CH-Verlauf: Ins Plus gedreht – Banken ziehen an

Als Kursstütze erweise sich der Einstieg der arabischen Investorengruppe Abu Dhabi Investment Authority bei der in Bedrängnis geratenen Citigroup. Dieser Schritt wird Händlern zufolge als Vertrauensbeweis in die Branche gewertet.


Die Erholung könnte sich allerdings als kurzlebiger Natur erweisen, warnten Marktteilnehmer. Am Nachmittag richte sich der Fokus daher auf die neuesten Daten zur Konsumentenstimmung in den USA und den Handelsstart in den USA.


Um 12 Uhr steht der Swiss Market Index (SMI) 68,92 Punkte oder 0,82% höher auf 8’430,08 Punkten. Der Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,44% auf 1’261,05 Punkte und der Swiss Performance Index um 0,59% auf 6’828,77 Punkte.


Bei den Banken rücken UBS um 3,8% auf 51,50 CHF und CS um 2,2% auf 64,05 CHF vor. Der Einstieg des arabischen Fonds bei der Citigroup schüre die Hoffnung, dass das Vertrauen in die Branche zurückkehrt und habe auch in den hiesigen Bankwerten Shorteindeckungen ausgelöst. Ob die Hoffnung berechtigt sei, lässt sich Händlerangaben zufolge noch nicht beurteilen. Julius Bär verteuern sich um 1,4% auf 88,80 CHF.


Zuletzt wurden auch wieder Stimmen laut, auch die UBS dürfte mit einer ähnlichen Finanzspritze wie die Citigroup rechnen. Vor allem chinesische Investoren würden in diesem Zusammenhang immer wieder genannt.


Die Versicherer sehen einen Aufschlag von 0,6% auf 312,75 CHF bei ZFS, während Swiss Re um 0,3% auf 80,50 CHF nachgeben. Der Titel kämpfe nach wie vor mit der psychologisch wichtigen Marke von 80 CHF, hiess es. Sollte diese nachhaltig unterschritten werden, könnten ‹Verleiderverkäufe› folgen.


Die Sorge um die realwirtschaftlichen Auswirkungen der Kreditkrise hinterlässt am Berichtstag ihre Spuren vor allem bei den konjunkturabhängigen Titeln: ABB sinken um 1,9% auf 29,88 CHF, Adecco um 0,7% auf 60,80 CHF, Holcim um 0,1% auf 114,50 CHF und Swatch büssen gar 3,3% auf 292,25 CHF ein. Für ABB hat Goldman Sachs das Kursziel gesenkt hat.


Die defensiven Roche (+0,6% auf 210,80 CHF), Novartis (+1,1% auf 62,30 CHF) und Nestlé (+0,7% auf 539 CHF) stützen den freundlichen Trend.


Von den SLI-Aktien fallen Actelion um 2,2% auf 46,48 CHF zurück – die Citigroup haben die Abdeckung der Titel mit ’sell› aufgenommen. Nach Ansicht der Analysten werden Konkurrenzprodukte zu Actelions Hauptprodukt Tracleer abschwächen. OC Oerlikon büssen 2,0% ein.


Im breiten Markt fallen Feintool nach Jahreszahlen um 1,5% auf 340 CHF zurück. Die Resultate des Komponentenherstellers fielen wegen höherer Steuern deutlich unter den Erwartungen aus und auch die Dividendenkürzung wurde von den Investoren nicht gerade mit Applaus aufgenommen.


Ferner haben die Vermögensverwalter Sarasin (-1,2%) und Vontobel (+0,5%) das Interesse der Anleger geweckt. Die Basler Sarasin hat offenbar ein gewisses Interesse an einer Verbindung mit der Zürcher Vontobel. Allerdings sei das Thema im Moment noch nicht spruchreif, sagte Sarasin-Chef Joachim Strähle in einem Zeitungsinterview. (awp/mc/pg)

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