesamtindex.


Leicht überdurchschnittlich zeigten sich einzig noch Syngenta (+0,8% auf 222,90 CHF) und Swatch N (+0,6% auf 67,40 CHF). CS und UBS wiesen zum Schluss lediglich ganz knapp positive Vorzeichen auf.


Auf der Verlierseite fielen Swisscom (-0,7% auf 417,50 CHF) und Adecco (-0,6% auf 76,80 CHF) etwas ab. Dabei erhielten die Titel gegen Handelsschluss etwas Rückenwind vom nach oben ziehenden Gesamtmarkt und bauten einen Teil der zuvor noch grösseren Verluste wieder ab.


Nebst Novartis (-0,2% auf 63,45 CHF) gaben auch Roche (-0,3% auf 211,20 CHF) etwas an Terrain preis. Zu Roche gab es zwei grundsätzlich positive Nachrichten im Zusammenhang mit Avastin, welche in Markkreisen aber als zu wenig wichtig für grössere Bewegungen des Genussscheins bezeichnet wurden.


Im breiten Markt fielen neben Valora auch Schlatter (-5,4%) mit einem markanten Minus auf. Speziell war dabei die grosse Volatilität des Titels im Vorfeld der Halbjahreszahlen vom kommenden Donnerstag. Im frühen Geschäft standen Schlatter zeitweise knapp 10% im Plus und wiesen auch am späteren Nachmittag ein Plus von über 5% auf.


Kudelski (-1,6%) fielen nach den Halbjahreszahlen zurück. Enttäuscht hatte insbesondere der Reingewinn des Verschlüsselungsspezialisten. (awp/mc/gh)

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