CH-Verlauf: SMI baut Gewinne aus – CS rücken vor

Bei den Blue Chips sind Credit Suisse am Investorentag an die Tabellenspitze vorgestossen. Im breiten Markt machen Schweiter mit einer Grossübernahme von sich reden.


Neben der Eindeckung von Leer- respektive Short-Positionen, ist laut Händlern auch der steigende Risikoappetit der Investoren mit ein Grund für die festeren Kursen. Ein Zeichen dafür seien die steigenden Kurse von Zyklikern und Finanzaktien. Man warte aber weiterhin gespannt auf den US-Leitzinsentscheid und begeleitende Aussagen vom Mittwochabend. Ausserdem rücke auch das G20-Treffen vom Donnerstag und Freitag in Pittsburgh. Heute Nachmittag werden aus den USA Daten zu den Häuserpreisen erwartet.


Das Blue-Chips-Barometer SMI legt bis um 12.05 Uhr um 1,06% auf 6’373,31 Punkten zu und steht nahe beim kurz zuvor erzielten Tageshöchst von 6’384,33 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 1,04% auf 983,96 Zähler, der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,99% auf 5’502,41 Punkte.


Nebst Credit Suisse (+2,9%) stehen auch Julius Bär (+2,2%) an der SMI-Spitze. Die CS-Papiere haben positiv auf die Aussagen des Managements zur Strategie und zu den Unternehmenszielen reagiert. Vor allem die Aussagen zum erwarteten Neugeldzufluss in den nächsten drei bis vier Jahren seien gut aufgenommen worden. Für Julius Bär hat Morgan Stanley das Kursziel auf 66 CHF von zuvor 60,50 CHF (Rating: «Overweight») erhöht.


Allerdings legen auch andere Finanzwerte überdurchschnittlich an Wert zu: So steigen Swiss Re um 1,5% oder UBS um 1,1%.


Grosse Kursavancen verzeichnen Clariant (+2,2%). Merrill Lynch hat im Rahmen einer umfassenden Studie zur Chemiebranche das Kursziel auf 13 von zuvor 12 CHF erhöht und die «Kauf»-Empfehlung bestätigt. Unternehmen wie Clariant würden ein signifikantes Erholungspotenzial aufweisen, hiess es.


Weiter bauen Lonza (+1,3%) die gestrigen Avancen aus. Die Titel wurden zu Wochenbeginn in den SMI aufgenommen. SGS, die neu auch im SMI figurieren, gewinnen derzeit 0,9%. Die aus dem SMI ausgeschiedenen Bâloise (+0,1%) und Nobel Biocare (-1,0%) notieren uneinheitlich. Am stärksten geben im SMI/SLI Sonova (-1,8%) nach.


Petroplus steigen nach der erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung um 0,7%. Logitech legen mit dem neuen Finanzchef Erik K. Bardman um 2,1% zu.


Swatch gewinnen nach Startschwierigkeiten um 1,5% zu, die Konkurrenzpapiere von Richemont (+0,8%) hinken dieser Entwicklung etwas nach. Im August hat sich der Abschwung der Schweizer Uhrenexporte weiter abgeschwächt. Der Rückgang beträgt aber immer noch 22%. Erfreulich sei dabei aber der Anstieg der Exporte nach China, hiess es.


Die defensiven Schwergewichte Novartis (+1,2%), Roche (+1,0%) und Nestlé (+0,5%) verzeichnen auch steigende Kurse.


Im breiten Markt legen Schweiter (+13,4%) nach der Übernahme von Alcan Composites deutlich zu. Analysten bezeichnen den Kaufpreis als relativ günstig. Auf der anderen Seite gebe es zum bestehenden Geschäft kaum Synergien. Mit der Composites-Übernahme sei nun das zuletzt gerüchteweise erwartete Angebot für Rieter (-3,8%) unwahrscheinlicher.


Feintool (-2,4%) musste für das Gesamtjahr 2008/09 eine Gewinnwarnung und einen Stellenabbau ankündigen. Ein neues operatives Führungsteam soll nun für Besserung sorgen. Implenia steigen nach Halbjahreszahlen um 1,8%.


Weiter im Trend liegen die «Solaraktien» von Meyer Burger (+3,8%) und Komax (+5,6%). (awp/mc/pg/19)

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