CH-Verlauf: Knapp gehalten – Finanzwerte belasten

Bis am Mittag konnten sich die wichtigsten Schweizer Indizes allerdings von den Tagestiefstständen etwas lösen und tendieren knapp gehalten. Es machen Gerüchte die Runde, wonach die US-Notenbank bereits heute Nachmittag die Zinsen senken könnte.


Auf den SMI drücken vor allem die Titel der Grossbankenaktien. Am Markt kursieren Gerüchte, wonach ein britischer Versicherer im Zuge der Subprime-Krise in Schwierigkeiten geraten sei, heisst es. Dies habe die Finanzwerte unter Druck gesetzt. Ansonsten bestimmen Unternehmen aus dem breiten Markt das Bild. Mit Forbo, Lindt & Sprüngli, Galenica, Sarasin, Swisslog, Mobilezone, BCV oder Sulzer haben eine ganze Reihe von SPI-Unternehmen den Halbjahresausweis publiziert.


Der SMI verliert bis um 12.00 Uhr 9,66 Punkte oder 0,11% auf 8’584,67 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI sinkt um 0,10% auf 1’291,46 Punkte und der breiter gefasste SPI um 5,40 Punkte oder 0,08% auf 6’978,22 Punkte.


Am Schluss des SMI stehen die Grossbankentitel UBS (-1,3% auf 62,35 CHF) und CS (-1,0% auf 78,55 CHF). Die europäischen Finanzwerte stehen am Vormittag im Zuge der Krise am US-Kreditmarkt unter Verkaufsdruck. Alle Meldungen aus diesem Sektor würden momentan negativ aufgenommen oder interpretiert, so ein Händler. In den Handelsräumen wird darüber gesprochen, dass ein britischer Versicherer unter der Hypothekenkrise leide, heisst es.


Die Versicherer geben jedoch weniger stark nach. So verlieren Bâloise 0,3%, ZFS 0,2% oder Swiss Re 0,3% leicht. Swiss Life steigen dagegen um 0,7%.


Nebst den Banken verzeichnen SGS (-1,2%), Richemont (-1,0%) oder Adecco (-0,8%) die deutlichsten Verluste. Die Deutsche Bank hat für Adecco das Kursziel auf 80 von 101 CHF gesenkt, behält das Rating aber auf ‹Hold›.


Auf der Gegenseite steigen Nobel Biocare um 3,3% auf 319 CHF und bauen die Kurseinbussen der vergangenen Wochen weiter ab. Gestern hatte die Citigroup die Nobel-Aktien am Nachmittag zum Kauf empfohlen. Synthes (+1,3% auf 135,80 CHF) profitieren von der gestern nachbörslich kommunizierten Nachricht, wonach die staatliche amerikanische Krankenkasse Medicare den Einsatz der künstlichen Bandscheibe ‹ProdDisc C› rückvergüten will.


Unterstützung erhält der Gesamtmarkt einmal mehr von Nestlé (+0,9% auf 495 CHF). Nach dem Kursplus von beinahe 10% von letzter Woche, sind die Titel auch in dieser Woche gesucht. Novartis zeigen sich von wieder aufgenommenen Übernahmespekulationen, wonach der Basler Pharmakonzern an Bayer interessiert sein soll, unbeeindruckt und tendiert mit minus 0,2% auf 63,15 CHF kaum verändert. Roche gewinnen 0,1% auf 209,20 CHF.


Im breiten Markt sorgen Sulzer (+0,9%) für Gesprächsstoff. Der Rückzug von Victory wird positiv aufgenommen. Gut hat Sulzer auch mit Halbjahrzahlen abgeschnitten.


Nebst dem Industriekonzern haben weitere Unternehmen Halbjahreszahlen publiziert. Dabei hat Lindt & Sprüngli (N: +3,0%) vor allem mit Gewinnzahlen die Erwartungen klar übertroffen. Erfreut zeigen sich die Kommentatoren insbesondere darüber, dass die gestiegenen Rohstoffpreise nicht auf die Margen durchgeschlagen haben.


Deutlich fester tendieren auch Galenica (+4,7%) oder Sarasin (+4,1%). Die beiden Unternehmen haben im ersten Halbjahr die Markterwartungen teilweise deutlich übertroffen. Bei der Bank Sarasin hat vor allem der Neugeldzufluss überzeugt.


Forbo (-4,4%), Mobilezone (-2,6%) und BCV (-3,2%) verlieren nach Zahlen an Wert. (awp/mc/pg)

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