CH-Verlauf: Auf tieferem Niveau seitwärts – UBS schwach

Nach einem starken Einbruch ganz zu Handelsbeginn, erholten sich die Kurse schon bald wieder etwas und bewegen sich seither seitwärts auf dem tieferem Niveau. Grund für die anfängliche Schwäche waren vor allem die Vorgaben aus den USA, wo die Märkte am Vortag wegen der erneuten Rekordwerte beim Ölpreis deutlich tiefer geschlossen hatten.


Im Fokus stehen heute u.a. noch die Zinsentscheide in Grossbritannien (13h) und der Europäischen Zentralbank (13.45h), zudem dürften US-Makrodaten (u.a. jobless claims) am Nachmittag Beachtung finden.


Das Blue Chips Barometer SMI verliert bis 11.45 Uhr 57,53 Punkte bzw. 0,75% auf den Stand von 7’581,63 Zählern (bisheriges Tagestief 7’558). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst derweil 0,68% auf 1’176,77 ein, der breite SPI 0,67% auf 6’365,23 Zähler. Unter den 30 SLI-Titeln stehen 20 Verlierern nur 10 Gewinner gegenüber.


Weiter Spitzenreiter unter den schwächsten Werten sind UBS mit einem Minus von 3,8% auf 33,28 CHF. Die Titel leiden seit Bekanntgabe der Quartalsresultate am vergangenen Dienstag unter Verkäufen. Die Zahlen hätten gezeigt, dass die Reputation gelitten habe, meinten Marktteilnehmer. Das Sentiment werde aber auch von Medienberichten über Untersuchungen der US-Staatsanwaltschaft bei der UBS belastet. Laut dem «WSJ» untersuchen die Behörden, ob die Bank US-Bürgern bei der Vermögens-Verlagerung nach Liechtenstein aus steuerlichen Gründen behilflich gewesen sei. Unter dem schwachen UBS- und Bankentrend leiden auch die Titel der CS (-1,6% auf 56,95 CHF).


Entgegen dem allgemeinen (Banken)trend stehen dagegen Julius Bär an der Spitze der SMI/SLI-Titel. Die Aktie profitiert dabei (wieder einmal) von Gerüchten. Am Markt gebe es Spekulationen, dass die expansionswillige Standard Chartered eine Übernahme von Bär zu einem Preis von 105 CHF pro Aktie plane, so Händlerkreise.


Ansonsten sind wichtige Unternehmens-News Mangelware. Einzig der Raffineriebetreiber Petroplus hat Quartalszahlen vorgelegt, die auf Gewinnstufe zum Teil deutlich über den Schätzungen lagen. Die Aktie ist denn auch furios gestartet mit einem Plus von fast 6%, hat sich seither aber wieder abgeflacht und notiert derzeit +2,6% höher bei 61,65 CHF. Das Ergebnis wird von Analysten zwar als gut bezeichnet. Gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass positive Einmaleffekte in den Quartalausweis hinein gespielt hätten.


ABB haben nach schwächerem Start ins Plus gedreht und notieren derzeit als drittstärkster Wert 0,8% höher auf 32,90 CHF. Der Konzern hält derzeit seine Generalversammlung ab, an der sich das Management sehr positiv zum Geschäftsverlauf, zu den Aussichten und den Wachstumsmöglichkeiten geäussert hat.


Swisscom (-0,8% auch 356,75 CHF) leiden weiter unter den schwachen Quartalszahlen, die gestern präsentiert wurden. Diverse Banken (u.a. Citigroup, Lehman) haben im Nachgang dazu ihre Kursziele gesenkt, wobei die Einstufungen weiter neutral bis positiv sind.


Abgesehen von den erwähnten Werten sind Adecco (-2,1%), Ciba (-1,7%) und Richemont (-1,6%) die grössten Verlierer, Lonza und Nobel Biocare (je +0,3%) die grössten Gewinner. Die SMI-Schwergewichte Roche (-1,0%) und Nestlé (-0,9%) gehören zu den Verlierern, Novartis (+0,2%) zu den Gewinnern.


Im breiten Markt hat der Einstieg von Forbo (-0,6%) bei Rieter (+3,8%) für Erstaunen gesorgt. Forbo habe rund 5% an Rieter erworben, man begrüsse das Engagement «dieses industriellen Investors», teilte Rieter am Morgen mit. Die Beteiligung soll offenbar «langfristig» gehalten werden. Zudem steht bei Rieter Rudolf Hess nicht für das Präsidium des Verwaltungsrats zur Verfügung. Er hat seine Kandidatur am Tag der Generalversammlung des Industriekonzerns überraschend zurückgezogen. Zu den Gründen gibt es widersprüchliche Angaben.


BCV verlieren nach der detaillierten Bekanntgabe der (schwachen) Q1-Zahlen 3,2%, bereits vor einigen Wochen war die Bank mit einer Gewinnwarnung an die Öffentlichkeit getreten. Micronas büssen nach den gestrigen Gewinnen von fast 10%, die sich allerdings niemand erklären konnte, wieder etwas an Terrain ein (-2,6%).


Stark performen die ausländischen Medtechwerte Card Guard (+11,9%), Oridion (+3,2%) und SHL (+2,6%). (awp/mc/pg)

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