CH-Verlauf: Unter Tageshoch noch im Plus – Chemiewerte gefragt

Von der Wall Street könnten am Nachmittag positive Signale kommen – die Futures auf US-Indizes stehen im Plus.


Volkswirtschaftliche Daten hatten am Vormittag nur geringen Einfluss auf den Markt. So ist das KOF-Konjunkturbarometer im Mai im Rahmen der Erwartungen gesunken, der Preisauftrieb in der Eurozone hat sich im Mai etwas stärker beschleunigt als erwartet. Am Nachmittag stehen US-Konjunkturzahlen zur Publikation an, darunter die Persönlichen Ausgaben und Einkommen für April und der Einkaufsmanagerindex Chicago für Mai.


Das Blue Chips Barometer SMI rückt bis um 12.10 Uhr 10,89 Punkte bzw. 0,14% auf 7’552,65 (Tageshoch 7’598,10) Punkte vor. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 0,28% auf 1’161,47 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,21% auf 6’363,49 Punkte.


Nach einem zurückhaltenden Start rangieren Clariant (+2,3 auf 11,76 CHF) an der Spitze der Tabelle. Händler führen dies auf die am Mittwochnachmittag vom US-Unternehmen Dow Chemical bekannt gegebenen Preisanpassungen zurück. Branchenkollegin Ciba ist indes nachgezogen und hat die Erhöhung der Verkaufspreise im gesamten Produktportfolio auf zum Teil um über 20% angekündigt. Die im SLI kotierten Valoren legen 2,6% auf 35,02 CHF zu.


Roche (+1,1% auf 182,20 CHF) setzen den Aufwärtstrend am ersten Tag des Onkologie-Kongresses ASCO fort. Der Pharmakonzern hat positive Ergebnisse bei Studien zu den Brustkrebs-Medikamenten Pertuzumab und Herceptin vermeldet und zahlreiche weitere Ergebnisse angekündigt. Novartis (-0,5% auf 55 CHF) hingegen werden verkauft.


Das Schlusslicht halten weiter UBS (-1,6% auf 25,38 CHF). Druck lastet einerseits durch den laufenden Bezugsrechtehandel vor der geplanten Kapitalerhöhung auf den Aktien. Zudem könnten Gerüchte über mögliche zusätzliche Abschreibungen in Höhe von 4 Mrd CHF den Kurs weiter dämpfen, sagte ein Händler.


Analysten wiesen ferner darauf hin, dass die Nachrichten im Fall Birkenfeld zur Unzeit gekommen seien. Der ehemalige UBS-Banker will sich Medienberichten zufolge der Beihilfe zur Steuerhinterziehung für schuldig bekennen und mit den US-Behörden zusammenarbeiten. Auch UBS-Bezugsrechte (-9,0% auf 1,52 CHF) sind weniger gefragt. Zum Start des Anrechtehandels am 27. Mai lag theoretische Wert bei rund 1,87 CHF.


Julius Bär (+1,0% auf 84,35 CHF) erhalten erneut von der stärkeren Gewichtung im MSCI-Index Aufwind. CS legen 0,3% auf 53,15 CHF zu.


Positive Kommentare von Goldman Sachs zum Rückversicherungssektor beflügeln Swiss Re (+1,7% auf 82,15 CHF). ZFS notieren 0,7% fester bei 305,75 CHF. Auch Swiss Life (+0,5% auf 295,25 CHF) und Bâloise (+0,8% auf 118,90 CHF) stehen gut da.


Fester notieren auch Swatch (+1,8% auf 291,25 CHF), Adecco (+1,2% auf 59,20 CHF) und Richemont(+0,7% auf 64,95 CHF). Negative Vorzeichen tragen ABB (-0,6% auf 33,92 CHF) und Syngenta (-0,4% auf 317,75 CHF).


Im SLI führen Petroplus (+3,9% auf 63,35 CHF) die Tabelle an. Die Valoren profitieren von einer Studie der UBS zur europäischen Raffinerieindustrie. Die Bank hat ein «Short-term Buy» für die Papiere ausgesprochen. Die Entwicklung des Ölpreises spielt Händlern zufolge bei Petroplus gleichfalls eine Rolle.


OC Oerlikon (+1,9% auf 356,75 CHF) verhilft die Aussicht auf einen Grossauftrag im Solarbereich zu Avancen.


Im breiten Markt gewinnen Galenica 4,5% auf 375 CHF. Die Deutschen Bank hat die Coverage der Aktie mit der Anlageempfehlung «Buy» aufgenommen und das Kursziel auf 500 CHF gesetzt.


Implenia (+1,1% auf 33,60 CHF) sind nach der angekündigten Devestition der Privera-Gruppe gefragt. Bobst (+0,2% auf 85,15 CHF) können nach Aussagen des CEO Andreas Koopmann in einem AWP-Interview zum laufenden Geschäftsjahr zulegen. Demnach spürt das Unternehmen keine Anzeichen der Finanzkrise, der Ausblick für 2008 ist eher vorsichtig.


Der geplante Dividendenverzicht von Dottikon sorgt bei Aktionären offenbar für Unmut. Die Valoren geben 2,4% auf 244 CHF nach. Insgesamt hat das Chemieunternehmen nach Analystenmeinung für das Geschäftsjahr 2007/08 (per Ende März) jedoch «ein solides Resultat» vorgelegt.


Bucher (-0,6% auf 273,50 CHF )leiden nach Kursaufschlägen am Vortag unter Gewinnmitnahmen. Helvetia verlieren 0,5% auf 418 CHF nach einer angekündigten Akquisition in Italien.


Eichhof notieren nach Abschlägen am Vormittag unverändert bei 2’075 CHF. Die Wettbewerbskommission will die geplante Übernahme der Getränkesparte durch die niederländische Heineken-Gruppe wegen des Verdachts auf Marktbeherrschung untersuchen. (awp/mc/gh)

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