CH-Schluss: Schwächer – Finanztitel unter Druck

Ausserdem richtete sich der Blick der Anleger auch nach China, wo offenbar von chinesischen Banken eine restriktivere Kreditvergabepolitik gefordert wurde.


Die Zahlen grosser US-Banken konnten die Anleger nicht überzeugen. Vielmehr seien nun wieder Sorgen um die finanzielle Gesundheit der Banken in den Vordergrund gerückt, hiess es. In der Schweiz kamen denn auch Finanzaktien und konjunkturabhängige Titel verstärkt unter Abgabedruck. Von den Schwergewichten stützten am Ende nur noch die defensiven Papiere von Nestlé den Markt.


Das Blue Chips Barometer SMI schloss um 0,71% tiefer auf 6’586,53 Punkten (Tageshoch 6’658; Tagestief 6’576). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 1,02% auf 1’020,27 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,66% auf 5’694,09 Zähler.


Bei den Finanzaktien litten im SMI/SLI die Aktien von Bâloise (-3,3%), Julius Bär (-2,3%) oder Swiss Life (-2,1%) am meisten unter der allgemeinen Börsenschwäche. Auch die Grossbankentitel von UBS (-1,7%) und Credit Suisse (-1,8%) gingen mit deutlichen Abgaben aus dem Handel.


Gross waren die Kursverluste bei Zyklikern. So gaben Holcim um 3,0% nach, ABB gingen um 2,5% zurück oder Adecco verloren 1,8%. Bei Petroplus (-4,0%) war die Abwärtsbewegung am stärksten.


Die Luxusgüteraktien der Swatch Group (-1,8%) und Richemont (-2,7%) litten unter Gewinnmitnahmen. Swatch veröffentlichte überraschenderweise am Mittwoch die Umsatzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr und erntete von Analysten viel Lob. Die Titel seien jedoch sehr hoch bewertet und die Anleger hätten ihre Gewinne teilweise realisiert, begründeten Händler die Kursverluste.


Auf der Gewinnerseite behaupteten sich am Tag vor der Ergebnispublikation Logitech (+2,0%) an der Tabellenspitze der Blue Chips. Ausserdem hat BNP Paribas das Rating für Logitech auf «Outperform» erhöht.


Gesucht waren auch Titel aus dem Medtech-Bereich. Sonova legten am Ende um 0,6% zu und Synthes um 0,9%. Händler führten die Nachfrage auf eine mögliches Scheitern der Gesundheitsreform in den USA zurück. Ausserdem hat die Deutsche Bank Sonova zum Kauf empfohlen.


Bei den Schwergewichten legten Nestlé um 0,6% zu. Roche (-0,3%) und Novartis (-0,5%) konnten sich dagegen nicht in der Gewinnzone halten.


Im breiten Markt avancieren Kudelski um 3,4%. Das Technologieunternehmen hat einen langfristigen Vertrag mit dem Satelliten-TV-Betreiber DISH Network unterzeichnet. Komax legten nach einer Ratingerhöhung durch UBS um 2,7% zu. Auch Orascom profitierten von einer Hochstufung der Grossbank und schlossen um 2,6% höher.


Derweil gaben Galenica am Tag nach der Umsatzpublikation um weitere 3% nach. Cheuvreux hatte das Rating auf «Underperform» gesenkt. Die Aktien von Georg Fischer gaben um 4,5% nach. Im Prozess um die Eintragung von Stimmrechten bei Georg Fischer hat Investor Giorgio Behr vor dem Kantonsgericht Schaffhausen einen Vergleich abgelehnt. (awp/mc/pg/32)

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