CH-Verlauf: Tief rot – Banken und Bâloise unter Druck

Vor allem die Finanzwerte stehen einmal mehr unter Druck, nachdem sich an den Kreditmärkten die Risikoprämien wieder ausgeweitet haben. Vor den Quartalszahlen der grossen US-Investmentbanken hielten sich die Anleger weiter zurück mit Aktienkäufen, sagten Händler. Bâloise stehen nach schwachen Halbjahreszahlen besonders unter Druck.


Das Blue Chips Barometer (SMI) verliert bis um 12.00 Uhr 0,93% oder 66,25 auf 7’027,47 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 1,15% auf 1’045,79 Punkte, der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,92% auf 5’889,81 Zähler.


Bâloise fallen nach Halbjahreszahlen um 7,7% auf 93,05 CHF. Der Erstversicherer musste wegen geringerer Investmenterträge eine Gewinnhalbierung hinnehmen und hat die Erwartungen deutlich verfehlt. Das Versicherungsgeschäft hat sich dagegen gut entwickelt. Die Bâloise bestätigte in der Folge ihre langfristigen Ziele und hat für das laufende Jahr eine unveränderte Dividende in Aussicht gestellt.


Die Titel der Branchennachbarn ZFS (-1,3% auf 276,75 CHF) und Swiss Re (-2,8% auf 64,95 CHF) könnten sich dem Trend nicht entziehen – nicht zuletzt auch mit Blick auf den Hurrikan «Gustav», der sich auf dem Weg nach Kuba und Jamaika befindet.


Swiss Life (Aktie: -2,5% auf 222,50 CHF) werden am morgigen Donnerstag als letzter Blue Chip die Semesterzahlen vorlegen.


Auch die Banken sorgen für Gesprächsstoff. So stehen einem Zeitungsbericht zufolge die Finanzinstitute in den USA und Europa vor einer neuen Herausforderung, wenn so genannte «Floating-Rate Notes» in hoher Zahl auslaufen. Bei einer Umschuldung hätten die Banken nun mit deutlich höheren Zinsen zu rechnen, was die Profitabilität beeinträchtige. UBS verlieren bis zum Mittag 2,8% auf 22,50 CHF, CS 1,9% auf 48,38 CHF.


Novartis (-0,6% auf 60,15 CHF) profitieren nach Ansicht von Händlern etwas von einer Empfehlung der britischen Gesundheitsbehörde NICE für das Augenmedikament «Lucentis». Auf der anderen Seite habe es eine Verwarnung der FDA an die Novartis-Tochter Sandoz wegen Verstössen gegen Produktionsrichtlinien gegeben. Die Konkurrenztitel von Roche büssen 0,6% auf 182,70 CHF ein.


Clariant (-3,6% auf 9,45 CHF) leiden unter einer Rückstufung auf «Underweight» durch Morgan Stanley. Für Ciba (-3,5% auf 25,24 CHF) hat die UBS ihr Kursziel CHF gesenkt. Das Rating lautet unverändert «sell».


Dem wenig vorteilhaften Mix aus hoher Inflation und schwacher Konjunktur können sich nur wenig Titel entziehen. Aus dem SMI/SLI präsentieren sich einzig Syngenta (+0,8% auf 148,60 CHF) und Lonza (+1,4% auf 151,90 CHF) mit Aufschlägen. Anziehende Preise für Agrarrohstoffe hätten zu Gunsten Syngentas zu einer Sektorrotation geführt, hiess es. Im Handel wird zudem auf Spekulationen verwiesen, der deutsche Düngemittelhersteller K+S könnte seinen Ausblick noch einmal erhöhen. Das Unternehmen dementierte indes.


Immerhin knapp gehalten zeigen sich Nestlé (-0,3% auf 48,48 CHF), Synthes (-0,2% auf 148,60 CHF) und Swisscom (unv. bei 344,25 CHF).


Im breiten Markt hat Ascom (+2,4%) mit dem Verkauf ihrer französischen Tochtergesellschaft Ascom Multitoll Solutions einen weiteren Meilenstein in der Umsetzung der Devestitionspläne erreicht. Trotz eines zu erwartenden Buchverlustes werten die Vontobel-Analysten die Nachricht als positive, da dadurch wertvolle Management-Ressourcen frei werden.


Der Handel in sia Abrasives (-1,1%) hat sich nach dem gestrigen Kurssprung etwas beruhigt, die Titel notieren aber mit 391 CHF nach wie vor deutlich über den vom kaufwilligen Giorgio Behr in Aussicht gestellten 385 CHF.


Georg Fischer (-0,3%) hat heute den Kauf der im Bereich Rohrleitungssysteme tätigen Schweizer Firma JRG bekannt gegeben. Mit dieser Übernahme werde GF zwar stärker von der Baukonjunktur abhängig, dafür sinke die Abhängigkeit vom zum Projektgeschäft, sagten Analysten.


Nach Zahlen gewinnen Rätia Energie 2,9%, während Siegfried 0,7% gewinnen. Ebenfalls nach Zahlen sinken Day Software um 6,9%. (awp/mc/pg/21)

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