CH-Schluss: Weitere Abgaben – SNB-Leitzinssatzsenkung verpufft

Sowohl die Banken als auch defensive Schwergewichte verloren stark an Wert. Der Leitindex SMI sank im Tagesverlauf auf ein neues Fünfjahrestief.


Der Aktienmarkt präsentiere sich immer noch extrem volatil, hiess es im Handel. Nach einem guten Start in die Woche mit einem massiv aufgestockten Konjunkturstützungspaket der chinesischen Regierung und einem entsprechenden Versuch, sich von der Wirtschaft der USA und Europa abzukoppeln, seien die Anleger wieder zurückhaltender geworden. Insbesondere der Bankenbereich verunsichere nach wie vor. Vor allem seien sich die Anleger nicht einig, ob das Geschäftsmodell der Citigroup die Finanzkrise überstehen werde, so Marktbeobachter.


Zu Handelsschluss sank der SMI um 3,95% oder 217,96 auf 5’306,10 Punkte (Tagestief: 5’172,84 Zähler). Der SLI ging um 3,96 auf 718,07 Stellen zurück. Der breite Markt verlor, gemessen am SPI, um 3,74% auf 4’373,73 Punkte.


Unter den SMI-/SLI-Werten fielen Petroplus durch Abgaben um 14,8% auf 18,55 CHF auf. Marktbeobachtern zufolge hätten massive Verkäufe ausländischer Anleger die Kurse in den Ölwerten einbrechen lassen. Die Investoren hätten auf den erneut stark rückläufigen Rohölpreis reagiert, der vorübergehend unter der Marke von 50 USD das Fass notierte.


Unter den generell unter Druck leidenden Finanzvaloren fielen Swiss Life durch Abgaben um weitere 10,6% auf 66,70 CHF auf. CS und UBS sanken infolge Risiko-Überlegungen um 9,8% auf 24,90 CHF bzw. 6,4% auf 11,30 CHF. Julius Bär hielten sich als Vermögensverwalter etwas besser (-6,0% auf 36 CHF).


Die konjunktursensitiven OC Oerlikon verloren um 11,7% auf 67,10 CHF, ohne dass Nachrichten dazu vorlagen. Adecco gaben um 6,4% auf 33,46 CHF nach und Holcim um 6,0% auf 43,52 CHF nach. Im baunahen Bereich verloren Geberit um 5,1% auf 98,65 CHF.


Auch defensive Werte wurden zurückgenommen, was heute gezeigt habe, dass mehr oder weniger alles über einen Leisten geschlagen wurde: Roche sanken um 5,9% auf 156,20 CHF; leicht besser weg kamen Nestlé (-4,2% auf 43,12 CHF) und Novartis (-2,1% auf 57,45) CHF.


In Ciba (-0,8% auf 49,52 CHF) wurden phasenweise infolge von Eindeckungen von Hedge-Fonds Preise über dem Übernahmeangebot von 50 CHF je Aktie bezahlt.


Im breiten Markt fielen Uster Technologies durch Einbussen um 25,2% auf. Addex verloren trotz eines indirekten Nachweises für die Wirkungsweise ihres Hauptproduktes ADX10059 durch Novartis am Vortag um 15,9%.


Arpida legten um 5,3% zu, nachdem diese Titel im Zuge einer höchst wahrscheinlichen Verzögerung der US-Zulassung ihres Hauptproduktes, dem Breitband-Antibotikum Iclaprim, in den letzten zwei Tagen massiv unter Druck geraten sind.


Unter die Gewinner einreihen konnten sich hingegen Dottikon ES (+15,6%) und unter anderen Newron (+14,9%). Letztere ist soweit gut finanziert, hat eine erfolgsversprechende Produktpipeline mit Ralfinamide gegen Schmerzen im unteren Rückenbereich und sucht nach Durchführung einer Phase-II/III-Studie nach einem Partner. (awp/mc/pg/33)

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