CH-Verlauf: Kaum verändert – Warten auf die morgige Zahlenflut

Angesichts des Feiertages in London und der dürftigen Nachrichtenlage fehle es dem Geschehen schlicht an Impulsen, meinte ein Händler. Grundsätzlich sei die Stimmung am Markt aber verhalten positiv. Für den weiteren Verlauf am Handelstag erwartet der Händler keine grossen Veränderungen. Einerseits ständen keine kritischen Konjunkturdaten an, andrerseits würde sich der Blick der Anleger bereits auf den (morgigen) Dienstag richten. Dann werden UBS, Swiss Re, Holcim und Adecco Zahlen zum ersten Quartal vorlegen; Swiss Life wird zudem einen Business Update zum ersten Quartal geben. Ausserdem werden noch Unternehmen aus der zweiten Reihe Erstquartalszahlen ausweisen.


Bis um 11.50 Uhr verliert der SMI 7,68 Punkte oder 0,10% auf 7’658,12 Punkte. Der gekappte, 30 Titel umfassende SLI steigt dagegen leicht um 0,06% auf 1’192,89 Punkte und der breitere SPI sinkt minim um -0,01% auf 6’415,87 Punkte. An der Spitze des SMI finden sich weiterhin UBS (+1,5% auf 37,34 CHF). Marktbeobachter rechnen damit, dass die Grossbank morgen einen Stellenabbau im grösseren Stil bekannt geben wird. CS (+0,4% auf 58,75 CHF) und Julius Bär (+0,7% auf 80,90 CHF) können mit dem Schwung von UBS nicht ganz mithalten.


Auch Holcim (+1,1% auf 102,90 CHF) sind weiter unter den meistgesuchten Blue Chips zu finden. Unter den übrigen zyklischen und kojunktursensitiven Werten gibt es auch für ABB (+0,6% auf 32,66 CHF) und Addecco (+0,3% auf 63,60 CHF) Kursaufschläge; Richemont (-0,2% auf 64,95 CHF) oder Swatch (-0,1% auf 285,50 CHF) finden sich dagegen in der Verlustzone wieder. Auch die in letzter Zeit arg gebeutelten Nobel Biocare (+1,1% auf 37,58 CHF) setzen sich für einmal positiv in Szene. Hier sehen gewisse Analysten bereits eine bevorstehende Übernahme durch einen grösseren Konkurrenten.


Nestlé (unv. auf 500,50 CHF) fallen nach starkem Start auf das Schlussniveau vom Freitag zurück. Im frühen Geschäft hatte der Titel noch von einem positiven Bericht im US-Anlegermagazin Barron’s profitiert. Das Magazin bescheinigte dem Nestlé-Titel ein Kurspotential von bis zu 20% im laufenden Jahr, da der Konzern dank Blockbuster-Marken fähig sei, seine Verkäufe schneller zu steigern als die Konkurrenz. Mit grösseren Abgaben lasten die Pharmawerte Novartis (-1,1% auf 53,65 CHF) und Roche (-0,7% auf 172,80 CHF) auf dem Leitindex. Auch die Assekuranz-Aktien finden sich allesamt in der Verlustzone wieder. Die grössten Kurseinbussen gibt es dabei für Baloise (-3,2% oder -3,70 CHF auf 113,30 CHF); der Titel wird am Montag allerdings ex-Divividende von 4,50 CHF gehandelt.


Auch die im SLI-geführten Kühne + Nagel werden ex-Divividende von 1,90 CHF gehandelt und verbilligen sich um 2,2% oder 2,50 CHF auf 110,60 CHF. Daneben stehen im SLI Petroplus (-2,4% auf 62,20 CHF) unter Druck. Im Vorfeld der Erstquartalszahlen vom Donnerstag hat Vontobel das Kursziel für den Titel auf 85 (105) CHF gesenkt. Aufgrund steigender Energiekosten, niedrigerer Margen bei Benzin, ungünstiger Spreads bei Rohöl und der Schwäche des US-Dollars rechnen die Analysten mit insgesamt schwachen Zahlen. SGS verbilligen sich um 0,1% auf 1’522 CHF. Der Konzern hat vorbörslich zwei kleineren Akquisitionen in Kanada und Holland bekannt gegeben.


Am breiten Markt setzen sich Von Roll mit Aufschlägen von +13,3% an die Tabellenspitze. Der Titel sei nach der Ersteinschätzung von Vontobel regelrecht explodiert, meinte ein Händler. Vontobel hat die Abdeckung von Von Roll mit dem Rating «Buy» und dem Kursziel von 15 CHF aufgenommen. Von Rolls starke Stellung in attraktiven Nischenmärkten und die solide Erfolgsbilanz des Managements machten das Unternehmen zu einer interessanten Anlagemöglichkeit, hiess es im Kommentar der Bank. Die grössten Verluste gibt es dagegen für Global Natural Resources (-10,3%). Die Aktien würden nachträglich für den am Freitagnachmittag publizierten Jahresverlust 2007 abgestraft, hiess es am Markt. (awp/mc/ps)

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