CH-Verlauf: Ins Minus gedreht – Transocean belasten

Im weiteren Tagesverlauf sei wahrscheinlich nicht mehr mit grossen Kurssprüngen zu rechnen, erklärte dazu ein Händler.


Belastend auf den heimischen Top-Index wirken die klaren Kursverluste Transoceans und einiger Finanztitel, welche immer noch unter der europäischen Schuldenkrise leiden. Vom erwarteten Entscheid der SNB, die expansive Geldpolitik fortzusetzen und die Zinsen unverändert zu lassen, gehen derweil kaum Impulse aus. Am Nachmittag könnten allenfalls Konjunkturdaten aus den USA oder der zweitägige Euro-Krisengipfel noch für etwas Bewegung sorgen.


Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis zum Mittag 0,16% auf 6’549,99 Punkte und der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) fällt um 0,26% auf 1’031,82 Zähler. Der breite Swiss Performance Index (SPI) sinkt um 0,14% auf 5’865,2 Punkte.


Transocean (-3,8%) sind deutlich Tabellenletzter. Die Titel leiden unter der Nachricht, dass die USA eine Zivilklage gegen BP und andere Unternehmen wegen der Ölpest im Golf von Mexiko einreichen wird. Analysten reagierten auf die Klageerhebung gelassen. Zwar dürfte der Bussgeldbetrag in die Milliarden gehen, Transocean sei jedoch vertraglich gegen finanzielle Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Ölpest abgesichert, hiess es.


Auch die Aktien der ebenfalls im Erdölbusiness tätigen Petroplus (-1,8%) verlieren deutlich. Die Titel werden neu von Jefferies mit dem Rating «Hold» und einem Kursziel von 12 CHF aufgenommen.


Bei den Versicherern ist die Lage uneinheitlich. Swiss Life (+2,3%) profitieren deutlich von einer Branchenstudie der Bank Nomura, während andere Assekuranztitel kaum auffallen. Swiss Re (+0,0%) bewegen sich seitwärts, ZFS (-0,6%) und Bâloise (-0,8%) verlieren dagegen etwas an Boden. In der zweiten Reihe müssen Nationale Suisse (-0,7%) und Helvetia (-1,9%) ebenfalls Verluste hinnehmen.


Bei den Bankenwerten notieren CS (-1,3%) und UBS (-0,7%) im Roten Bereich. Für Credit Suisse senkte Nomura das Rating auf «Neutral» von bisher «Buy» und das Kursziel auf 48 (56) CHF. Julius Bär (+0,4%), welche am Vortag den Tagesverlierer darstellten, erholen sich bis zum Mittag etwas.


Die am Vortag haussierenden Novartis (+0,1%) sind nach einem starken Start zurückgekommen. Stützend wirken sich auch Nestlé (+0,3%), ABB (+0,1%) und Roche (unverändert) aus.


Lonza (-0,4%) gaben am Morgen eine Lizenzvereinbarung mit dem US-Pharmaunternehmen Stason bekannt. Bei Kühne+Nagel (+0,1% auf 129,70 CHF) erhöht Goldman Sachs das Kursziel auf 144 CHF von bisher 122 CHF.


Im breiten Markt haben EGL (+0,2%) sowie Intersport (ungehandelt) die Zahlen für das Geschäftsjahr 2009/10 präsentiert. Vor allem EGL konnte wider Erwarten schwarze Zahlen präsentieren, nachdem das Unternehmen ein starkes viertes Quartal verzeichnete.


Des Weiteren hat bei Datacolor (+4,5% auf 439 CHF) heute Werner Dubach ein öffentliches Kaufangebot für alle im Publikum sich befindenden Namenaktien angekündigt. Der gebotene Preis pro Datacolor-Aktie beläuft sich auf 438,40 CHF.


Leader sind wieder einmal Precios Woods (+14,2%), die Titel haben im Verlauf einer Woche über 80% dazugewonnen. Händler spekulieren in dem Zusammenhang über einen möglichen Zukauf der Titel durch einen Small-Cap-Fonds. Cytos (+0,4%) gehören am Mittag nicht mehr zu den Top-Gewinnern. Cytos vermeldete heute, dass die Zusammenarbeit mit den singapurischen Behörden zur Entwicklung eines Grippe-Impfstoffes ausgeweitet werde.


Schlusslicht bilden Micronas (-4,2%), gefolgt von StarragHeckert (-3,9%) und Calida (-3,8%). (awp/mc/ss/18)

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