CH-Verlauf: Verluste ausgebaut – Roche drehen ins Minus

Roche stehen denn auch im Fokus des Handelsgeschehens. Der Pharmakonzern hat im Übernahmestreit mit dem Genentech-Verwaltungsrat eine Einigung erzielt und den Angebotspreis nochmals erhöht. Allerdings habe sich diese Entwicklung im Übernahmeprozess bereits abgezeichnet, hiess es. Unerwartert hat dagegen die Swatch Group das Ergebnis 2008 vorzeitig publiziert. Auf den Aktien lasten grosse Gewinnmitnahmen. Nun warten die Anleger auf den Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank am frühen Nachmittag. In den USA werden ausserdem Makrodaten zum Arbeitsmarkt und Einzelhandel sowie die Lagerbestände Januar veröffentlicht.


Bis um 12.00 Uhr verliert der SMI 1,40% respektive 64,06 Stellen auf 4’512,91 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI gibt um 1,76% auf 635,37 Einheiten und der breite SPI um 1,25% auf 3’787,38 nach.


Bei den Bluechips sind Swatch (-7,0% auf 126,50 CHF) bis am Mittag ans Tabellenende abgerutscht. Klare Anzeichen für einen Einbruch gebe es eigentlich keine, so ein Händler. Der operative Gewinn und der Ausblick hätten in etwa den Erwartungen entsprochen, die unveränderte Dividendenausschüttung sei gar als positiv zu werten. Zu den Abgaben dürften Gewinnmitnahmen geführt haben, denn Swatch gehörten zu den grössten Profiteuren der Erholungsrally vom Dienstag und Mittwoch. Die Aktien der Konkurrentin Richemont verlieren im Sog von Swatch 4,4% auf 15,82 CHF.


Gewinnmitnahmen prägen auch die Finanzwerte. UBS (-4,3% auf 9,60 CHF), Swiss Life (-3,4% auf 50,70 CHF), CS (-2,4% auf 27,28 CHF) oder ZFS (-2,3% auf 137,70 CHF) weisen die grössten Verluste im Sektor auf.


Roche verlieren 1,9% auf 142,80 CHF. Die Genussscheine hatten den Handel zunächst mit Kursgewinnen eröffnet, drehten dann aber ins Minus und rutschten bis auf einen Tiefststand von 139,90 CHF ab. Nach neun Monaten sei es im Streit um die Genentech-Vollübernahme schliesslich zu einer für beide Seiten akzeptablen Einigung gekommen, meinen Analysten. Damit seien nun wohl die grössten Unsicherheiten bei Roche vom Tisch.


Die Konkurrenzpapiere Novartis (+3,0% auf 40,82 CHF), die kürzlich unter Umschichtungen in Roche gelitten haben, machen nun wieder an Boden gut. Das andere Schwergewicht Nestlé verliert derweil 2,2% auf 35,92 CHF.


Grössere Verluste sind auch noch bei Syngenta (-4,4% auf 240,70 CHF), ABB (-4,1% auf 14,76 CHF) oder Geberit (-4,3% auf 93,50 CHF) zu sehen. Beim Sanitärtechnikkonzern habe der schwache Ausblick die soliden Zahlen überschattet, hiess es.


Zu den wenigen Gewinnern im SMI/SLI gehören nebst Novartis auch noch Aktien wie Nobel Biocare (+2,6% auf 19,60 CHF), Lonza (+1,4% auf 112,50 CHF) oder Synthes (+1,2% auf 124,20 CHF).


Im breiten Markt hat Panalpina (Aktie: -3,6%) den Geschäftsbericht publiziert. Die Erwartungen der Analysten konnten knapp erfüllt werden. Allerdings hatten sich die Aktien in den vergangenen Tagen ebenfalls erholt gezeigt; zudem rechnet CEO Monika Ribar für 2009 mit erschwerten Marktbedingungen sowohl in der Seefracht als auch in der Luftfracht. Eine Normalisierung des Marktes sei nicht vor Ende 2010 zu erwarten, meinte sie.


Intershop gewinnen nach Zahlen 3,9% und Siegfried steigen nach dem CEO-Wechsel um 1,6%. Noch deutlicher legen VP Bank (+10,0%) zu, die ebenfalls in dieser Woche den Geschäftsbericht vorgelegt haben. Grosse Verluste verzeichnen dagegen Datacolor (-16,5%) oder Elma Electronics (-7,6%). (awp/mc/pg/21)

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