CH-Verlauf: Ins Minus gedreht – Sorgen halten

Die Sorgen um die Staatsfinanzen in Europa seien wieder da, so ein Marktakteur. Demnächst begännen auch die Finanzierungshilfen der Europäischen Zentralbank auszulaufen, was für weitere Unruhe sorge. In Kanada sind unterdessen die Regierungschefs der acht führenden Industrienationen zum G8-Gipfel zusammengekommen.


Das Blue-Chips-Barometer SMI verliert bis um 11.40 Uhr um 0,46% auf 6’291,31 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt 0,60% auf 961,44 Stellen nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,39% auf 5’543,84 Zähler.


Grösster Gewinner unter den 30 Bluechips sind weiterhin Sonova (+1,5% auf 132,10 CHF). Die Credit Suisse erhöht das Kursziel für die Aktien auf 170 CHF von bisher 155 CHF. Die Grossbank glaubt, dass der Markt das Potenzial des Hörsystems Lyric unterschätzt. Zudem könnte Sonova mit dem Produkt seine Führungsposition stärken. Vor diesem Hintergrund nimmt das Institut die Aktie auf die «Europe Focus List» und bestätigt das Rating «Outperform».


Positive Vorzeichen tragen sonst nur noch Kühne+Nagel (+0,8%), SGS (+0,6%) und Actelion (+0,2%).


Novartis verlieren 0,1%, der Pharmakonzern hat von der britischen Gesundheitsbehörde keine Empfehlung zur Anwendung von Glivec (Imatinib) bei gastrointestinalen Stromatumoren erhalten. Allerdings soll zu einem späteren Zeitpunkt eine neuerliche Prüfung stattfinden.


Roche geben ebenfalls um 0,1% nach. Hier hat die britische Gesundheitsbehörde MabThera (Rituximab) als Therapie für schwere, aktive rheumatoide Arthritis (RA) bei Erwachsenen empfohlen. Bei Nestlé (-0,5%) ist am Markt von Umschichtungen zugunsten der Konkurrenten Unilever und Danone die Rede.


Abschläge gibt es bei UBS (-0,6%), Julius Bär (-0,5%) und CS (-0,4%). Am Vortag wurde das Sentiment unter anderem von erneuten Spekulationen um eine Ausweitung der Schuldenkrise in der Eurozone belastet. Aus den USA seien uneinheitliche Signale in Bezug auf eine mögliche Verschärfung der regulatorische Vorschriften in der Finanzbranche zu vernehmen, heisst es nun.


Transocean (-2,8%) werden von den Anlegern tiefer gestellt. Am Markt wird unter anderem auf erneute Forderungen aus den USA mit Blick auf die Dividende verwiesen. Rund zwei Dutzend US-Senatoren verlangten Medienberichten zufolge, dass der Konzern die geplante Ausschüttung wegen der Ölpest im Golf von Mexiko zumindest verschiebt. Der Aktienkurs werde aufgrund der Thematik volatil und tendenziell auch unter Druck bleiben, so Analysten.


Ebenfalls schwach zeigen sich Logitech (-2,0%) sowie Clariant (-3,1%) am Tabellenende im SMI/SLI.


Im breiten Markt verlieren Basilea deutliche 5,0%. Marktbeobachter führen die tieferen Notierungen unter anderem auf die Verzögerungen im Zeitplan für die Phase-III-Studien mit dem Antipilzmedikament Isovuconazol zurück. Ausserdem informierte das Unternehmen darüber, dass der Europäische Ausschuss für Humanarzneimittel seinen früheren negativen Entscheid über Ceftobiprol zur Behandlung schwerer Infektionen der Haut und der Weichgewebe bestätigt hat. Von der UBS gab es eine Herabstufung auf «Neutral» («Buy»).


Komax geben um 1,6% nach. Das Unternehmen bündelt die Dünnschicht-Aktivitäten mittelfristig im neuen Werk in York, USA. Damit werden in Rotkreuz in der Schweiz in den nächsten Monaten voraussichtlich rund 45 Stellen abgebaut.


Forbo gewinnen dagegen 2,0%. Das Industrieunternehmen ist gemäss CEO This Schneider in der Lage, Akquisitionen im dreistelligen Millionenbereich zu tätigen. «Das werden wir aber nur dann tun, wenn wir Mehrwert für unsere Aktionäre schaffen», sagte Schneider dem Magazin «Stocks». (awp/mc/gh/15)

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